Stadtteil Bad Schwalbach-Langenseifen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bad Schwalbach, Heidenrod, Schlangenbad
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis
Bundesland: Hessen
Historische Siedlungsentwicklung
Der Ortsname Langenseifen, 1270 Langensiven, deutet auf ein langgestrecktes sumpfartiges Gelände hin. Die Endung „-seifen“ kommt in Flurnamen des Gebietes häufig vor. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts besaß das Mainzer Mariengredenstift hier eine Grundherrschaft. Die Vogtei war an verschiedene Lehensträger vergeben, so im 14. Jahrhundert an die Ritter Byß im Dienste der Grafen von Katzenelnbogen, ab 1425 an die Hilchen von Lorch und schließlich an Vogt von Hunolstein; der das Lehen 1615 an Hessen verkaufte. Bereits 1548 wurde Langenseifen als hessischer Ort dem Amt Hohenstein zugerechnet. Während 1587 noch 14 Hausgesäße gezählt wurden, brachte der Dreißigjährige Krieg die weitgehende Zerstörung. 1992 waren über 500 Bewohner ansässig.

Als überhöhisches Dorf gehörte Langenseifen zu Gericht und Kirchspiel Bärstadt; dort fand auch, seit Ende des 16. Jahrhunderts, der Schulbesuch bis zum Bau einer eigenen Schule 1820 statt.

Historische Ortsstruktur
Der historische Siedlungskern läßt sich anhand des Ortsgrundrisses um den platzähnlichen Schnittpunkt mehrerer Straßen ausmachen, an dem sich auch heute noch das Rathaus befindet. Eine geordnete Ortserweiterung des 17./18. Jahrhunderts ist östlich davon an der Lorcher Straße als Reihe von Hakenhöfen mit Scheunenrand und Gartenparzellen zu erkennen. Am westlichen Ortsrand zeigt der Standort der alten Schule die frühere Bebauungsgrenze an. Die jüngste Ortserweiterung setzt die Längenentwicklung der Siedlung nach Westen fort. Die Flurbezeichnung Am Feyhof (Vogtshof ?), jetzt auch Straßenname, kann vielleicht auf eine ehemalige Vogtei zurückgeführt werden. (LfDH 2003, S. 165-167)

Kulturdenkmale (Auswahl) (LfDH, online)
  • Lorcher Straße 34: Rathaus am Straßenschnittpunkt in der Ortsmitte, in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut; mit Dachreiter
  • Lorcher Straße 41: Alte Schule, um 1820 erbaut; heute Heimatmuseum
Internet
denkxweb.denkmalpflege-hessen.de: LfDH, online (Abgerufen: 28.08.2012)

Literatur

Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2003)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis II. (Altkreis Untertaunus). Wiesbaden.

Stadtteil Bad Schwalbach-Langenseifen

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1270
Koordinate WGS84
50° 07′ 5,97″ N, 8° 00′ 14,26″ O / 50.11832°, 8.00396°
Koordinate UTM
32U 428792.84 5552261.57
Koordinate Gauss/Krüger
3428839.38 5554043.05

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„Stadtteil Bad Schwalbach-Langenseifen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-FR-20091002-0006 (Abgerufen: 22. September 2017)
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