Kloster der Salesianerinnen in Moselweiß

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Der westliche Teil des ehemaligen Klosters der Salesianerinnen in Moselweiß in Koblenz (2014)

    Der westliche Teil des ehemaligen Klosters der Salesianerinnen in Moselweiß in Koblenz (2014)

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  • Ein Teil der Bruchsteinmauer und Teile des ehemaligen Klosters der Salesianerinnen in Moselweiß in Koblenz (2014)

    Ein Teil der Bruchsteinmauer und Teile des ehemaligen Klosters der Salesianerinnen in Moselweiß in Koblenz (2014)

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  • Figur der Muttergottes am ehemaligen Kloster der Salesianerinnen in Moselweiß in Koblenz (2014)

    Figur der Muttergottes am ehemaligen Kloster der Salesianerinnen in Moselweiß in Koblenz (2014)

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Das ehemalige Kloster der Salesianerinnen liegt im alten Dorfkern des Koblenzer Stadtteils Moselweiß an der Kreuzung Bahnhofsweg und Koblenzer Straße.

Der Überlieferung zufolge steht das Klostergebäude auf dem Platz des ehemaligen Burghauses der Ritter Luther von Kobern, da sich unter dem Klostergebäude ein Gewölbekeller befindet. Die Gründung und der Baubeginn des Klosters, das dem Orden von der Heimsuchung Mariä angehörte, fanden im Jahr 1863 statt. Nach der Fertigstellung des Klosters wurden 1866 und 1867 auch die Klosterkirche Mariä Heimsuchung und die Räumlichkeiten für eine Schule und ein Mädchenpensionat errichtet.
Das schlicht in Weiß verputzte Schulgebäude verfügt über drei Stockwerke mit einem T-förmigen Grundriss. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde an der zur Straßenkreuzung liegenden Ecke ein Dreiviertelturm mit Kuppelhaube und Laterne errichtet. Die in den 1860er Jahren erbaute neugotische Klosterkirche Mariä Heimsuchung befindet sich im Bahnhofsweg und liegt mit dem Schulgebäude in einer Flucht. Die ehemalige Klosterkirche hat acht schmale Maßwerkfenster, die zur Straße hinausgehen und ein Rundbogenfries unter der Traufe.

Im Jahr 1944 wurde das Kloster bei einem Luftangriff auf Koblenz nahezu vollständig zerstört. Von 1945 bis 1948 fand der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude statt. Das Innere der Gebäude, insbesondere das der Klosterkirche, wurde nach dem Wiederaufbau schlicht gestaltet.

Der Saal der Klosterkirche hat einen flach gedeckten Saal, an den im Nordwesten der Chorraum angrenzt. Im Chorraum steht ein Altar mit neuromanischen Formen, der erst einige Jahre nach dem Bau der Klosterkirche erworben wurde. In der entgegengesetzten Richtung des Chorraumes befindet sich eine ehemalige Nonnenempore, die den Saal in nordöstlicher Richtung abschließt. Die zum Hof ausgerichtete Seite besitzt, ebenso wie die Seite zur Straße, eingebaute Maßwerkfenster.
An der Außenwand der Hofseite befindet sich zwischen den Maßwerkfenstern eine unter einem Baldachin angebrachte Figur der Muttergottes.

Im südöstlichen Teil des Klostergeländes liegt der sogenannte „Kröllsche Garten“, der sich heute in Teilen durch waldartige Grünflächen und durch die Bebauung von Einfamilienhäusern auszeichnet. Das gesamte Klosterareal wurde früher von einer Bruchsteinmauer umrahmt, die auch heute noch zu großen Teilen existiert.
In den 1980er Jahren wurde das Ordenshaus von den Salesianerinnen aufgegeben. 1985 wurde das gesamte Anwesen verkauft. Seit 1986 befindet sich in den Räumlichkeiten des Klosters ein Bildungzentrum mit Berufsausbildungen in Vollzeit. Hier werden nunmehr seit 30 Jahren Pharmazeutisch technische Assistenten, seit 29 Jahren Physiotherapeuten, seit 25 Jahren Ergotherapeuten und seit 11 Jahren Biologisch technische Assistenten ausgebildet. Die gesamten Räumlichkeiten werden somit nach wie vor für die Ausbildung von Jugendlichen genutzt. Ca. 300 Schüler befinden sich in dem traditionsreichen Gebäude ständig in der Ausbildung zu o.g. Berufen und wirken aktiv dem Fachkräftemangel entgegen, ganz im Sinne der Salesianerinnen. Lediglich im Zellentrakt des Klosters hat das Sportinternat einen Teil der Räumlichkeiten angemietet (Schöllhorn, 2016).
Die Klosterkirche Mariä Heimsuchung wurde von der Pius-Bruderschaft übernommen.

Das „ehemalige Kloster der Salesianerinnen mit Mädchenpenisonat“, Bahnhofsweg 6 und Koblenzer Straße 2-12, ist als geschütztes Kulturdenkmal in der Denkmalliste der Stadt Koblenz eingetragen (Generaldirektion Kulturelles Erbe 2013, S. 28).

(Friederike Meiers, Universität Koblenz-Landau, 2014 / freundliche Mitteilung von Frau Maria Theresia Schöllhorn, 2016)

Internet
die-schule.de: Die Schule mit Zukunft, Standort Koblenz (abgerufen: 27.10.2016)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2013)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreisfreie Stadt Koblenz (Denkmalverzeichnis Koblenz, 03. Dezember 2013). S. 28, Koblenz. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Koblenz.pdf, abgerufen am 16.08.2014
Weber, Ulrike / Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2013)
Stadt Koblenz, Stadtteile. (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 3.3 / Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland.) Worms.

Kloster der Salesianerinnen in Moselweiß

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Bahnhofsweg 6
Ort
56073 Koblenz - Moselweiß
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1863
Koordinate WGS84
50° 21′ 0,97″ N, 7° 33′ 30,23″ O / 50.35027°, 7.5584°
Koordinate UTM
32U 397439.02 5578570.1
Koordinate Gauss/Krüger
3397473.12 5580361.81

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„Kloster der Salesianerinnen in Moselweiß”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-97125-20140722-2 (Abgerufen: 28. Mai 2018)
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