Denkmalbereich Rheydt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Mönchengladbach
Kreis(e): Mönchengladbach
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die evangelische Hauptkirche Rheydt im Denkmalbereich der Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

    Die evangelische Hauptkirche Rheydt im Denkmalbereich der Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

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  • Südliche Ansicht der evangelischen Hauptkirche Rheydt im Denkmalbereich der Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

    Südliche Ansicht der evangelischen Hauptkirche Rheydt im Denkmalbereich der Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

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  • Die evangelische Hauptkirche Rheydt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

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  • Das alte Rathaus Rheydt im Denkmalbereich der Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

    Das alte Rathaus Rheydt im Denkmalbereich der Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

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  • Häuserzeile in der Limitenstraße in der Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

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  • Die evangelische Hauptkirche Rheydt am Marktplatz in Mönchengladbach-Rheydt (2014).

    Die evangelische Hauptkirche Rheydt am Marktplatz in Mönchengladbach-Rheydt (2014).

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  • Das alte Rathaus Rheydt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

    Das alte Rathaus Rheydt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

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  • Die evangelische Hauptkirche Rheydt am Marktplatz in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

    Die evangelische Hauptkirche Rheydt am Marktplatz in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

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  • Blick auf die Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt, links das alte Rathaus (2017).

    Blick auf die Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt, links das alte Rathaus (2017).

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  • Gebäude des früheren "kgl. Bezirkskommando" an der Ecke Limitenstraße / Markt in der Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

    Gebäude des früheren "kgl. Bezirkskommando" an der Ecke Limitenstraße / Markt in der Innenstadt in Mönchengladbach-Rheydt (2017).

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Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren 80 % der Innenstadt von Rheydt zerstört. Ab 1947/48 erfolgte der Wiederaufbau, der planmäßige Aufbau der Innenstadt, auf der Grundlage der städtebaulichen Planung von Alfons Leitl im engen Kontakt mit der Baubehörde der Nordrheinprovinz.

Hans Schwippert (1899-1973), Leiter für das Bauwesen der Nordrheinprovinz, hatte sich mit den Leitprinzipien der Durchgrünung, Auflockerung und einer auf die Kernbereiche abgestimmten Verkehrsführung, unter Wahrung eines menschlichen Maßstabs deutlich gegen eine reine Rekonstruktion der Städte ausgesprochen. Ganz in diesem Sinne schlug er 1946 für den Wiederaufbau von Rheydt Alfons Leitl vor. Alfons Leitl (1909-1975), war neben seiner Arbeit als Redakteur, Kritiker, Fachjournalist sowohl als Stadtplaner als auch als Architekt in verschiedenen Büros vor und nach dem Krieg tätig und hatte sich über seinen analytischen Zugang zur Architektur vorwiegend mit der Entwicklung des Montagebaus auseinandergesetzt. Im Januar 1947 erhielt er den Auftrag zur Erstellung eines Generalbebauungsplanes für Rheydt. Aus dem Plan, der die Verteilung der Nutzungsarten und die Verkehrsplanung umfasste, sollten Fluchtlinien- und Umlegungspläne und ein Flächennutzungsplan entwickelt werden. Außerdem sollte die Hauptstraße zwischen Friedrich-Ebert-Straße (ehemals Friedrich-Wilhelm-Straße) und Brucknerallee/ Markt als Einbahnstraße mit einseitigem Parken geplant und sowohl räumlich als auch inhaltlich als Herzstück der Planung und als Musterabschnitt ausgearbeitet werden, zumal Schwippert einer „Versuchsplanung zum Wiederaufbau der Stadt Rheydt“ zugestimmt hatte.

Die Durchführung fand mit für diese Zeit ungewöhnlicher Information der Öffentlichkeit statt. Ein Sonderausschuss diente dem fachlichen Kontakt zwischen Rat und Verwaltung und die Zeitung „Rheinische Post“ berichtete vom 7. Januar 1948 an in mehreren Folgen über Leitls Planungen. Im Oktober 1948 erfolgte eine Präsentation erster Ergebnisse in Form einer Ausstellung in der Stadthalle. („Rheydt – Stadt im Aufbau“). 1949 erließ der Stadtrat die für die Umsetzung erforderliche Ortssatzung. Die einzelnen Schritte, die Ergebnisse und die vom Rat beschlossenen Grundlagen, waren nicht nur wegweisend für andere Städte sondern galten auch als Vorbild für das im Aufstellungsverfahren befindliche und seit dem 29. April 1950 rechtsgültige nordrhein-westfälische Wiederaufbaugesetz, das in der Folgezeit als „Lex Rheydt“ in die Wiederaufbaugeschichte einging.

Leitls Planung hat folgende Schwerpunkte:
Der Aufbau orientiert sich am überlieferten Ortsgrundriss und ist an wenigen wichtigen historischen Bauten – wie Rathaus, St. Marien, evangelische Hauptkirche – verankert. Die beiden Kirchen und der Markt tradieren den alten Ortskern. Die Limitenstraße zeugt, in Breite und Ausbau die Ortsmitte (Hauptkirche, Marktplatz) tangierend, vom Stellenwert des neuen Verkehrsverständnisses. Markt- und Harmoniestraße schaffen durch straßenräumliche Versprünge und Aufweitungen innerstädtische Maßstäblichkeit und qualitätvolle Außenräume. An der Gracht setzt sich die innerstädtische Bebauung in gleicher Bauweise und Struktur als viergeschossige reine Wohnbauten um einen großen Platz fort, der bis heute in der Tradition der Jahrmärkte zur Kirmes genutzt wird. Auf seiner Südseite bildet eine aufgelockert in einem mit Bäumen bestandenen Grün verspringende Wohnzeile dem Platz ein städtebauliches Gegenüber. Die Hauptstraße war schließlich als zentrale Geschäftsstraße autogerecht erschlossen und mit der Kammstruktur der städtebaulich durchgearbeitete Musterabschnitt. Den Kopfbau zur Harmoniestraße, das Geschäftshaus Wallraf, entwarf Leitl selbst als Musterhaus. Es ist ein Stahlskelettbau aus von Beton ummantelten Stützen und Betonfertigteilen, deren Oberflächen mit einem Rautenmuster in einem warmen Rot-Ton in den Straßenraum wirken.

Trotz baulicher Veränderungen der letzten Jahrzehnte ist der Aufbau von Rheydt heute insgesamt von historischem Wert und auch weist eine im Durchgehen erlebbare städtische Qualität auf. Rheydt zählt in der Nordrhein-Provinz zu den ersten Städten, die über eine ausgearbeitete Aufbauplanung verfügten und ist eine der wenigen rheinischen Städte, in denen der Aufbau konsequent verwirklicht wurde. So sticht der Ortskern - im Grad der Zerstörung vergleichbar mit Düren, Jülich, Emmerich, Wesel oder auch mit Rees – als in sich schlüssiges und besonderes Dokument des Wiederaufbaus hervor.

Der rechtskräftige Denkmalbereich ist im Vergleich mit dem gutachtlich festgestellten Bereich in der Fläche verkleinert. Ohne den Teil um den Kirmesplatz an der Gracht umfasst das Satzungsgebiet die Baublöcke um den Marktplatz, um die Hauptstraße und die Marktstraße. Schutzgegenstände sind: der städtische Grundriss aus Straßenführung, Parzellenteilung, Platzbildung, Baufluchten und rückwärtigen, in den Blockinnenbereichen liegenden Freiflächen; die aufgehende Bausubstanz insgesamt, insbesondere in den einheitlichen Vorgaben des Wiederaufbaus mit: Baukörperausprägung; Baukörperproportionen, Geschosszahl, Achsenzahl, Fassadengliederung, Maßverhältnis der Architekturelemente, senkrechter Baukörperstruktur, mit teilweise rückspringenden Obergeschossen mit umlaufendem Balkon, gleicher Dachform, Dachneigung, Traufhöhe, Firsthöhe, Farbgebung, Verhältnis von bebauter zu unbebauter Fläche, gleichen Materialien. Einzelne Blickverbindungen auf markante Einzelobjekte wir Rathaus, evangelische Hauptkirche verankern die Orientierung im städtischen Gefüge, andere Blicke vermitteln den durch Baukörper und Fassaden in rhythmischer Folge und Reihung charakteristischen Straßenraum. Einzelne Bäume nehmen auf Architektur Bezug. Im Kernstück der Planung, in der Kammbebauung an der Hauptstraße, wo sich die von Leitl konzipierte Planung verdichtet und im Detail präziser ausgearbeitet ist, ist neben der eigenen städtischen Ausprägung auch die originale Bausubstanz weitgehend überliefert, so dass dieser Zeile sowohl eine hohe städtebauliche und architektonische Bedeutung als auch ein besonderer Erhaltungswert zugesprochen werden. Die Satzung ist seit dem 1. August 2016 rechtsgültig.

(Elke Janßen-Schnabel, 2016)

Literatur

Busmann, Johannes (1995)
Die revidierte Moderne. Der Architekt Alfons Leitl 1909 – 1975. Wuppertal.
Janßen-Schnabel, Elke (2015)
Der Wiederaufbau von Mönchengladbach-Rheydt – Denkmalbereich Innenstadt. In: LWL- Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.), Eine neue Stadt entsteht – Planungskonzepte des Wiederaufbaus in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 an ausgewählten Beispielen, Wiederaufbautagung in Paderborn vom 21.-22.03. 2014, (15. Arbeitsheft.) S. 76-82. Münster.
LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland; Janßen-Schnabel, Elke (Hrsg.) (2016)
Denkmalbereiche im Rheinland. (Arbeitsheft der rheinischen Denkmalpflege 83.) S. 197-199, Petersberg.

Denkmalbereich Rheydt

Schlagwörter
Ort
4136 Mönchengladbach - Rheydt
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Denkmalbereich gem. § 5 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 2016
Koordinate WGS84
51° 10′ 2,5″ N, 6° 26′ 47,5″ O / 51.16736°, 6.44653°
Koordinate UTM
32U 321481.79 5671535.89
Koordinate Gauss/Krüger
2531275.79 5670359.91

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„Denkmalbereich Rheydt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-92211-20140509-2 (Abgerufen: 22. August 2018)
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