Stadtteil Bad Schwalbach-Ramschied

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bad Schwalbach, Heidenrod
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis
Bundesland: Hessen
Historische Siedlungsentwicklung
Der um 1195 Rumescheid (-scheid = Grenze) genannte Ort soll vor dem Dreißigjährigen Krieg zwei Dörfer - Obernramschied und Niedernramschied - umfasst haben, die aus verstreut liegenden Einzelhöfen bestanden. Nach 1190 werden mehrere Grundherren erwähnt: die Herren von Bolanden, die Grafen von Sponheim, von Nassau-Saarbrücken, von Greiffenclau. Selbst 1795 waren noch Abgaben an zahlreiche Grundherren fällig. Als Bestandteil der Überhöhischen Dörfer unterlag Ramschied der Mainzer Oberhoheit, im 15. Jahrhundert wurde es zur Niedergrafschaft Katzenelnbogen gerechnet.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg soll der Ort um den Geroldsteiner Hof, der zwischen den früheren Siedlungen lag, wieder aufgebaut worden sein. Er gehörte bis 1965 zum Kirchspiel Bärstadt. Die Einwohnerzahl wuchs von etwa 150 um 1800 auf über 500 im Jahr 1992. Die 1896 errichtete Volksschule diente bis 1968 dem Unterricht. Das Wasser des nördlich des Ortes gelegenen Sauerbrunnens wurde zeitweilig in die nähere Umgebung exportiert.

Historische Ortsstruktur
Der aus wenigen Hofreiten bestehende Siedlungskern liegt am Dornbach im Bereich Schulgasse/Höhenstraße nördlich der ausgebauten Wisperstraße; die weitere Ausdehnung des Ortes war zunächst durch die Topographie des Bachtales vorgegeben, zog sich dann aber zunehmend über die Hanglagen. In der näheren Umgebung des Ortes erinnern die Flurnamen Altramschied und Niederramschied an die Entstehung aus ehemals zwei Dörfern. Kirchweg bezeichnet den alten Weg zur Kirche nach Bärstadt, Am Schulpfad den Weg zur Schule nach Fischbach bis zum Bau eines eigenen Schulhauses. (LfDH 2003, S. 174f.)

Kulturdenkmale (Auswahl) (LfDH, online)
  • Schulgasse 1/3: Doppelwohnhaus auf quadratischem Grundriss, Teilung in Firstrichtung; Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts
  • Schulgasse 2: ehemalige Schule, zweigeschossiger kubischer Backsteinbau auf Bruchsteinsockel, lt. Inschrift 1896 errichtet; dominanter, sich von der Umgebung absetzender Bau

Internet
denkxweb.denkmalpflege-hessen.de: LfDH, online (Abgerufen: 28.08.2012)

Literatur

Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2003)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis II. (Altkreis Untertaunus). Wiesbaden.

Stadtteil Bad Schwalbach-Ramschied

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1195
Koordinate WGS84
50° 08′ 5,62″ N, 8° 02′ 0,82″ O / 50.13489°, 8.03356°
Koordinate UTM
32U 430932.64 5554076.04
Koordinate Gauss/Krüger
3430980.03 5555858.25

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„Stadtteil Bad Schwalbach-Ramschied”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-FR-20091002-0008 (Abgerufen: 24. September 2017)
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