Blaufarbenfabrik in Heidhausen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
1773 hatte der Kaufmann Offermann aus Velbert im Hespertal eine Blaufarbenfabrik errichtet. In einer Farbenmühle wurde aus Kobalterzen und Alaun „Schmalte“ produziert. Dieses aus kieselsaurem Kali und kieselsaurem Kobaltoydul bestehende blaue Glas wurde gemahlen und diente in den Porzellanmanufakturen als Unterglasurfarbe. Lange Zeit bezog die Delfter Tonwarenindustrie Kobaltblau auch aus dem Hespertal. Kobaltblau wurde aber auch zur Färbung von Stoffen und Papier verwendet. Das als Rohmaterial notwendige Kobalt kam aus dem Wittensteiner Land, das Alaun aus Lagerstätten des Hespertales, besonders aus der Grube „Aurora“ in Hefel. Um 1800 beschäftigte das Werk 8 bis 10 ständige Mitarbeiter und im Vollbetrieb bis zu 40 Mann. Das Werk war bis 1854 in Betrieb. Die Gebäude wurden dann überwiegend zu Wohnzwecken genutzt.
In einer Gruppe von drei Gebäuden dominiert das hoch aufragende, in Hanglage errichtet, 2 bis 3-geschossige Werksgebäude. Der Bau trägt in Ankersplinten die Jahreszahl 1797. Die Untergeschosse sind in Bruchstein gemauert, das Obergeschoß in Fachwerk aufgesetzt. Bekrönt wird der Bau durch ein hohes Krüppelwalmdach. Die Rechteckfenster in den beiden Bruchsteingeschossen sind mit scharriertem, überwiegend verputztem Werkstein eingefasst. In den dreiachsigen Trauffassaden gibt es an jeder Hausseite einen mittigen Hauszugang. An der nördliche Giebelseite fließt vom Hang kommend der Rosenbach am Haus vorbei und hat die in den 1970er Jahren im Untergeschoss noch vorhandenen massiven Becken mit Frischwasser versorgt. Der Bach verläuft vor dem Haus und unter der Straße unterirdisch und mündet dann in den Hesperbach.

(Walter Buschmann, 2010)

Literatur

Dickhoff, Erwin (1979)
Essener Straßen - Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen. Essen.
Hagedorn, Dirk / Leitsch, Joachim / Verein zur Erhaltung der Hespertalbahn e.V. (Hrsg.) (2008)
Kohle, Kalk und Erze. Die Geschichte der Hespertalbahn (2. erw. Auflage). Essen.
Kohlhoff, Ralf (1985)
Industrieentwicklung im Hespertal (Hausarbeit erste Staatsprüfung des Lehramt Sek. 1, Fachbereich 9: Geographie). o. O.

Blaufarbenfabrik in Heidhausen

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1773
Koordinate WGS84
51° 22′ 29,18″ N, 7° 02′ 18,19″ O / 51.37477°, 7.03839°
Koordinate UTM
32U 363472.03 5693328.47
Koordinate Gauss/Krüger
2572345.73 5693852.48

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„Blaufarbenfabrik in Heidhausen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-WBuschmann-20100314-0003 (Abgerufen: 18. August 2017)
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