Römisches Militärlager auf dem Trierer Petrisberg

Militärlager Martinsberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Trier
Kreis(e): Trier
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Ansicht von Trier ('Treviris') vor dem Petersberg ('Mons Martis') auf einem Stich von Matthäus Merian (1646). Dargestellt sind St. Paulin (A), St. Maximin (B), Simeonstift (C), Porta Nigra (D), Martinskloster (E), Deutschordenskommende (F), Dom (G), Liebfrauenkirche (H), St. Gangolf (I), Konstantinbasilika (K), Porta Alba (eigentlich das Alttor an den Kaiserthermen, L), St. Alban (M), Barbarathermen (N), St. Barbara (O) und St. Matthias (P).

    Ansicht von Trier ('Treviris') vor dem Petersberg ('Mons Martis') auf einem Stich von Matthäus Merian (1646). Dargestellt sind St. Paulin (A), St. Maximin (B), Simeonstift (C), Porta Nigra (D), Martinskloster (E), Deutschordenskommende (F), Dom (G), Liebfrauenkirche (H), St. Gangolf (I), Konstantinbasilika (K), Porta Alba (eigentlich das Alttor an den Kaiserthermen, L), St. Alban (M), Barbarathermen (N), St. Barbara (O) und St. Matthias (P).

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    Merian, Matthäus / gemeinfrei / public domain
    Fotograf/Urheber:
    Matthäus Merian
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Der Petrisberg befindet sich auf einem östlich der Stadt Trier vorgelagerten Plateau, von dem aus man die Trierer Talweite überblicken kann. Von dort oben hat man einen Panoramablick auf das Trierer Moseltal. Daher kam dieses Gebiet auf Grund seiner exponierten strategischen Lage für die Anlage eines römischen Militärlagers infrage.

Es wird angenommen, dass das temporär benutzte frührömische Militärlager im Zusammenhang mit dem Aufstand der Treverer im Jahr 29 vor Christus stand. Durch Untersuchung der in neuster Zeit ausgegrabenen hölzernen Fundstücke wurde es auf das Jahr 30 vor Christus datiert. Es galt damit lange als ältestes Militärlager der Römer in Deutschland (bis zum Fund eines römischen Garnisonslager bei Hermeskeil im Landkreis Trier-Saarburg).
Auf Grund von Grabungsspuren konnten Pferdeställe oder Stallkasernen an einer zentralen Straße nachgewiesen werden. Außerdem wurden vermutliche Überreste eines Speichers lokalisiert; ferner konnten auch zwei Brunnen ausfindig gemacht werden.

Im Zweiten Weltkrieg befand sich auf dem Petrisberg das berüchtigte Kriegsgefangenenlager Stammlager XII., dessen bekanntester Gefangenen der französische Schriftsteller und Philosoph Jean-Paul Sartre (1905-1980) war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände – ergänzt um das Militärhospital „André Genet“ – längere Zeit durch französische Besatzungstruppen militärisch genutzt.
Nach dem Abzug der französischen Armee und der Konversion wurde hier im Zuge der Trierer Landesgartenschau 2004 ein neues Stadtviertel mit Wohn-, Büro- und Geschäftsflächen sowie großzügig angelegten Freizeitflächen verwirklicht.

(Christoph Jürgens, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Abteilung Archäologie Denkmalpflege (Hrsg.) (2005)
Archäologie in Rheinland-Pfalz 2004. S. 36, Mainz.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Abteilung Archäologie Denkmalpflege (Hrsg.) (2003)
Archäologie in Rheinland-Pfalz 2002. S. 56, Mainz.

Römisches Militärlager auf dem Trierer Petrisberg

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn -31 bis -29
Koordinate WGS84
49° 45′ 4,18″ N, 6° 39′ 37,93″ O / 49.75116°, 6.66054°
Koordinate UTM
32U 331481.29 5513590.82
Koordinate Gauss/Krüger
2547645.73 5512940.85

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„Römisches Militärlager auf dem Trierer Petrisberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-94136-20140612-9 (Abgerufen: 26. Mai 2018)
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