Die Objektgruppe Tagebau Hambach ist hier beschrieben als Kulturlandschaftselementeverbund ‚Braunkohle im Rheinland' (KLV-BK Rheinland) zugehörig zum bundesweiten Erfassungsprojekt Industriekultur (BKM). Die funktional zugehörigen Objekte der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Flächennutzungsplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.
Der Tagebau Hambach wurde 1978 aufgeschlossen und soll noch bis 2029 Kohle fördern. Er ist der größte Braunkohletagebau Europas und hat eine Tiefe von bis zu 500 Metern. Mit dem Abraum wurden die Tagebaue im Mittelrevier verfüllt und die Sophienhöhe aufgeschüttet. Nach der Auskohlung soll an der Stelle des Tagebaus ein See entstehen.
Im Rahmen der Tagebauentwicklung mussten die Ortschaften Etzweiler (2005) und Lich-Steinstraß (1989) abgerissen werden. Die Ortschaften wurden an Jülich und Elsdorf angesiedelt. Eine Besonderheit stellen die Orte Morschenich und Manheim dar. Hier gibt es bereits Umsiedlungen mit dem Namenszusatz „Neu-“, jedoch werden die Orte nicht mehr umgesiedelt, da aufgrund politischer Entscheidungen die Gebiete nicht mehr für den Tagebau in Anspruch genommen werden. Teile der Ortschaften wurden jedoch bereits abgerissen. Somit sind alle Umsiedlungsstandorte sowie die beiden noch in Teilen erhaltenen alten Ortschaften Bestandteil des KLV-BK.
Im KLV-BK liegt auch der Hambacher Forst. Dieser besteht mit dem Lindenberger Wald, dem Merzenicher Erdwald sowie dem Blatzheimer Erdwald aus drei Teilflächen. Sie sind Relikte einer größeren Waldfläche, die bereits abgeholzt wurde. Neben ihrer ökologischen Bedeutung sind sie Erinnerungsorte des Protests gegen den Tagebau. Vor allem zwischen 2012 und 2018 fanden hier bundesweit beachtete Proteste und Besetzungen statt.
Buschmann, Walter; Gilson, Norbert; Rinn, Barbara / Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2008)
Braunkohlenbergbau im Rheinland. (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Nordrhein-Westfalen 1, Rheinland.) Worms.
Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier. Exkursionsführer Teil II. Die Tagebaubereiche: Historie und Rekultivierung. Jüchen. Online verfügbar: forschungsstellerekultivierung.de, Exkursionsführer, abgerufen am 22.07.2020
Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier Exkursionsführer Teil I. (Geologie, Geographie, Bodenkunde, forst- und landwirtschaftliche Rekultivierung, Bergbau- und Rekultivierungsgeschichte, Archäologie und Paläontologie). Jüchen.
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