Michelbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Aarbergen, Eisighofen, Heidenrod, Hohenstein (Hessen), Reckenroth
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis, Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Hessen, Rheinland-Pfalz
Michelbach erscheint erstmalig 1184 in einer Schutzurkunde des Papstes für das Kloster Bleidenstadt als zu dessen Besitz gehörig. In diese Zeit dürfte auch der Bau der romanischen alten Pfarrkirche fallen. 1260 wird Michelbach in einer katzenelnbogischen Urkunde erwähnt. Im 14. Jahrhundert ist ein im Dienste der Grafen von Nassau stehender Ortsadel (Thielmann und Heinrich von Michelbach) bekannt. Ein eigenes Gericht scheint schon länger bestanden zu haben, die nach Überlieferung 800jährige Linde (der heutige Baum soll im 18. Jahrhundert gepflanzt worden sein) an der alten Kirche deutet auf einen Gerichtsort hin.

Eine Pfarrei ist seit dem 15. Jahrhundert aktenkundig. Auch nach Einführung der Reformation zu Beginn des 16. Jahrhunderts durch den Grafen von Nassau-Idstein blieb das Recht des Pfarrsatzes bis Anfang des 18. Jahrhunderts beim Bleidenstädter Abt. Ein Schüler Philipp Melanchthons, Melchior Christian, wirkte 1564 - 1595 als Pfarrer in Michelbach. Seit 1594 gab es eine dorfeigene Schule.

Im ausgehenden Mittelalter lag aufgrund karger Böden der landwirtschaftliche Schwerpunkt auf der Schafzucht, die Leinen- und Wolltuchherstellung spielte eine wichtige Rolle. Seit dem 14. Jahrhundert werden Mühlen am Ort erwähnt.

Ein entscheidender wirtschaftlicher Wandel trat nach dem Dreißigjährigen Krieg mit der Gründung der Michelbacher Eisenhütte 1652 durch Graf Johann von Nassau-Idstein ein. Nach der Übernahme durch Passavant 1885 wurde der Betrieb zum bestimmenden Wirtschaftsfaktor für die umliegenden Gemeinden. Die Einwohnerzahl von etwa 300 um 1800 stieg auf über 2400 im Jahr 1992.

Die landschaftliche Situation der Siedlung am Zusammenfluß von Michelbach und Aar wird beherrscht von einer Anhöhe, die den Standort der alten Wehrkirche und der jüngeren Pfarrkirche bildet. Der Ortskern befindet sich unterhalb, über dem Michelbachtal. Von der alten, landwirtschaftlich geprägten Ortsstruktur hat sich aufgrund des früh einsetzenden Strukturwandels wenig erhalten.

(Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 2009)

Literatur

Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2003)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis II. (Altkreis Untertaunus). 65, Wiesbaden.

Michelbach

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1184
Koordinate WGS84
50° 13′ 44,08″ N, 8° 03′ 43,49″ O / 50.22891°, 8.06208°
Koordinate UTM
32U 433102.22 5564503.47
Koordinate Gauss/Krüger
3433150.42 5566289.83

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„Michelbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-FR-20090929-0005 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
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