Dasbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Idstein, Niedernhausen
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis
Bundesland: Hessen
Südöstlich von Idstein liegt das Dorf Dasbach direkt am Limes. Die heutige Kirche soll auf Fundamenten eines römischen Wachtturmes errichtet worden sein.

1354 wird Dagsbach erstmalig urkundlich im Testament des Grafen Adolf I. von Nassau erwähnt. Im 15. Jahrhundert gehört es, wie auch das Dorf Gassenbach, zum Kirchspiel Wolfsbach. Diese schon seit dem späten Mittelalter wüste Siedlung am gleichnamigen Wolfsbach ist etwa 1250-1450 bezeugt, schon 1480 ohne Bewohner, die wahrscheinlich hinter die festen Mauern von Idstein verzogen. Die dortige, dem heiligen Dionysius geweihte Kirche ist seit 1360 als Pfarrkirche nachweisbar und wurde um 1570 noch erneuert. Ein Markt bestand bis 1653 und wurde dann nach Idstein verlegt. 1563 kam es zur Aufteilung der Gemarkung Wolfsbach zwischen Idstein und Dasbach. Eine in Dasbach vorhandene Kapelle wird im 16. Jahrhundert als baufällig beschrieben, der Neubau der heutigen Kirche erfolgte 1613. Nach Abbruch der Wolfsbacher Kirche 1668 wurden von dort Glocken, Uhr und drei Heiligenfiguren (seit 1924 im Wiesbadener Museum) übernommen, während die Pfarrei nach Niederseelbach übertragen wurde.

Die Wohnbevölkerung bestand 1992 aus fast 300 Einwohnern gegenüber 90 Einwohnern um 1800. Auch wenn das Vorhandensein römischer Überreste in den Fundamenten der kleinen Dasbacher Kirche nicht eindeutig erwiesen ist, bildet sie doch den Mittelpunkt des ältesten Siedlungskerns am Dasbach, einem Zufluss des Wolfsbaches. Eine Ausdehnung des Dorfes nach 1800 fand entlang der nach Idstein führenden Landstraße statt. Die wenigen, aber meist großen Höfe bieten mit Kirche und Backhaus ein relativ geschlossenes Ortsbild.

(Dagmar Söder, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 2003)

Literatur

Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2003)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis II. (Altkreis Untertaunus). S. 310, Wiesbaden.

Dasbach

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1354
Koordinate WGS84
50° 11′ 54,92″ N, 8° 17′ 33,76″ O / 50.19859°, 8.29271°
Koordinate UTM
32U 449520.06 5560950.42
Koordinate Gauss/Krüger
3449574.78 5562735.48

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„Dasbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-TB-20090917-0002 (Abgerufen: 23. September 2017)
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