Panrod

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Aarbergen, Burgschwalbach, Hohenstein (Hessen), Hünfelden, Hünstetten, Kaltenholzhausen
Kreis(e): Limburg-Weilburg, Rheingau-Taunus-Kreis, Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Hessen, Rheinland-Pfalz
Panrod, in frühen Urkunden um 1280 u.a. auch als Rodde pannenstil bezeichnet, gehörte im frühen Mittelalter zur Pfarrei Bergen bei Niederbrechen. Das Dorf Bergen wurde im Dreißigjährigen Krieg vernichtet, nur die Kirche blieb erhalten (heute Friedhofskapelle Werschau). Sie soll als bauliches Vorbild für die Panroder Kirche gedient haben. Jedoch weist auch die alte Pfarrkirche Michelbach Ähnlichkeiten auf; gemeinsam sind die gedrungene Form mit wehrhaftem Turm und an diesen später angebaute Sakristei.
1320 erlaubte Erzbischof Balduin von Trier die Errichtung einer der Jungfrau Maria geweihten Kirche in Panrod mit eigener Pfarrei. Der Pfarrsatz lag auch noch nach der Reformation, bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, beim Stift St. Georgen in Limburg. Das Gericht in Panrod gehörte zur Grafschaft Diez, dann nach Katzenelnbogen; schließlich kam der Ort zum Amt Burgschwälbach und 1536 an Nassau-Saarbrücken.

Die Erwerbsmöglichkeiten lagen hauptsächlich in Landwirtschaft und Viehzucht, da der Einzugsbereich der Passavant-Werke zunächst wohl nicht bis nach Panrod reichte, blieb das Bevölkerungswachstum in den letzten 100 Jahren eher gering, die Zahl von etwa 280 Einwohnern um 1800 stieg bis 1992 auf rund 650.
Das Ortsbild wird auch heute noch durch große bäuerliche Höfe bestimmt, die jedoch größtenteils modern überformt sind. Die Ortsdurchfahrt (heute Palmbachstraße) folgt dem gewundenen Verlauf des überbauten Daisbaches. Die Dominanz der ehemaligen Wehrkirche über den im Tal gelegenen Ortskern wird durch neue, höhergelegene Bebauung beeinträchtigt. Nach Entfernung des alten Pfarrhauses, von Teilen der Kirchhofmauer und Bewuchs des Kirchhofes sowie Erweiterung der umgebenden Straßen wirkt die kleine Kirche isoliert.

(Hessisches Landesamt für Denkmalpflege, 2001)

Literatur

Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2003)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis II. (Altkreis Untertaunus). 72, Wiesbaden.

Panrod

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1280
Koordinate WGS84
50° 15′ 35,98″ N, 8° 07′ 51,98″ O / 50.25999°, 8.13111°
Koordinate UTM
32U 438065.81 5567899.73
Koordinate Gauss/Krüger
3438115.95 5569687.48

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„Panrod”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-FR-20090929-0006 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
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