Territorialgrenze zwischen Sassen und Kolverath

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kolverath, Sassen
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Informationstafel, Erster Abschnitt der Geschichtsstraße: Station 10 Grenze Sassen-Kolverath.

    Informationstafel, Erster Abschnitt der Geschichtsstraße: Station 10 Grenze Sassen-Kolverath.

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  • Karte des Kurfürstentums und Erzstifts Trier im Zeitalter der Reformation.

    Karte des Kurfürstentums und Erzstifts Trier im Zeitalter der Reformation.

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Die Dörfer Kolverath und Sassen liegen in unmittelbarer Nachbarschaft, lagen ursprünglich aber in unterschiedlichen Territorien. Sassen gehörte zu Kurköln, das dem Amt Nürburg und dem Schultheißenamt Uersfeld-Uess unterstand und Kolverath gehörte zur Grafschaft Virneburg, das dem Gericht Retterath und der Heimbürgerschaft Mannebach unterstellt war.

Heute ist diese ehemalige Grenze als Gemeindegrenze zwischen Sassen und Kolverath erhalten geblieben. Bemerkenswert ist, dass die Grenze unmittelbar an Sassen und nicht durch die Gemarkungsflur verläuft. Seit 2001 ist dort wieder ein Grenzstein mit den Wappen von Kurköln (Sassen) und der Grafschaft Virneburg (Kolverath) aufgestellt.
In beiden Territorien war nicht nur das Rechtssystem verschieden, sondern auch die Maße, Gewichte und Währungen unterschieden sich. Dies galt auch für die Religion: Virneburg und damit auch Kolverath waren im 16. und 17. Jahrhundert evangelisch und Sassen war dagegen katholisch. Meistens mussten die Untertanen den Glauben des Landesherrn annehmen.

Sassen wird erstmals 1200 mit der Erwähnung Siegfried von „Wegesazen“ schriftlich fassbar und Kolverath mit der Nennung eines Hofes „Curia in Kolferrat“ im Jahre 1324. 1554, mit Johann von Sassen, und 1559 mit „Sasserhart“ gibt es weitere Erwähnungen. Es handelte sich um kleine Straßendörfer. 1680 verfügte Sassen über 9 Feuerstellen bzw. Häuser und hatte 1809 insgesamt 83 Einwohner. Die St. Antonius-Kapelle stammt aus dem Jahre 1750. Der Name hat sich vermutlich aus der Bewohnerbezeichnung „Beisassen“ entwickelt. Dieser Begriff bezog auf Bevölkerungsgruppen, die kaum bzw. kein Land besaßen. Kolverath hat im Namen eine für Rodungsdörfer typische Endung (-rath), während das Bestimmungswort „Kolve“ eine Personenbezeichnung ist. Dieses Dorf bestand 1542 aus fünf Haushalten bzw. Familien, hatte 1676 insgesamt 29 Einwohner und verfügte 1854 über 17 Häuser (Geschichtsstraße Kelberg, Abschnitt I, Station 10).

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Mertes, Erich (1996)
Geschichte erwandern und erleben. Erster Abschnitt der Geschichtsstraße der VG Kelberg. In: Heimatjahrbuch Kreis Daun Vulkaneifel 1997, S. 183-191. Daun.

Territorialgrenze zwischen Sassen und Kolverath

Schlagwörter
Ort
Sassen / Kolverath
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1200 bis 1324, Ende nach 1795
Koordinate WGS84
50° 16′ 4,55″ N, 6° 58′ 8,82″ O / 50.26793°, 6.96912°
Koordinate UTM
32U 355268.55 5570394.08
Koordinate Gauss/Krüger
2569138.07 5570660.34

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„Territorialgrenze zwischen Sassen und Kolverath”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-86109-20140222-5 (Abgerufen: 17. August 2018)
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