Kiefernforst im Dämmerwald

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Schermbeck
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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Der hier ausgewählte Kiefernforst liegt im Dämmerwald in der Forstabteilung 320 am Waldweg „Am Grünen Rock“.
Das Waldstück verdankt seine Entstehung der massiven Aufforstung mit Nadelhölzern im späten 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als sich aber im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts die Holzabsatzverhältnisse veränderten und der Ruhrbergbau immer mehr geschältes und imprägniertes Nadelholz als Grubenholz einsetzte, kurbelte das besonders die Kiefernwirtschaft an. Rund ums Ruhrgebiet legte sich seit dieser Zeit ein Gürtel mit Kiefernbeständen, die das dort heimische Laubholz verdrängten.
Um 1870 hatte man entdeckt, dass die Kiefer Frühwarneigenschaften besitzt, die im Bergbau lebensrettend sein können. Denn Kiefernbalken knacken schon mehrere Stunden, bevor sie unter Last zusammenbrechen. Ein weiterer Vorteil der Kiefer ist, dass sie ein schnellwüchsiger und anspruchsloser Baum ist, dessen Holz man daher schon nach relativ kurzer Zeit (30 bis 60 Jahre) als Grubenholz vermarkten konnte. Das Holz wurde mittels Pferden und Ochsen vom Dämmerwald bis zur Lippe oder dem nächstgelegenen Bahnhof (1874 wurde die Strecke Wesel-Haltern eröffnet) transportiert.

Viele der heute noch vorhandenen Kiefernreinbestände im Dämmerwald wurden zur Produktion von Grubenholz angelegt.

(Bernward Selter, Münster, 2014)

Literatur

Benninghoff-Lühl, Isabella (1984)
Der Weselerwald. Wirtschafts- und Lebensraum.. Wesel.
Hagen, Otto von / Donner, Karl (Bearb.) (1894)
Die forstlichen Verhältnisse Preussens. Berlin.
Hesmer, Herbert (1958)
Wald und Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Bedingtheiten, Geschichte, Zustand. Hannover.
Staatliches Forstamt Wesel (Hrsg.) (1961)
Forsteinrichtungswerk für das Staatliche Forstamt Wesel, Band 1. Wesel.
Stracke, Rüdiger (1994)
Überlegungen zur Extensivierung am Beispiel des Forstbetriebsbezirks Dämmerwald im Forstamt Wesel. Diplomarbeit Universität Göttingen. Göttingen.

Kiefernforst im Dämmerwald

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Archivauswertung, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1892
Koordinate WGS84
51° 43′ 2,59″ N, 6° 48′ 25,2″ O / 51.71739°, 6.807°
Koordinate UTM
32U 348511.72 5731882.06
Koordinate Gauss/Krüger
2555813.9 5731767.31

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„Kiefernforst im Dämmerwald”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-89337-20140403-2 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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