Wagenumlauf der Zeche Zollverein 12 in Katernberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Zeche Zollverein 12 in Essen; Blick in den Bereich zwischen den nördlichen und den südlichen Teil des ringförmig ausgebildeten Wagenumlaufes. 2008

    Zeche Zollverein 12 in Essen; Blick in den Bereich zwischen den nördlichen und den südlichen Teil des ringförmig ausgebildeten Wagenumlaufes. 2008

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  • Zeche Zollverein 12 in Essen; Blick in den Bereich zwischen den nördlichen und den südlichen Teil des ringförmig ausgebildeten Wagenumlaufes, 2008

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  • Zeche Zollverein 12 in Essen; Blick in den Bereich zwischen den nördlichen und den südlichen Teil des ringförmig ausgebildeten Wagenumlaufes. 2008

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Der Wagenumlaufvon 1931 (Schupp/Kremmer) ist eine ringförmig geschlossene Funktionseinheit, die abweichend vom üblichen Schema durch eine funktionalbauliche Aufgliederung in Einzelfunktionen Wipperhalle/Sieberei und Bergebunker für Zollverein 12 relativ eigenständig ausgebildet wurde. Die Schenkel des überwiegend auf Stützen aufgeständerten Wagenumlaufs sind zwei- bis dreigeschossige Gebäudekörper, die sich auf dem Grundriss eines lang gestreckten Rechteckringes von Osten nach Westen erstrecken. Belichtung über teilweise zugesetzte Fensterbänder. Das Bauwerk entwickelt sich rückwärtig und seitlich aus der Schachthalle heraus und mündet mit den nördlichen Schenkeln in die Wipperhalle. Schacht- und Wipperhalle sind zwar relativ eigenständige Baukörper, aber funktional eingebunden in den Wagenumlauf.

Ausstattung: Wesentliche Aufgabe des Wagenumlaufs war es, die vom Schacht kommenden Förderwagen der Wipperhalle zuzuführen und von dort aus die leeren Wagen auf einem Rundkurs wieder zum Schacht zurückzuführen. Der Antrieb der Wagen erfolgte über Ketten, die von Elektromotoren angetrieben wurden. Kettenbahnen und Kettenbahnantriebe sind weitgehend erhalten. Da die Entleerung der Förderwagen zentral in der Wipperhalle auf einer Ebene erfolgte, mussten zwei schiefe Ebenen, sog. Kettenberge, zwischen den beiden Hängebankniveaus vermitteln. Einer dieser Kettenberge ist im nördlichen Wagenumlauf, kurz vor der Wipperhalle, erhalten. Der zweite Kettenberg, der im südlichen Wagenumlauf kurz vor dem Schacht die Wagen wieder auf die beiden Hängebankebenen verteilte, wurde demontiert. Ein dritter Kettenberg, der im westlichen Flügel für die Einspeisung der Berge- und Materialwagen in den Wagenumlauf sorgte, ist erhalten (vgl. Bergebunker).

In das Gebäude des Wagenumlaufs integriert ist im westlichen Flügel eine Werkstatt mit Lagerräumen.

Im nördlichen Sektor des Wagenumlaufs ist gleich im Anschluss an die Wipperhalle ein Wagenreiniger (Demag, 1930) erhalten.

(Walter Buschmann, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2010)

Literatur

Busch, Wilhelm / Scheer, Thorsten (2002)
Symmetrie und Symbol. Die Industriearchitektur von Fritz Schupp und Martin Kremmer. Köln.
Buschmann, Walter (1998)
Zechen und Kokereien im rheinischen Steinkohlenbergbau. Aachener Revier und westliches Ruhrgebiet. (Die Bau- und Kunstdenkmäler des Rheinlandes 1.) Berlin.
Engelskirchen, Lutz (2000)
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Geschichtswerkstatt Zollverein (Hrsg.) (1996)
Zeche Zollverein. Einblicke in die Geschichte eines großen Bergwerks. Essen.
Großmann, Joachim (1999)
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Mainzer, Udo (2006)
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Schupp, Fritz (1959)
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Schupp, Fritz (1951)
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Schupp, Fritz (1943)
Arbeiten der Architekten Dipl.-Ing. Fritz Schupp und Dipl.-Ing. Martin Kremmer. In: Der Baumeister 41, S. 25-46. o. O.
Schupp, Fritz (1932)
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Schupp, Fritz (1931)
Über das Entwerfen von Industriebauten. In: Baugilde 13, S. 1502-1509. o. O.
Schupp, Fritz (1929)
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Die Planarbeit des Architekten im Industriebau. In: Monatshefte für Baukunst und Städtebau 19, S. 87-92. o. O.
Schupp, Fritz / Kremmer, Martin (1935)
Industriebauten im Ruhrgebiet. In: Monatshefte für Baukunst und Städtebau 19, S. 81-86. o. O.
Schupp, Fritz / Kremmer, Martin (1933)
Schachtanlage im Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet. In: Monatshefte für Baukunst und Städtebau 17, S. 49-56. o. O.
Schupp, Fritz / Kremmer, Martin (1931)
Industriebauten, Zechen und Kokereien der Vereinigten Stahlwerke AG im Gelsenkirchener und Hamborner Bezirk. In: Bauwelt 22, S. 1-16. o. O.
Schupp, Fritz / Kremmer, Martin (1930)
Industriebauten der Architekten Schupp und Kremmer, Berlin-Essen. In: Baukunst 6, S. 99-115. o. O.
Schupp, Fritz / Kremmer, Martin (1930)
Industriebauten im Ruhrbergbau. In: Der Industriebau 21, S. 93-102. o. O.
Schupp, Fritz / Kremmer, Martin (1925)
Zechenbauten im Ruhrgebiet. In: Bauwelt 16, S. 1-5. o. O.
Stiftung Zollverein (Hrsg.) (2008)
Welterbe Zollverein. Geschichte und Gegenwart der Zeche und Kokerei Zollverein. Essen.
Vereinigte Stahlwerke (Hrsg.) (1934)
Die Steinkohlenbergwerke der Vereinigte Stahlwerke. Die Schachtanlage Zollverein in Essen-Katernberg, 2 Bände. Essen.
Zoepke (1932)
Geschweißte Konstruktionen bei den Übertagebauten einer Großschachtanlage. In: Der Bauingenieur 13, S. 297-302. o. O.

Wagenumlauf der Zeche Zollverein 12 in Katernberg

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1931
Koordinate WGS84
51° 29′ 12,16″ N, 7° 02′ 36,47″ O / 51.48671°, 7.04346°
Koordinate UTM
32U 364157.94 5705766.35
Koordinate Gauss/Krüger
2572521.91 5706310.87

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„Wagenumlauf der Zeche Zollverein 12 in Katernberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-WBuschmann-20090714-0008 (Abgerufen: 17. August 2017)
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