Ransel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Dörscheid, Kaub, Lorch (Hessen), Sauerthal
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis, Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Hessen, Rheinland-Pfalz
Historische Siedlungsentwicklung
Auf einem Hochplateau zwischen Sauer- und Werkbachtal liegt Ransel an der ehemaligen Grenze nach Kurpfalz, heute Rheinland-Pfalz. Es wird erstmalig 1187 als Ramsel erwähnt. Zu dieser Zeit besaß das Erzstift Mainz hier einen Hof, der zeitweise zum Besitztum des Grafen Ruprecht von Nassau gehörte, aber um die Mitte des 13. Jahrhunderts an den Erzbischof von Mainz zurückgelangte.

Nachdem Ransel kirchlich lange zu Lorch gehört hatte und zeitweise durch das Kloster Schönau mitbetreut worden war, wurde es 1653 Pfarrei, zu der als Filiale Wollmerschied gehörte und 1672 (75?) Espenschied hinzukam. Die heute noch bestehende Kirche wurde um 1748 geweiht.

1675 trennnte Ransel seine Waldmark von der Wollmerschieds, 1767 von der Lorchs. Seit 1765 ist ein eigenes Gerichtssiegel bezeugt. Um 1700 lebten 17 Bürger und 5 Beisassen, also rund 100 Einwohner in Ransel. 1738 stellte die Pfarrvisitation 193 Einwohner fest, 1783 wohnten 54 Familien (214 Einwohner) in 50 Häusern. Schwierige Lebensbedingungen und das dadurch bedingte geringe Wachstum des Ortes prägten die Entwicklung von Ransel. Auch hundert Jahre später hatte sich an der Situation wenig geändert.
1820 wurden 255 Einwohner, 1960 415 Einwohner gezählt. Heute (1999) leben 550 Einwohner in Ransel.

Ortsentwicklung - Ortsbild
Nachdem 1714 ein Brand die meisten Häuser vernichtet hatte, erfolgte der Wiederaufbau mit relativ einheitlichen Fachwerkhofreiten. Der Ortskern gruppiert sich im wesentlichen um das Dreieck aus Taunusstraße, Kirchstraße und Oberstraße; den Endpunkt bildet die am Nordrand gelegene Kirche mit Kirchhof. Bis 1803 stellte die Landstraße, heute Taunusstraße, die Grenze zum kurpfälzischen Amt Kaub und damit auch die westliche Begrenzung des Dorfes dar. Ein Plan von 1758 zeigt den an der Kirchstraße gelegenen Ortskern mit Kirche, Baumgürtel und Banngärten jenseits der Grenze; außerdem an den Wegegabelungen eine Kapelle und eine Bildstock, an der Landstraße südlich des Ortes ein Kreuz.

Die aufgrund der nicht sehr ertragreichen Landwirtschaft entstandenen Hofformen entsprechen den im Taunus üblichen Bauerngehöften. Neben den üblichen dreizonigen Wohnhäusern mit getrennt stehenden Wirtschaftsgebäuden finden sich auch zweizonige mit angebauter Scheune (Typ des Einhauses). Ein der Taunusregion zugehöriges Charakteristikum sind die geschnitzten Torsturzbalken der Scheunen.

Trotz weitgehend erhaltener Bebauungstruktur ist ein einheitlicher Eindruck der Bebauung nicht in reiner Form erhalten. Zwar dominieren gegenwärtig noch die Schieferflächen, jedoch findet ein schleichender Ortsbildwandel durch fortschreitenden Ersatz traditioneller Materialien und Fassadenfassungen statt.

Literatur

Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2013)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis I. (Altkreis Rheingau). Wiesbaden.

Ransel

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1187
Koordinate WGS84
50° 05′ 45,09″ N, 7° 51′ 4,98″ O / 50.09586°, 7.85138°
Koordinate UTM
32U 417846.84 5549920.41
Koordinate Gauss/Krüger
3417889.05 5551700.9

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„Ransel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-CU-20091107-0005 (Abgerufen: 22. September 2017)
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