Johannisberger Klause

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Oestrich-Winkel
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis
Bundesland: Hessen
  • Klause, Johannisberg

    Klause, Johannisberg

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    Burggraaff, Peter
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    Burggraaff, Peter
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Mit der Johannisberger Klause handelt es sich um die ehemalige Benediktinerinnenklause St. Georg, die 1285 als „monasterium sancti Georgii in Clusa“ erstmalig genannt wird. Die Gründung des Frauenklosters erfolgte wahrscheinlich um 1130, vielleicht zusammen mit dem Mönchskloster auf dem Johannisberg. Wenig später wurde das Frauenkloster an den Fuß des Berges verlegt, wo sich bereits ein Hof, eine Kapelle oder eine Einsiedelei (Klause) befand.

Der Altar der gotischen Kapelle war dem hl. Georg geweiht; weitere Altäre werden genannt. In der Klause lebten 1434 sieben adlige Nonnen einschließlich Meisterin. 1452 wurde das Frauenkloster aufgehoben. Nach dessen wirtschaftlichem Niedergang gelangte die Klause durch Kauf 1603 als Ökonomiehof und Mühle in den Besitz der Grafen von Schönborn. Die Getreidemühle war bis 1900 in Betrieb.

Baulichkeiten
Die ummauerte Hofanlage erstreckt sich bis zum heutigen Tage am Fuß des Johannisberger Schlossberges. Die Gebäude bestehen aus ehemals verputztem Bruchstein mit Sandsteinwerkteilen, die Dächer sind verschiefert. Eine rundbogige Toreinfahrt befindet sich an der Nordseite. Das eingeschossige um 1620 in massiver Bauweise errichtete Wohnhaus liegt in der Hofmitte. Das Dach wurde 1723 neu aufgesetzt. Westlich schließt sich ein jüngeres Nebengebäude an, östlich die gotische Kapelle aus dem 15. Jahrhundert.

Zu dem Gebäudekomplex gehört auch eine Scheune oder ehemaliges Kelterhaus (Massivbau des 18. Jahrhunderts), das am östlichen Ende des Hofes in die Umfassungsmauer integriert ist. Ein Gebäude jüngeren Datums ist das Kelterhaus an der südlichen Umfriedungsmauer.

Gesamtschau
Die Hofanlage der Johannisberger Klause ist als Blickpunkt vom Johannisberg aus ein wichtiges landschaftsprägendes Element und steht im Verbund mit weiteren Mühlen am Unterlauf des Elsterbaches. Die ursprünglich einsame Lage wird zunehmend durch die Geisenheimer Gewerbezone bedrängt.

(Thomas Büttner, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 2010)

Literatur

Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.) (2012)
Kulturlandschaftsschutz auf der kommunalen Ebene. Managementplan für die nachhaltige Entwicklung der Kulturlandschaft des Rheingau-Taunus-Kreises. (Arbeitsheft des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen 22.) Wiesbaden.
Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2013)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis I. (Altkreis Rheingau). Wiesbaden.

Johannisberger Klause

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1285
Koordinate WGS84
49° 59′ 44,52″ N, 7° 59′ 4,17″ O / 49.9957°, 7.98449°
Koordinate UTM
32U 427215.62 5538646.65
Koordinate Gauss/Krüger
3427261.62 5540422.73

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„Johannisberger Klause”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-TB-20110316-0015 (Abgerufen: 19. Oktober 2017)
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