Nachdem die Strecke vom Viehofer Platz in der Essener Innenstadt nach Norden bis zur Blücherstraße am 5. April 1898 eröffnet worden war, folgte davon abzweigend die Strecke nach Gelsenkirchen am 2. September 1898. Sie führte über Schonnebeck und Rotthausen bis zur damaligen Bahnkreuzung mit der Köln-Mindener Eisenbahn. Nach Fertigstellung der Eisenbahnunterführung eröffnete man die Strecke bis zur katholischen Kirche in Gelsenkirchen am 16. August 1903. 1907 erhielt diese Linie die Nummer 7. In Katernberg verzweigte sich ab dem 20. Dezember 1898 die Strecke zur Hermannstraße (Linie 8). 1914 errichtete man an der Zechenbahn Zollverein ein Straßenbahndepot, das mehrfach erweitert wird. 1938 wird die Straßenbahn am Schlachthof an der damaligen Alten Stoppenberger Straße (heute Lützowstraße) in die heutige Stoppenberger Straße verlegt (beide Straßen tauschten ihre Namen!). Mit den Neubauten im Zusammenhang mit der unterirdischen Führung der Straßenbahn ab 1968/69 geht die alte Strecke in der heutigen Linie 107 auf. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist ein durchgehender Verkehr Essen Hbf nach Gelsenkirchen (Linie 7) wieder ab dem 13. Januar 1946 möglich. Die Streckenabschnitte auf Gelsenkirchener Stadtgebiet werden ab 1958 von der BoGeStra übernommen, ein Gemeinschaftsverkehr wird eingerichtet. Aufgrund des beginnenden U-Bahn-Baus in Gelsenkirchen wurde die Strecke Katernberg – Gelsenkirchen am 1. Juli 1978 auf Busbetrieb umgestellt.
Geschichte der EVAG Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde öffentlicher Nahverkehr durch so genannte Personenposten, also Pferdekutschen durchgeführt, die von der Posthalterei van Eupen betrieben wurden. Diese wurde in den 1860er Jahren aufgegeben. Die seit den 1840er Jahren eingerichteten Eisenbahnverbindungen waren jedoch nicht für den Nahverkehr zwischen dem Zentrum Essen und den umliegenden Gemeinden geeignet. So richtete die Posthalterei van Eupen in den 1860er und 1870er Jahren neue Pferdeomnibuslinien bis nach Oberhausen, Steele, Bottrop, Horst, Stoppenberg, Katernberg und Frintrop ein. Diese konnten jedoch das immens angewachsene Verkehrsbedürfnis nicht befriedigen. 1878/79 begannen vorbereitende Planungen zum Bau einer Pferdebahn, später einer Dampfbahn und auch einer der neuen elektrischen Straßenbahnen. In den folgenden zwölf Jahren bewarben sich verschiedene Unternehmer und Firmen um die erforderlichen Konzessionen. 1889 und 1890 erhielt schließlich das Konsortium 'Bank für Handel und Industrie - Hermann Bachstein' Konzessionen für Dampfbahnen von Essen nach Borbeck, Altenessen und Rüttenscheid. Durch Verzögerungen im Bauablauf konnten Änderungen zugunsten einer elektrischen Straßenbahn erzielt werden. Das Konsortium ließ durch die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft zwei Linien nach Borbeck und Altenessen bauen, die 1894 eröffnet werden konnten. 1895 erreichte die Stadt Essen vom Konsortium 'Bank für Handel und Industrie - Hermann Bachstein' die Gründung einer Betriebsgesellschaft, der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft (SEG) mit Sitz in Darmstadt. Diese betrieb die Essener Straßenbahn bis 1954. In diesem Jahr übernahm die neu gegründete Essener Verkehrs AG (EVAG) Eigentum und Verwaltung der Straßenbahn in Essen.
(Claus Weber, LVR-Redaktion KuLaDig, 2010)
Literatur
Biermann, Hermann (1993)
Die Straßenbahn in Stoppenberg, Schonnebeck und Katernberg. In: Essener Verkehrs-AG (Hrsg.): Hundert Jahre in Essen auf Draht – Die Straßenbahn, S. 121-123. Essen.
Binder, Sven; Giesen, Klaus; Nyga, Wolfgang (2018)
Von 1 bis Z. Die Liniengeschichte der Straßenbahnen in Essen. S. 65-68, Essen.
Höltge, Dieter (1994)
Ruhrgebiet. Von Dortmund bis Duisburg. (Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band 4.) S. 231-305, Freiburg.
Straßenbahn Essen, Strecke Viehofer Platz-Katernberg
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