Naturschutzgebiet „Torfvenn / Rehrbach“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bottrop, Hünxe, Schermbeck
Kreis(e): Bottrop, Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Weideflächen im Naturschutzgebiet "Torfvenn/Rehrbach". Die Flächen sind durch Zäune, Gräben und Hecken voneinander abgegrenzt (2008).

    Weideflächen im Naturschutzgebiet "Torfvenn/Rehrbach". Die Flächen sind durch Zäune, Gräben und Hecken voneinander abgegrenzt (2008).

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  • Brücke über den Rehrbach im Naturschutzgebiet "Torfvenn/Rehrbach". Die angrenzende Fläche wird von Kühen beweidet (2008).

    Brücke über den Rehrbach im Naturschutzgebiet "Torfvenn/Rehrbach". Die angrenzende Fläche wird von Kühen beweidet (2008).

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  • Weiden mit Pferden im Naturschutzgebiet "Torfvenn/Rehrbach" (2008).

    Weiden mit Pferden im Naturschutzgebiet "Torfvenn/Rehrbach" (2008).

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  • Weideflächen im Naturschutzgebiet "Torfvenn/Rehrbach". Im Hintergrund stehen Wetterschutzhütten und Viehtränken (2008).

    Weideflächen im Naturschutzgebiet "Torfvenn/Rehrbach". Im Hintergrund stehen Wetterschutzhütten und Viehtränken (2008).

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  • Die weitläufige Landschaft des Naturschutzgebiets Torfvenn bei Schermbeck mit Wiesen und einzelnen Bäumen (2008). Im Vordergrund steht ein Tor, das zur Straße führt.

    Die weitläufige Landschaft des Naturschutzgebiets Torfvenn bei Schermbeck mit Wiesen und einzelnen Bäumen (2008). Im Vordergrund steht ein Tor, das zur Straße führt.

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Eines der jüngsten Naturschutzgebiete innerhalb der Gemeinde Schermbeck stellt das Naturschutzgebiet „Torfvenn / Rehrbach“ dar. Am 28. November 1991 wurde das Torfvenn im Rahmen des Feuchtwiesenschutzprogramms der Landesregierung einstweilig sichergestellt.
Es handelte sich damals um ein 198 Hektar großes Gebiet im südlichen Heisterkamp und im südwestlichen Besten beiderseits des Rehrbaches im Süden Gahlens, das bis auf das Gebiet der Stadt Bottrop im Bereich von Kirchhellen reicht.

Die Unterschutzstellung wurde erleichtert, weil die Landwirte im Gahlen-Kirchhellener Raum im Rahmen einer freiwilligen Beteiligung an der Milchquotenaktion des Landes Nordrhein-Westfalen ihre Flächen in das Feuchtwiesenschutzprogramm einbrachten. „Es ist eines der interessantesten Heidemoore des Niederrheins“, beschrieb 1913 der Botaniker Hans Höppner das Bestener Torfvenn und ergänzte: „Auf dem wenig umfangreichen Gelände drängt sich fast alles zusammen, was wir sonst nur an einzelnen Stellen oder überhaupt nicht in den Heidemooren des Niederrheins finden.“ Anlass für Höppners pflanzengeographische Arbeit war die zunehmende Melioration (Maßnahmen zur Werterhöhung des Bodens). „Nur stellenweise ist das Torfvenn noch unberührt“, schrieb Höppner 1913. „In früheren Jahren hat man hier Torf gestochen. Reste dieser Torfschicht ziehen sich gleich Dämmen durch die Sümpfe, und zum Teil dienen sie jetzt als Wege.“
Den von Höppner beschriebenen Zustand der Landschaft wird man nicht mehr herstellen können, zumal die Trockenlegung vor dem Ersten Weltkrieg zum Absterben vieler Pflanzen führte, die Flächen heute in Privathand sind und deshalb alle Schritte in Richtung auf einen effektiveren Naturschutz nur sehr mühselig sind. Seit 1998 gelang es, immer mehr Landwirte für den vertraglichen Naturschutz zu gewinnen. Für die Berücksichtigung von Betriebswirtschaftungsauflagen erhalten die Landwirte dabei für den Grundschutz und für neun Bewirtschaftungspakete Ausgleichszahlungen. Im Landschaftsplan des Kreises Wesel, Raum Hünxe/Schermbeck, der im Jahre 2004 rechtskräftig wurde, wird für das unter N 19 verbuchte Naturschutzgebiet Torfvenn / Rehrbach bescheinigt: „Bei dem Naturschutzgebiet handelt es sich um einen weitgehend entwässerten Grünlandniederungskomplex. Die naturnahen Gräben weisen einen wertvollen Pflanzenbestand auf, in dem auch Relikte des einstigen Niedermoores enthalten sind. Das Gebiet ist als solches noch in einem relativ guten Zustand (ca. 70% Grünland) und hat insgesamt ein hohes Entwicklungspotential. Wertbestimmend für dieses Gebiet einer kulturhistorisch geprägten Landschaft ist das Vorkommen von gefährdeten Pflanzen und Tierarten sowie die Bedeutung für Vogelarten des Offenlandes (Wiesenbrüter). Im Gebiet kommen schützenswerte Grundwasser- und Moorböden vor“.

Das Gebiet wurde nachträglich auf 266 Hektar erweitert und wurde zur Erhaltung und Wiederherstellung der Restbestände „einer bäuerlich geprägten Kulturlandschaft“ (LANUV) nach dem Landschaftsgesetz gesichert.

(Helmut Scheffler, Heimatverein Gahlen, 2014. Erstellt in Kooperation mit der Biologischen Station in Wesel im Zuge des Projektes „Kulturlandschaft am Niederrhein“. Ein Projekt im Rahmen des LVR Netzwerks Umwelt)

Internet
heimatverein-gahlen.de: Heimatverein Gahlen (abgerufen 02.05.2014)
naturschutzinformationen-nrw.de: Fachinformationen Naturschutzgebiet Torfvenn/Rehrbach (WES-048) (abgerufen 08.05.2014)

Literatur

Höppner, Hans (1913)
Botanische Skizzen vom Heide- und Moorgebiet zwischen Dorsten und Wesel. (41. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst für 1912/13.) S. 172-182. Münster.
Scheffler, Helmut / Heimatverein Gahlen (Hrsg.) (2000)
Das Naturschutzgebiet Gahlener Torfvenn. (Gahlen an der Lippe. Festschrift zur 50-Jahr-Feier des Heimatvereins. Mit Bausteinen einer illustrierten Nachkriegs- Dorfchronik.) S. 239. Gahlen.

Naturschutzgebiet „Torfvenn / Rehrbach“

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1991
Koordinate WGS84
51° 38′ 33,75″ N, 6° 52′ 11,25″ O / 51.64271°, 6.86979°
Koordinate UTM
32U 352606.35 5723449.34
Koordinate Gauss/Krüger
2560252.25 5723508.62

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„Naturschutzgebiet „Torfvenn / Rehrbach“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-91569-20140502-2 (Abgerufen: 24. Februar 2018)
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