Seidenweberei Colsmann, Einzelgebäude in Kupferdreh

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Der Fabrikbau ist eine Kombination aus mehreren Gebäudekörpern und Funktionen. Dominant zum ehemaligen Ort ausgerichtet, heute jedoch durch die vorbeiführende, in Dammlage erbaute Schnellstraße eingeengt, erhebt sich nach Osten ein zwei- bis dreistöckiger Geschossbau. Dahinter erstreckt sich für die Webstühle eine weite Shedhalle mit 13 Schiffen. In der asymmetrisch gestalteten Front des Vorderflügels mit Treppenturm im Norden und knapp vorspringendem Mittelrisalit ist die Südecke durch einen ursprünglich dreigeschossigen, später um ein Geschoss erhöhten Bürotrakt betont. Zum Bürotrakt führt von der Seitenfront eine sechsstufige Freitreppe zu einem in Formen der Deutschen Renaissance gestalteten Eingang. Daneben befindet sich der als Loggia ausgebildete Haupteingang zur Fabrikhalle. Die angrenzenden Shedhallen verbergen sich hinter einer der Hauptansicht vergleichbaren Backsteinfassade. Hier wie auch für die Hauptfront ist dem eigentlichen Baukörper eine Attikazone aufgesetzt. Diese Attikazone dient in dieser Südansicht zur Verdeckung der Sheddächer. Die Architektur der Backsteinfassaden wird geprägt durch Wandvorlagen mit stilisierter Kapitellausbildung und segmentbogigen Fenstern mit Schlusssteinen aus Ruhrsandstein. An der Rückseite der Fabrikhalle wird der Maschinensaal durch eine Folge von vier schmalen Giebelfeldern angezeigt. Daneben ist das Kesselhaus mit Schornstein erhalten. Gegenüber von Kessel- und Maschinenhaus gibt es eine Zeile mit Werkstattbauten, teilweise in Holzfachwerk.

In beeindruckender Weise wird das Thema der Fachwerkarchitektur auch zur Gestaltung des an der Straße hoch aufragenden Sozial- und Konsumgebäudes verwendet. Der viergeschossige Bau mit lebendiger Dachlandschaft ist im Ober- und Dachgeschoss mit reichgestaltetem Holzfachwerk versehen. Während das Erdgeschoss ganz mit Naturstein verblendet ist, sind die Hauptgeschosse in Ziegelarchitektur gestaltet. Unterschiedliche Fensterformen mit großen Fenstern zur Straße unterstreichen die Vielgestaltigkeit des Bauwerks. Eine Fachwerkhalle schließt sich rückseitig an das Sozial- und Konsumgebäude an.
(Walter Buschmann, 2010)

Literatur

Busch, Johann Rainer (2008)
Kupferdreh und seine Geschichte als Teil der Ruhr.2010 Kulturhauptstadt Europas (hrsg. von der Bürgerschaft Kupferdreh). Essen.
Busch, Johann Rainer (2003)
Kupferdreher Denkmalpfad: Ein Wanderführer zu den historischen Stätten in Kupferdreh (hrsg. von der Bürgerschaft Kupferdreh). Essen.
Busch, Johann Rainer (1996)
Kupferdreher Chronik. 100 Jahre Bürgerschaft Kupferdreh e.V.. (Kupferdreher Hefte - Beiträge zur Geschichte unserer Heimat, Heft 3.) Essen.
Evers, Georg (1954)
150 Jahre Gebrüder Colsmann, Essen-Kupferdreh. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Seidenweberei. Lüdenscheid.

Seidenweberei Colsmann, Einzelgebäude in Kupferdreh

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1886
Koordinate WGS84
51° 23′ 48,19″ N, 7° 04′ 56,68″ O / 51.39672°, 7.08241°
Koordinate UTM
32U 366599.69 5695687.84
Koordinate Gauss/Krüger
2575374.96 5696338.43

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Seidenweberei Colsmann, Einzelgebäude in Kupferdreh”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-WBuschmann-20100331-0100 (Abgerufen: 17. November 2017)
Seitenanfang