Sassener Kreuz

Flurstück „Auf dem Kreuz“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Sassen
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
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Auch an dieser Stelle gab es vor Jahrhunderten ein Kreuz, dessen Aussehen, Bedeutung und Stifter nicht mehr bekannt sind. Einzig der Flurname „Auf dem Kreuz“ in der Gemarkung Sassen kündet davon, dass dort ein Kreuz gestanden hat. Wann das Kreuz errichtet wurde bzw. verschwand, ist nicht bekannt. Vermutlich ist es zwischen 1600 und 1700 errichtet worden und vor 1900 abgegangen.

Die Frömmigkeit in der Eifel ist bis heute lebendiger Bestandteil des Alltags – Heiligenhäuschen, Bildstöcke und Kreuzwege werden immer noch liebevoll gepflegt. Für die Todesopfer von Verkehrsunfällen stehen heute blumengeschmückte Kreuze am Straßenrand; vor Jahrhunderten wurden Pest- und Hagelkreuze errichtet, um für die Verschonung vor Plagen zu bitten oder dafür zu danken, dass man selbst mit heiler Haut davongekommen war. Denn die Pest forderte auch in der Eifel in grausamen Epidemien vom 14. bis zum 18. Jahrhundert immer wieder unzählige Opfer, und Hagelunwetter konnten die Ernte eines ganzen Jahres vernichten. Die Bildstöcke sollten den Schutz der Heiligen über die umgebenden Äcker bringen – eine Art, den Volksglauben auszudrücken, deren Ursprünge weit in der Vergangenheit einer matriarchalisch-keltischen Religion liegen, in deren Mitte die Verehrung einer beseelten Natur stand.

Der Standort des Kreuz befand sich an dem Pilgerweg von Retterath zur Pfarrkirche Hilgerath (Station 5 des ersten Abschnitts der Geschichtsstraße), die sich außerhalb des Ortes Beinhausen auf einer Bergkuppe befindet. Dort hielt die Prozession für das Beten des „Vaterunser“ an (Geschichtsstraße Kelberg, Abschnitt I, Station 8).

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Mertes, Erich (1996)
Geschichte erwandern und erleben. Erster Abschnitt der Geschichtsstraße der VG Kelberg. In: Heimatjahrbuch Kreis Daun Vulkaneifel 1997, S. 183-191. Daun.

Sassener Kreuz

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1600 bis 1700, Ende 1800 bis 1900
Koordinate WGS84
50° 16′ 7,92″ N, 6° 57′ 19″ O / 50.26887°, 6.95528°
Koordinate UTM
32U 354285.17 5570525.25
Koordinate Gauss/Krüger
2568150.01 5570751.84

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„Sassener Kreuz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-86420-20140221-3 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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