Muttental (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 355)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Gemeinde(n): Witten
Kreis(e): Ennepe-Ruhr-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Das Muttental und sein Umfeld sind hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr. Die wertbestimmenden Merkmale der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Regionalplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Weitgehend persistent ist die Wald-Offenlandverteilung, das Wegenetz, die Siedlungsstruktur. Wertgebend für die bäuerliche Kulturlandschaft sind überwiegend bereits auf der Uraufnahme dargestellte Ackerflächen bei Altenhöfen, Niederberghaus, südlich Schloss Steinhausen und Overkamp, sowie Grünland im Auenbereich des Muttenbaches. Bedeutend sind auch die Bäume und Gehölze entlang von Wegen und Parzellengrenzen sowie historische Waldstandorte und Waldränder. An den Ruhrhängen liegen Niederwaldrelikte.

Schloss Steinhausen mit Erbbegräbnis, Herrensitz über dem Ruhrtal mit Rundturm und Remise aus Bruchstein sowie dreiflügeligem Wirtschaftsgebäude, Teilung der Burg in eine Doppelanlage ablesbar, historische Sichtbeziehungen von Nord-Osten.

Aufgrund seiner bergbaugeschichtlichen Bedeutung ist das Muttental eine wesentliche Keimzelle der industriellen Entwicklung des Ruhrgebiets. Zeche Nachtigall, heute LWL-Industriemuseum, sehr frühe Tiefbauzeche, ab 1897 Betrieb einer Dampfziegelei, Doppelringofenanlage, Reste des Schachtes Herkules, in der Nähe das sogenannte Bethaus sowie mehrere ehemalige Stollenbetriebe und Kleinzechen angrenzend am Muttenbach. St. Johannes Erbstollen, Stollenmundloch, frühe Zeugnisse des Bergbaus u.a. Zeche Fortuna, Kohlenverladestelle des Stollens Jupiter, Zeche Hermann, Schacht Juno, Zeche Theresia; Ruine der ehemaligen Wasserburg Hardenstein, ursprünglich von Wassergräben und der Ruhr umgeben, Vorburgmauern erhalten, historische Sichtbeziehung von Süden, Süd-Westen und Norden, auch Bodendenkmal; Bahnstrecke Dahlhausen/Essen-Steele, von Süden kommend Provinzialstraße (B 235), verschiedene repräsentative Fabrikantenvillen entlang der Straße im Ruhrtal, großzügige Grundstückszuschnitte und Freiflächen um die Gebäude, 1919 vollendeter Wasserturm im Jugendstil, Entwurf und Ausführung: Friedrich Däche. Der obere Aufbau achteckig, aus dem verjüngten Säulenschaft hervortretende Lisenenpfeiler, solitär stehend.

Kulturlandschaftliches und denkmalpflegerisches Ziel im Rahmen der Regionalplanung ist eine erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, insbesondere
  • Bewahren und Sichern von Elementen, Strukturen, Nutzungen sowie Ansichten und Sichträumen von historischen Objekten
  • Bewahren des Kulturlandschaftsgefüges, insbesondere Erhaltung des Wald-Offenlandmusters
  • Sichern linearer Strukturen
  • Sichern kulturgeschichtlich bedeutsamer Böden
  • Bewahren und Sichern archäologischer und paläontologischer Bodendenkmäler in ihrem Kontext
Aus: Landschaftsverband Rheinland / Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr, 2014

Internet
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr (Abgerufen: 04.04.2016)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2014)
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung. S. 223, Köln, Münster.

Muttental (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 355)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2012
Koordinate WGS84
51° 24′ 46,1″ N, 7° 18′ 54,76″ O / 51.41281°, 7.31521°
Koordinate UTM
32U 382834.97 5697078.83
Koordinate Gauss/Krüger
2591544.35 5698393.28

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„Muttental (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 355)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-89707-20140406-57 (Abgerufen: 16. August 2018)
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