Rhenser Mineralbrunnen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Rhens
Kreis(e): Mayen-Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Das größte und wohl bekannteste Rhenser Unternehmen, welches auf eine lange Geschichte zurück blicken kann, ist der Rhenser Minaerlbrunnen. Schon im Mittelalter war der Rhenser Sauerbrunnen bekannt, die erste schriftliche Erwähnung stammt allerdings erst aus dem Jahr 1577. Es handelt sich um einen Tagebucheintrag vom Nürnberger Kaufmann Sebald Welser. Er beschreibt am 8. Juni 1577: „Kurz vor dem Städtlein Rhense sieht man rechts ein altes Häuslein, darin ist der Sauerbrunnen.“
Lange Zeit wurde die Quelle nicht ausgebeutet. Im Jahre 1784 wurde das Quellhäuschen nahe dem damals noch ursprünglichen Standort des Rhenser Königsstuhls bei einem starken Hochwasser weggerissen und die Quelle verschüttet. Trotz der genauen Beschreibung der Lage des „Heilborn“ von Christian von Stramberg geriet die Quelle fast in Vergessenheit.

Im Jahre 1857 gab es einen sehr heißen Sommer, woraus ein sehr geringer Pegel des Rheins resultierte. In Folge dessen wurden die Fundamente des alten Quellhäuschens sichtbar und die Mineralquelle konnte wieder freigelegt werden. Mit dem Kauf der Quelle von Heinrich Schwarz wurde im Jahre 1862 die wirtschaftliche Nutzung des Mineralbrunnens eingeläutet. 1870 Betrug der Jahresumsatz 30.000 Gefäße, 1880 waren es bereits 500.000 Gefäße. Mit der Betriebsübernahme durch Victor Meyer und seine Söhne am 7. April 1883 entwickelte sich der Betrieb stark weiter. 1887 wurde ein Umsatz von 1 Millionen Gefäßen verzeichnet.
Um einem erneuten Unglück, wie jenem von 1784 vorzubeugen, wurden umfangreiche Bohrungen niedergebracht. Diese führten 1894 zum ersten Erfolg, als in 337 Meter Tiefe die Quelle erschlossen wurde. 1901 erschloss man bei weiteren Bohrungen die Kaiser-Ruprecht-Quelle.

Um die Firma voranzutreiben wurde 1902 das Rhenser Mineralwasser auf der Düsseldorfer Gewerbemesse vertreten. Zudem wurde nach der Jahrhundertwende eine Niederlassung in New York gegründet, welche allerdings während des Zweiten Weltkriegs nicht aufrechterhalten werden konnte. Auf Ausstellungen in St. Luis (USA) und Buenos Aires (Argentinien) wurde das Wasser ausgezeichnet.
Im Jahr 1922 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die ab Mai 1922 an der Börse in Frankfurt notiert wurde. Das Unternehmen konnte auch nach den Weltkriegen, trotz schwerer Verluste im Zweiten Weltkrieg, bald wieder produzieren und die Bevölkerung versorgen. Dies begünstigte weitere bundesweite Expansionen und Geschäftsverbindungen.
Heute gehört die Rhenser Mineralbrunnen GmbH zur Trinks Gruppe (Trinks GmbH), einem 1735 in Berlin gegründetem Großhandelsunternehmen für Getränke.

(Tobias Wettstein, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Internet
www.rhenser.de: Rhenser Mineralbrunnen GmbH (abgerufen 03.06.2016)

Literatur

Ott, Hans (1994)
Das ist mein schönes Rhens am Rhein, Band 14. Andernach.

Rhenser Mineralbrunnen

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1577 bis 1994
Koordinate WGS84
50° 17′ 20,19″ N, 7° 36′ 27,38″ O / 50.28894°, 7.6076°
Koordinate UTM
32U 400812.24 5571684.69
Koordinate Gauss/Krüger
3400847.7 5573473.69

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„Rhenser Mineralbrunnen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-99731-20140816-3 (Abgerufen: 24. Mai 2018)
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