Bad Schwalbach, Kernstadt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bad Schwalbach, Hohenstein (Hessen), Schlangenbad
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis
Bundesland: Hessen
Historische Siedlungsentwicklung
Die erstmalig 1352 als Langinschwalbach erwähnte Siedlung soll aus einem nahe der Aar gelegenen, 790 von Karl dem Großen an die Abtei Prüm geschenkten Hofgut hervorgegangen sein. In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts kam es als Schenkung des Herzogs Hermann von Franken an die Zelle des heiligen Goar, später an Fulda und war dann bis ins 12. Jahrhundert als Mainzer Besitz zum Unteren Rheingau und den Überhöhischen Dörfern gehörig.

Als Teil der Grafschaft Katzenelnbogen gelangte Langenschwalbach 1479 durch Erbfolge an die Landgrafschaft Hessen. Vorher Filiale von Bärstadt, besaß der Flecken seit 1364 eine eigene Pfarrei, 1471 war der Bau der ersten Kirche vollendet. 1527 führte Philipp der Großmütige die Reformation ein. Nachdem der Ort 1584 zu Hessen-Kassel, 1626 bis 1648 zu Hessen-Darmstadt gehört hatte, wurde unter Landgraf Ernst von Hessen-Rotenburg nach 1652 der Katholizismus wieder eingeführt, 1658 folgte der Bau einer katholischen Kirche. 1806 bis 1813 stand Langenschwalbach unter französischer, dann unter kurhessischer Verwaltung, bevor es 1816 Bestandteil des Herzogtums Nassau und 1867 preußisch wurde.
Der 1818 zur Stadt erhobene Badeort führt seit 1927 den offiziellen Namen Bad Schwalbach. Seit 1932 lag die Kurverwaltung beim Staat Preußen. 1945 wurde Bad Schwalbach Kreisstadt des Untertaunuskreises, 1977 Kreisstadt des Rheingau-Taunus-Kreises.

Geschichte des Kurbades
Vor Bekanntwerden der Mineralquellen um die Mitte des 16. Jahrhunderts lebten die Einwohner aufgrund karger Böden überwiegend von der Schafzucht und dem Wollweberhandwerk, das bereits im 14. und 15. Jahrhundert überregionale Bedeutung erlangte. Die begehrten Tuche wurden auf Messen, vor allem in Frankfurt, gehandelt. Eine erste Untersuchung der Quellen 1568 und die Veröffentlichung „Neuw Wasserschatz“ 1581 durch Dr. Jacob Theodor aus Bergzabern gen. Tabernaemontanus beschrieb den Weinbrunnen und 9 weitere Quellen. Schon vor Mitte des 17. Jahrhunderts nahmen zahlreiche adlige Besucher die Wasseranwendungen als Trink- und Badekur in Anspruch. 1588 verstarb hier Johann Gottfried von Berlichingen, 1650 Matthäus Merian.

Bald nahm die Zahl der Kurgäste derartig zu, „daß viele hundert, ja tausend hohes und niedriges Standts Persohnen jährlich den Weinbrunnen zur praeservation und curation besuchen und gebrauchen.“ (Genth 1858) Seit 1630 gab es ein erbliches Brunnenmeisteramt. Die erste Fassung des Weinbrunnens wurde durch die Grafen zu Solms veranlasst. Der Bau des späteren Rotenburger Schlösschens und die Unterstützung von Baumaßnahmen durch Moritz I. von Hessen-Kassel dienten der Förderung des Kurbades ebenso wie die Verleihung des Burgfriedens 1643 sowie eine Überwachung der Gesundheitspflege durch Leibärzte unter Landgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstanden die ersten kleinen Badehäuser am Brodelbrunnen. Gleichzeitig wurde die Abfüllung und Versendung des Weinbrunnenwassers in Krügen zum Wirtschaftsfaktor, einige Dörfer der Umgebung lebten vom Krugbäckerhandwerk. Nach dem Dreißigjährigen Krieg trugen die verkehrsgünstige Lage, die Förderung der Landgrafen von Rotenburg und das medizinische Interesse an den Heilquellen zum Aufschwung und zur Wandlung des Kurortes in ein Luxus- und Modebad des Adels bei. Als gesellschaftlicher Treffpunkt der Sommersaison bot es entsprechende Vergnügungseinrichtungen wie Theater, Musik- und Spielsäle. Im 18. Jahrhundert kam ein breiter Zustrom auch aus bürgerlichen Schichten hinzu. Einen Rückgang brachten die Auswirkungen der französischen Revolution zu Beginn des 19. Jahrhunderts, neuerlichen Aufschwung die nassauische Periode nach 1816.

Eine Neuorganisation des Badewesens nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten mit neuen Bäderanwendungen geht auf den Brunnen- und Badearzt Heinrich Fenner von Fenneberg (1775-1849) zurück. Zum systematischen Aufbau des Ortes durch die Nassauische Regierung gehörte, unter Herzog Wilhelm, die Erhebung zum Amtssitz und 1818 zur Stadt, bauliche Maßnahmen waren die Anlage guter Verbindungsstraßen in die Region, der Bau des Stahlbadehauses 1828 und neue Brunnenbohrungen (der neue Paulinenbrunnen wurde nach der Gattin des Herzogs benannt). Weitere Verbesserungen erfolgten unter seinem Nachfolger Herzog Adolph.
Publikationen steigerten die Bekanntheit des Taunusbades, das Erscheinen einer englischen Beschreibung von Sir Francis Head in London 1833 zog einen großen Zustrom englischer Kurgäste nach sich, für die 1875 eigens die englische Kirche eingeweiht wurde. Dazu kam um die Mitte des 19. Jahrhunderts russischer und französischer Hochadel. 1844 wurde die Zahl der Kurgäste insgesamt mit 2256 angegeben, 1865 zählte man etwa 5000 Gäste, ein Drittel davon Ausländer, bei 2700 Einwohnern; 1911 sind über 7000 Kurgäste verzeichnet.

Als neue Bauten entstanden 1865 die Badeanstalt zum Lindenbrunnen für Moorbäder, 1882 die Erweiterung des Stahlbadehauses, das 1879 eröffnete Kurhaus, 1905 das Moorbadehaus. Im 19. Jahrhundert nahm der Mineralwasserversand einen Umfang von bis zu 160 000 Tonkrügen, später Flaschen, im Jahr an. Der letzte Versand fand 1929 statt. Mit dem Ersten Weltkrieg endete die Epoche als Weltbad.
Die folgende Periode ist gekennzeichnet durch den Bau des Kurhotels 1930 und die Verstaatlichung der Kureinrichtungen. Während der Weltkriege wurden in Kurgebäuden und Hotels Lazarette eingerichtet, einige dienten den Besatzungsmächten (das Kurhotel bis 1955) als Unterkunft. Es folgte die Umstrukturierung des Kursektors zum Heil- und Sozialbad mit neuerlichem Aufschwung in den 1950er Jahren, der seinen baulichen Ausdruck im Neubau der Wandelhalle 1954 fand.

Das Stadtgebiet wurde durch Neubauten und Kliniken erheblich erweitert. 1978 stand die Einwohnerzahl von rund 10 000 einem Kurgastaufkommen von etwa 20 000 gegenüber, 1992 lag die Einwohnerzahl in der Kernstadt bei 7500.

Bauliche Entwicklung und Ortsstruktur
Spätmittelalter
Die spätmittelalterliche Siedlung beschreibt Genth 1858: „Vor … der Mitte des 16. Jahrhunderts war Schwalbach ein aus ungefähr 100 Gebäuden bestehendes unansehnliches Dörfchen, welches zum größten Theile zwischen der Aar und der … unteren Kirche, sowie dem Heimbachthale lag. Oberhalb der Kirche befanden sich nur wenige Häuser.“ Möglicherweise hatte sich der Ort, den die früheste Darstellung von Dilich 1605 zeigt, schon früher entlang des Schwalbaches in Richtung Rödelbach und Menzebach entwickelt. Der 1352 genannte Name Langinswalbach deutet auf eine erhebliche Längenausdehnung bereits im Mittelalter hin.

17. Jahrhundert
Das Bekanntwerden der Quellen und der Zustrom von Kurgästen führte seit dem 16. Jahrhundert zu reger Bautätigkeit. Noch 1584 hatte Kurfürst August von Sachsen in Eltville Wohnung genommen und sich das Heilwasser dorthin bringen lassen, da am Ort keine gemäße Unterkunft zu erhalten war.

„Unter Moritz (I. von Hessen-Kassel) 25jähriger Regierung wuchs Schwalbach äußerst rasch, und zwar nach zwei Seiten hin. Auf der einen Seite bildete der Brodelbrunnen den Mittelpunkt der Häusergruppe, auf der anderen das landgräfliche Schloss, sowie der Weinbrunnen. Beide Theile - als Unter- und Oberflecken bezeichnet - blieben lange Zeit vollkommen getrennt, bis sie sich zu Anfang des 18. Jahrhunderts allmählich näherten und endlich vereinigten. Zu Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts war der Hauptverkehr in dem unteren Flecken, wo die zahlreichsten und schönsten Wohnungen für die Kurgäste, sowie zwei kleine Badhäuser sich fanden. Die meisten Bauten aus damaliger Zeit stehen jetzt noch. Sie zeichnen sich aus durch ihre altdeutsche Bauart mit hohen Giebeln und Schnitzwerk, und verrathen uns zum großen Theile ihre Entstehungszeit durch eingeschnittene Jahreszahlen.“ (Genth 1858)

Georg II. von Hessen-Darmstadt ließ, neben der Verbesserung der Wege und Erweiterung der Spaziergänge, „jedem Einwohner, so Brunnengäste zu beherbergen gewillet, gnädig anbefehlen …. Daß er sein Hauß oder Logiament mit einem sonderlichen heraußhangenden Schild Symbolisire unnd bezeichne, welches fürwar ein viel faltig nützliches Werk ist.“ (Hörnigt 1658)

Die besuchtesten Logier-Häuser waren die drei Jungfrauen, die Bretzel, der Rebstock, die Glocke, die Sonne, der Riesen, der weiße Schwan, der Mond, der Bär, die Rose, der goldene Schwan, die Krone, der Adler, der Hecht und der Karpfen. Nach Erbauung des landgräflichen Schlosses zog sich der Verkehr während der Sommermonate sehr bald zum großen Theile in den Oberflecken, der sich in zwei Richtungen rasch vergrößerte, von dem Schlosse nach der Münzbach zu abwärts, sowie längs der letzteren gegen den Weinbrunnen hin. Auch in der nach dem Stahlbrunnen führenden Straße entstanden einige wenige Häuser.
Die ansehnlichsten Gebäude in diesem Theile des Orts waren zu damaliger Zeit - nächst dem Schlosse - die Kette, ein sehr renommirter Gasthof, der sich durch seine mit Galerien und Erkern versehene Bauart auszeichnete; sodann zwischen ihr und dem Schlosse auf der Nordseite der Straße: die Gerste, Stadt Worms, das weiße Roß, der Greiff. An letztere stieß die Kapelle - gegenwärtig der Weidenhof. In der Straße nach dem Weinbrunnen fand sich: der Engel, die Rose, der Anker, die Taube, und in der nach dem Stahlbrunnen zu: der güldene Ring und die drei Römer; unterhalb der Kette: die Wage, der grüne Wald und die gegenüberliegenden drei Kronen, der rothe Kopf, das güldene Lamm, die drei Könige und die Stadt Frankfurt.

Diese Phase ist im Stich von Merian von 1631 festgehalten. Er zeigt im Vordergrund den Oberflecken mit dem landgräflichen Schloss im damaligen Zustand mit Hauptbau und zwei Ecktürmen, die im 18. Jahrhundert entfernte Kapelle, außerdem zahlreiche Fachwerkbauten. Auffallend das Gasthaus zur Kette (?) als aufwendiger Bau mit geschweiften Renaissance-Giebeln; ähnliche Beispiele sind heute am Ort nicht mehr, vergleichbare nur in Idstein erhalten.
Der Unterflecken, noch durch Gärten abgetrennt, zeigt sich mit viereckigem Brodelbrunnenplatz und bereits bebauter Erbsengasse. Die heutige Adolfstraße ist mit offenem, durch zahlreiche Brücken überspanntem Lauf des Münz- oder Menzebaches kenntlich. Der in Stein gefasste Weinbrunnen mit steinerner Sitzbank und Laubdach liegt noch außerhalb der Bebauung. 1677 entstand, unterstützt durch landgräfliche Privilegien, als großes Gasthaus mit Spielsaal und Lesekabinett der spätere Kaisersaal in der heutigen Kirchstraße; als Vorstufe eines Kurhauses bildete er den Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens.

18. Jahrhundert
Der Dreißigjährige Krieg scheint hier relativ geringe Folgen nach sich gezogen zu haben, jedoch zerstörte 1632 ein Brand im Unterflecken etwa 50 Häuser, die dann im oberen Ortsbereich wieder aufgebaut wurden und zur Schwerpunktverlagerung in Richtung Oberflecken beitrugen, wie sie in Stichen von 1728 bzw. 1786 durch Kartierung und Auflistung aller Bauten dokumentiert ist.
1782 soll Schwalbach aus 250 Wohnhäusern und 1500 Seelen bestanden haben. Von 97 namentlich aufgeführten Bauten des Jahres 1786 sind heute noch ca. 10 (Schloss, katholisches Pfarrhaus, reformierte Kirche, Stadt Frankfurt, Engel, Rebstock, Glocke, Weißer Schwan, Bär, Güldener Schwan oder Adler) weitgehend, einige weitere (Waage, Reichskrone, Zwei Schwerter, Mohr, roter Ochse? u. a.) stark verändert, unkenntlich oder ohne traditionellen Namen erhalten.

Der Weinbrunnen erhielt eine aufwendige Ausstattung in Form eines winkelförmigen, teils zweigeschossigen Fachwerkgebäudes, das einen offenen Laubengang als Trinkhalle, die Brunnenmeisterwohnung und eine Musikempore enthielt. Die Brunnenfassung mit Steinbalustrade von 1694 besaß einen inschriftlich bezeichneten Judenplatz. Dazu kamen Läden, Krughäuschen, die Kegelbahn von 1773 und weitere Nebengebäude.
Der ebenfalls schon steingefasste Stahlbrunnen wurde erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch einen Pavillon mit Kolonnaden ergänzt. Unweit der Brunnen stand das Comödienhaus.
Die bereits vor 1700 angelegten Alleen aus Hainbuchen und Pappeln, im 18. Jahrhundert ins Stahlbrunnental ausgedehnt, sind Anfänge des heutigen Kurparks (Parkweg), der ehemalige Holzweg (Martha-von-Opel-Weg) war unbebaut. Die Reitallee enstand als befahrbarer Weg vom Schloss zum Wald.

19. Jahrhundert
Nach der Stagnation um die Wende zum 19. Jahrhundert erfolgten, ab 1816 unter nassauischer Regierung, bald neue Ausbaumaßnahmen: 1810 Deckung des Bachlaufes in der Brunnengasse, Pflasterung und Neuanlage verschiedener Straßen (Am Kurpark); 1819 Straßenbeleuchtung; Verbesserung der regionalen Verkehrswege; 1850 Umwandlung von Gärten in Kuranlagen mit Anlegung des Weihers. Wichtige Bauten dieser Zeit: Stahlbadehaus (1828), Badehaus am Lindenbrunnen (1865), englische Kirche (1875), Kurhaus (1878). Große Hotels: Alleesaal (1820), Herzog von Nassau (1834/1908), Pariser Hof/Metropole (1830/1880); Schule (1832, sog. Hufeisenschule). Diese Gebäude sind überwiegend nicht erhalten.
Das Kurviertel entstand im Halbkreis um den Park mit seinen Kureinrichtungen. Dazu kamen neue Gebiete mit villenartiger Bebauung (Gartenfeldstraße). Wein- und Stahlbrunnen-Überdachung (1860), die Trinkhalle (1870) sowie Wandelhallen und -gänge wurden als Eisenkonstruktionen errichtet. Die Eröffnung der Bahnverbindung nach Wiesbaden fand 1889 statt. Letzte noch dieser Epoche zuzurechnende Baumaßnahmen waren das Moorbadehaus 1905 und die katholische Pfarrkirche 1916.

20. Jahrhundert
Während sich die verschiedenen Entwicklungsperioden im Ortsgrundriss noch ablesen lassen, sind sie im Stadtbild kaum nachvollziehbar. Vielfach überformte historische Gebäude wurden ihres ursprünglichen Aussehens beraubt, wichtige stadtbildprägende Bauten entfernt oder durch unmaßstäbliche Neubauten ersetzt, wodurch das Ortsbild oft unhomogen oder lückenhaft wirkt.
Die Brunnen des Unterfleckens (Brodel- und Lindenbrunnen) sind, nach modernen Gestaltungsversuchen, kaum mehr im Stadtbild präsent. Auffallend ist weiterhin das Fehlen jener „überflüssigen“ Zierarchitekturen, die den spezifischen Charakter eines Kurortes ausmachten, so der zahlreichen, auf älteren Darstellungen abgebildeten Pavillons, Garten- und Lusthäuser in den Grünanlagen der Villen und Hotels.

Eklatant fällt beim Vergleich mit historischen Aufnahmen die flächendeckende Reduktion und Demontage der überwiegend klassizistisch bis gründerzeitlich geprägten Fassaden durch sukzessive Entfernung ursprünglicher Zier- und Gliederungselemente (insbesondere Fensteraustausch) auf.
Auch überkamen nur wenige der historischen Namen von Gasthäusern und Hotels, die, in ihrem Wandel vom Traditionell-Bodenständigen (Zum Hecht, Zum grünen Baum) über den Regionalbezug (Stadt Frankfurt, Stadt Hanau) zum Internationalen (Petersburger Hof, Hotel des Postes, Eton House) und Weltläufigen (Metropole, Tivoli) die Entwicklung der örtlichen Badekultur nachvollzogen.
Die nach der Umstrukturierung des Kurwesens vorwiegend in den 1960er und 1970er Jahren neu errichteten modernen Klinik- und Sozialbauten treten, wo sie außerhalb der historischen Ortsgrenzen (im Rödelbachtal) errichtet wurden, optisch weniger in Erscheinung; die Neubauten im Bereich von Reitallee und Parkstraße fügen sich kaum in den vorgegeben städtebaulichen Kontext ein.

Neben der Kur trat in Bad Schwalbach besonders die Funktion als Verwaltungssitz des Kreises in den Vordergrund.

Kulturdenkmale (Auswahl) (LfDH, online)
  • Gesamtanlage Adolfstraße/Kirchstraße: Adolfsstraße 1-105 (Nordseite), 22-32, 44-88 (Südseite), Am Kurpark 10, 12, Kirchstraße 1-12, Schmidtberg1-5; Bebauung der Adolf- und Kirchstraße im Bereich des ehemaligen Oberfleckens bis zur Einmündung Schmidtberg; Bauten verschiedener Epochen des Kurbades aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg bis in das 20. Jahrhundert hinein; prägnanteste Einzelbauten sind das Rotenburger Schlösschen (Am Kurpark 12) und die katholische Pfarrkirche St. Elisabeth (Am Kurpark 10), ferner historische Logierhäuser, so z.B. in der Adolfstr. 3 das Haus „Stadt Frankfurt“
  • Gesamtanlage Bahnhofstraße: Bahnhofstraße 12-34 (Südostseite); Wohnhausbebauung aus der Zeit zwischen 1898 und 1934
  • Gesamtanlage Gartenfeldstraße: Gartenfeldstraße 1-7, 9-15, 23, 25 (Nordwestseite); 18, 22-32 (Südostseite); Villenbebauung (2. Hälfte des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts) in bevorzugter Lage am Südosthang oberhalb der Adolfstraße mit Aussicht über das Schwalbachtal
  • Gesamtanlage Grebert-Straße: Grebert-Straße 1-4; um 1925 für die Angehörigen der englischen Besatzungsmacht errichtete Mehrfamilienhausbebauung
  • Gesamtanlage Kurviertel: Badweg 1-8, Brunnenberg 1, 3, 3a, Brunnenstraße 20 (Stahlbadehaus), 26, 28; 33-55 (Ostseite), Goetheplatz 1-7, Goetheweg 1 (Neuapostolische Kirche, ehemalige Englische Kirche, 1868-1875), Koblenzer Straße 2-20 (Nordseite), 7, Parkstraße 1a-5, Reitallee 6-14, Rheinstraße 1-6; im Laufe des 19. Jahrhunderts entstandene Randbebauung des Kurparks
  • Goetheplatz 4: Kurhaus, erbaut 1873-79
  • Kurpark in den Talniederungen des Rödel- und Menzebaches, mit baulichen Ausstattungselementen wie z.B. Herzog-Adolf-Tempel, Pavillons, Wein- und Stahlbrunnen, Golfhaus u.v.m.
  • Parkstraße 12: Moorbadehaus, erbaut 1903-1905
  • Mühlweg/Am Schänzchen: Jüdischer Friedhof des 19. Jahrhunderts; bis 1938 belegt
  • Auf der Platte: Elisabethentempel; Schutzhütte südöstlich des Kurviertels auf einer bewaldeten Anhöhe
Wichtige verlorene Bauten (LfDH 2003, S. 87-159):
  • Adolfstraße 10, Gasthaus Grüner Wald, dreigeschossiges Fachwerkhaus des 17. Jahrhunderts, qualitätvolles Zierfachwerk mit reicher Schnitzerei der Eckpfosten, im Inneren Stuckdecken; Abbruch 1967
  • Adolfstraße/Jahnplatz, sogenannte Hufeisenschule, erbaut 1832, klassizistischer Putzbau mit Walmdach auf U-förmigem Grundriss, Abbruch 1984; Schulgebäude von 1896 mit Feuerwehrhaus, historistischer Backsteinbau mit Treppengiebeln und Türmchen, Abbruch 1981
  • Adolfstraße 42, Badehaus am Lindenbrunnen, Abbruch 1973
  • Adolfstraße 71, Alte Rezeptur (1728 Zum Falken, 1786 Zum römischen Kaiser), voluminöser verputzter Barockbau mit Mansard-Zwerchgiebel, Rundbogenportal mit hervorragender geschnitzter Tür; Abbruch 1972
  • Adolfstraße 106, 1605 Drei Kronen, 1786 Zur Reichskrone, Abbruch 1980, Neubau unter Verwendung von Zierfachwerkfragmenten
  • Badweg 4, Hotel Friedeck, verputzte Bädervilla von 1871, Abbruch und Neubau 1992
  • Goetheplatz 2, ehem. Hotel de la Promenade/Alleesaal mit Gartenanlage und Arkaden, Teilabbruch 1934
  • Am Kurpark 6 (neben kath. Pfarrkirche), Hotel Herzog von Nassau, 1834, Um- und Neubau 1908, Abbruch 1983
  • Reitallee, Hotel Metropole zunächst Pariser Hof von 1830, mit zugehörigen, nach 1880 errichteten Gebäuden Villa Metropole, Eton House, Villa Hohenzollern, Villa Bristol; Brunnenüberdachungen und Kolonnaden des 19. Jahrhunderts, Trinkhalle von 1870 (1932 niedergelegt), überwiegend Gusseisenkonstruktionen, in diesem Jahrhundert entfernt, teilweise durch Neubauten ersetzt; hölzerne Wandelgänge fanden vorübergehend Wiederverwendung im Wirtsgarten der Burg Crass, Eltville, dort jedoch nicht erhalten
(Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 2012)

Internet
denkxweb.denkmalpflege-hessen.de: LfDH, online (abgerufen 28.08.2012)

Literatur

Genth, Adolph (1973)
Kulturgeschichte der Stadt Bad Schwalbach (Nachdruck der Ausgabe von 1858). Wiesbaden.
Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2003)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis II. (Altkreis Untertaunus). Wiesbaden.

Bad Schwalbach, Kernstadt

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1352
Koordinate WGS84
50° 08′ 21,6″ N, 8° 04′ 4,81″ O / 50.13933°, 8.068°
Koordinate UTM
32U 433400.25 5554538.31
Koordinate Gauss/Krüger
3433448.61 5556320.72

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„Bad Schwalbach, Kernstadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-FR-20091002-0003 (Abgerufen: 19. Oktober 2017)
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