Schlosskirche St. Philippus und Jakobus

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Schleiden
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Schlosskirche in Schleiden (2014)

    Schlosskirche in Schleiden (2014)

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  • Fenster in der Westfassade der Schlosskirche in Schleiden (2014)

    Fenster in der Westfassade der Schlosskirche in Schleiden (2014)

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  • Marmorsarkophag der Sibylla von Hohenzollern-Sigmaringen in der Schlosskirche in Schleiden (2014)

    Marmorsarkophag der Sibylla von Hohenzollern-Sigmaringen in der Schlosskirche in Schleiden (2014)

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  • 2014 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Schlosskirche in Schleiden (PDF-Datei)

    2014 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Schlosskirche in Schleiden (PDF-Datei)

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  • Schleiden: links im Bild das Schloss, rechts die Schlosskirche (2014).

    Schleiden: links im Bild das Schloss, rechts die Schlosskirche (2014).

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  • Schlosskirche in Schleiden; links Schloss Schleiden (2014)

    Schlosskirche in Schleiden; links Schloss Schleiden (2014)

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Die zur Burg Schleiden gehörende Kapelle wurde zu Anfang des 16. Jahrhunderts im Auftrag der Grafen von Manderscheid zur dreischiffigen spätgotischen Hallenkirche mit Netz- und Sterngewölben ausgebaut. Die Stirnseiten beider Seitenschiffe beherbergen wertvolle Fensterglasgemälde. Anziehungspunkt im Kircheninneren ist der schwarze Marmorsarkophag der Sibylla von Hohenzollern, Gemahlin des Burgherrn Graf Ernst von der Marck. Die historische König-Orgel aus dem Jahre 1770 mit einem Gehäuse im prunkvollen Rokokostil verfügt über 30 Register. Die Schlosskirche ist mit dem benachbarten Schloss Teil des eingetragenen Denkmalbereichs Schleiden.

Der Kirchenbau und seine Ausstattung
Die 1214 genannte capella in castro war Filiale von Kloster Steinfeld. 1230 erhielt sie einen Friedhof. Auf die Familienkapelle der Herren von Schleiden folgte 1340 eine gotische Kirche, deren Chor heute noch erhalten ist. Die heutige dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit Netz- und Sterngewölben wurde zwischen 1516 und 1525 im Auftrag des Grafen Dietrich IV. von Manderscheid-Schleiden errichtet. Die mit einem Stein verschlossene Familiengruft der Manderscheider befindet sich vor dem Chor.
Kunsthistorisch herausragend sind die Bleiglasfenster von 1532 und 1535 an den Stirnseiten der beiden Seitenschiffe: Sie zeigen die „Anbetung der Könige“ und die „Beweinung Christi“ sowie Bildnisse der Auftraggeber Graf Dietrich IV. und seiner Ehefrau Margaretha von Sombreff sowie den Abt von Prüm und Stablo-Malmedy, Wilhelm von Manderscheid-Kail. Aus dem frühen 16. Jahrhundert ist außerdem ein Standbild der „Madonna auf der Mondsichel“ zu nennen.
Der schwarze Marmorsarkophag der Sibylla von Hohenzollern-Sigmaringen, die im Jahre 1621 als erste Ehefrau des Burgherren Graf Ernst von der Marck verstorben war, ist barock gestaltet. Die Orgel des Orgelbauers Christian Ludwig König aus dem Jahre 1770 ist weitgehend im Original erhalten. Das Gehäuse wurde im Stil des Rokoko gestaltet. Das Instrument hat 30 Register auf zwei Manualen und Pedal.

Schloss und Vorburg
Die Burg (castrum) Schleiden wird 1198 erstmals genannt. Sie liegt auf einem Bergvorsprung zwischen Olef im Süden und Diffenbach im Norden auf 390 Meter üNN. 1343 ist erstmals von einer Vorburg (vorburgh) die Rede, in der die Pfarrkirche liegt, sowie einer Siedlung im Tal (thal). Auf die Herren von Schleiden folgten 1450 die Grafen von Manderscheid, 1593 die Grafen von der Marck und 1773 die Herzöge von Arenberg.
Die heute rechtwinklige Anlage misst ca. 47 mal 80 Meter. Im 18. Jahrhundert legte man vermutlich den Zugang in der Nordfront an. Ursprünglich besaß die Burg einen Zugang über die Vorburg von Süden her in die Südostecke der Gesamtanlage. 1689 und 1702 wurde die Burg von französischen Truppen zerstört. Die Herzöge von Arenberg errichteten sie als Schloss im 18. Jahrhundert neu. 1920 verkaufte der Herzog die Anlage an den Lazaristenorden, der hier ein Internat betrieb. Am 13. Dezember 1944 zerstörten Bomben den einstigen Ostflügel völlig und die übrige Anlage bis auf die Außenmauern. Auf ein 1951 erneut hier eingerichtetes Internat folgte Leerstand, bis in den 1990er Jahren die Umbauarbeiten zur Seniorenresidenz und zum Schlossrestaurant angegangen wurden.
Über das Aussehen der mittelalterlichen Burg gibt es keine genaue Kenntnis. Nach neuzeitlichen Ansichten (Daniel Meisner 1626) sowie Ausgrabungsergebnissen der Jahre 1999 bis 2001 lässt sich der Grundriss aber ungefähr rekonstruieren: Im Spätmittelalter war der Südflügel mit 100 Metern Länge und einem archäologisch ermittelten Südwestturm als Eckpunkt beherrschendes Element der Anlage. Rechtwinklig dazu schloss der etwa 30 Meter lange Ostflügel mit abschließendem Nordostturm an. Nachgewiesen wurde außerdem ein 1854 abgerissener Torturm mit quadratischem Grundriss, der den einstigen Unterhof im Osten vom Oberhof trennte und vor dem einst ein Trockengraben lag. An den Torturm schloss der 1830 abgerissene Nordflügel an, daran eine zunächst nach Westen, dann nach Südwesten zum Eckturm an der Südwestecke zulaufende Mauer.

Die Schlosskirche in Schleiden war Station der Archäologietour Nordeifel 2014 (nähere Informationen hierzu im Führungsblatt in der Medienleiste).

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2014)

Die Schlosskirche in Schleiden ist eingetragenes Baudenkmal (Schleiden, UDB-Nr. 45; LVR-ADR-ObjNr. 24894).

Internet
de.wikipedia.org: Schlosskirche Schleiden (Abgerufen: 29.9.2014)
www.nordeifel-tourismus.de: Schlosskirche Schleiden (Abgerufen: 29.9.2014)
www.kreis-euskirchen.de: Kirchen (Abgerufen: 29.9.2014)
www.oleftalbahn.de: Sehenswertes (Abgerufen: 29.9.2014)

Literatur

Schmitz-Ehmke, Ruth (1980)
Die ehemalige Schlosskirche in Schleiden. Neuss.
Vogt, Franz J. (1993)
Die Orgel der ehemaligen Schlosskirche zu Schleiden. o. O.

Schlosskirche St. Philippus und Jakobus

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Grabung
Historischer Zeitraum
Beginn 1340
Koordinate WGS84
50° 31′ 43,87″ N, 6° 28′ 23,5″ O / 50.52885°, 6.47319°
Koordinate UTM
32U 320916.54 5600482.81
Koordinate Gauss/Krüger
2533596.43 5599341.65

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„Schlosskirche St. Philippus und Jakobus”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-98744-20140808-3 (Abgerufen: 22. August 2018)
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