Algenroth (Ortsteil der Gemeinde Heidenrod)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Diethardt, Heidenrod, Strüth
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis, Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Hessen, Rheinland-Pfalz
Das Dorf Algenroth, an der äußersten Westgrenze des Untertaunusgebietes im Morsbachtal gelegen, wird 1297 erstmalig urkundlich als Aldegerod erwähnt. Die Siedlung besteht aus einigen kleineren Höfen, zum Teil auch Doppelhofreihen, die an dem zum Morsbach hin abfallenden Südhang parallel zum Talgrund angeordnet sind.

1722 brannten in Algenroth fünf von zehn Wohnhäusern sowie drei Scheunen samt Vorräten und Vieh ab.

Territoriale Zugehörigkeit
Algenroth gehörte zum Vierherrengericht auf dem Einrich, einem aus zwölf Dörfern bestehenden alten Zent. Bereits im 12. Jahrhundert waren hier auch die Grafen von Katzenelnbogen begütert. Sie hatten sich vogteiliche Rechte angeeignet und gewannen weiter an Einfluss. Im 14. und 15. Jahrhundert besaßen die von Hohenstein das Dorf Algenroth als katzenelnbogisches, nach 1479 als hessisches Lehen. 1504 bis 1505 erscheint Algenroth als zum Gericht Zorn gehörig, ebenso ist es im Dorfbuch von 1629 erwähnt, wo es zum Amt Hohenstein der Niedergrafschaft Katzenelnbogen gezählt wird. Algenroth war Filiale des Kirchspiels Zorn. Nach den Revolutionskriegen gehörte der Ort von 1806 bis 1813 zu den Pays réservé de Catzenellenbogen und ab 1816 zum Herzogtum Nassau. Von 1866 bis 1945 lag er in der Preußischen Provinz Hessen-Nassau. Seit 1945 ist er Teil von Hessen, 1972 wurde Algenroth zu einem Ortsteil der Gemeinde Heidenrod.

Einwohnerentwicklung
Algenroth ist eines der kleinsten Dörfer des Kreises. 1583 bestand es aus sechs Hausgesäßen. Die Einwohnerzahl blieb seit 1800 nahezu konstant und betrug meist unter 100. 1834 lebten 91 Menschen in der Ortschaft, 1946 erreichte die Einwohnerzahl mit 112 ihren höchsten Wert. Seitdem geht sie zurück, 2014 lebten in Algenroth 80 Einwohner.

Siedlungsentwicklung
Algenroth entwickelte sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts stark. So wuchs die bebaute Fläche von circa 0,8 Hektar Anfang des 19. Jahrhunderts auf über 5 Hektar im Jahre 2017. Die Ortschaft dehnte sich dabei vor allem in Richtung Norden aus.

Historische Bausubstanz
Am südlichen Ortsrand bildet das in einem Straßenschnittpunkt freistehende ehemalige Back- und Gemeindehaus, heute Kapelle, einen optischen Blickpunkt. Das Gebäude wurde 1731 erbaut und besitzt einen leicht schiefen Turm. Die historische Glocke wurde 2001 restauriert und ist im Gebäude ausgestellt. Weitere Reste historischer Bausubstanz finden sich in der Straße „Im Morsbachtal“. Hierbei sind insbesondere die beiden von Anfang des 19. Jahrhunderts stammenden Gebäude mit den Hausnummern 7 und 9 zu erwähnen. Diese zeichnen sich durch historisches Fachwerk aus, wobei letzteres verputzt ist. Desweiteren finden sich in dieser Straße (Hausnummern 3 und 11) zwei Scheunen des 18. Jahrhunderts mit charakteristischen, geschnitzten Torsturzbalken. Bei den Scheunen mit der Hausnummer 8 und 10 handelt es sich um eine Doppelscheune mit spiegelbildlicher Fachwerkanordnung aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Scheune mit der Hausnummer 8 besaß außerdem eine nicht mehr erhaltene biedermeierliche Haustür mit geschnitzten Füllungen.

(Jörn Schultheiß, hessenARCHÄOLOGIE, 2017)

Internet
www.heimatverein-heidenrod.de: Algenroth (abgerufen am 08.02.2017)
www.gemeinde-heidenrod.de: Grusswort aus Algenroth (abgerufen am 08.02.2017)
www.gemeinde-heidenrod.de: Einwohnerzahlen der Ortsteile der Gemeinde Heidenrod (abgerufen am 08.02.2017)
www.lagis-hessen.de: Historisches Ortslexikon der Gemeinde Heidenrod - Ortsteil Algenroth (abgerufen am 08.02.2017)

Literatur

Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2003)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis II. (Altkreis Untertaunus). Wiesbaden.

Algenroth (Ortsteil der Gemeinde Heidenrod)

Schlagwörter
Ort
65321 Heidenrod - Algenroth
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1297
Koordinate WGS84
50° 10′ 5,69″ N, 7° 53′ 26,98″ O / 50.16825°, 7.89083°
Koordinate UTM
32U 420787.48 5557926.24
Koordinate Gauss/Krüger
3420830.83 5559709.93

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„Algenroth (Ortsteil der Gemeinde Heidenrod)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-FR-20091012-0002 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
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