Espenschied

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Geisenheim, Lorch (Hessen), Rüdesheim am Rhein, Welterod
Kreis(e): Rheingau-Taunus-Kreis, Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Hessen, Rheinland-Pfalz
Historische Siedlungsentwicklung
Die Gemeinde liegt auf einem Plateau in 405 bis 460 m Höhe nördlich des Wispertales und damit außerhalb der alten Grenze des Rheingauer Gebücks. Ringwälle und Hügelgräber weisen auf eine frühe Besiedlung der Gemarkung hin. Der Name des Dorfes Espelscheid wird erstmalig 1187 in einem Verzeichnis der durch Erzbischof Konrad von Ruprecht von Nassau zurückgewonnenen Besitztümer erwähnt. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts hat Konrad von Rüdesheim, genannt vom Markt, das Dorf von den Herren von Eppstein zu Lehen.Die in der Nähe im Wispertal gelegene, 1390 genannte Lauksburg bildete mit Espenschied zusammen eine Grundherrschaft, die bis um 1575 als kurmainzisches Lehen vergeben wurde. Erst seit 1659 war Espenschied formell zum Rheingau gehörig. Die Gerichtsbarkeit lag bei Lorch. Eine Schultheiß, in dessen Haus gleichzeitig Schule war, wird seit 1656 erwähnt.

Auch kirchlich war Espenschied zunächst eine Filiale von Lorch, seit 1573 wird es als Pfarrei bezeichnet. 1652/53 entstand eine eigene Kirche als Filialkirche der Pfarrei Kloster Schönau, 1675 zählte der Ort zur Pfarrei Ransel, 1824 zur neuen Pfarrei Schönau. Die heutige Kirche wurde 1746 erbaut und 1748 geweiht.

Die Zahl der Einwohner war Schwankungen unterworfen. So wurden um 1700 8 Bürger (Familienvorstände) gezählt, 1738 175 Einwohner, 1783 dagegen nur 126 Einwohner in 35 Häusern. Es folgte ein stetiges Wachstum mit rund 300 Einwohnern um die Mitte des 19. Jahrhunderts und einem Höchststand von 600 Einwohnern 1945. 1960 dagegen war die Zahl wieder unter 300 gesunken, um erneut auf rund 530 Einwohner im Jahr 1992 anzusteigen.

Die Lebensgrundlage bildeten Landwirtschaft und Waldnutzung sowie Schieferabbau. Im 18. Jahrhundert wurde im Werkerbachtal der Werkerstahlbrunnen betrieben. Neben der Laukenmühle bei der Lauksburg existierte eine weitere Mühle bei der (zu Lorch gehörigen) Kammerburg. Die 1559 wiederaufgebaute, durch das Erzstift Mainz genutzte Kammerburger Mühle wurde 1895 abgebrochen.
Der Ausbau der Verkehrswege – die Chaussee Lorch-Geroldstein wurde 1857-1862, die Chaussee nach Espenschied 1887-1892 fertiggestellt – verbesserte die Anbindung an die Nachbarorte und den Durchgangsverkehr als Grundlage des Gastgewerbes. An der Laukenmühle wurde um 1870 eine Gastwirtschaft eröffnet, seit 1974 ist Espenschied staatlich anerkannter Luftkurort, der Fremdenverkehr war seither ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

(Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 2010)

Literatur

Söder, Dagmar / Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) (Hrsg.) (2013)
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen: Rheingau-Taunus-Kreis I. (Altkreis Rheingau). Wiesbaden.

Espenschied

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1187
Koordinate WGS84
50° 06′ 10,57″ N, 7° 53′ 50,89″ O / 50.10294°, 7.89747°
Koordinate UTM
32U 421154.52 5550657.82
Koordinate Gauss/Krüger
3421198.04 5552438.62

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„Espenschied”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/P-CU-20091107-0002 (Abgerufen: 20. Oktober 2017)
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