Bockwindmühle bei Uersfeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Uersfeld
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
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Im Wappen der Gemeinde Uersfeld wird seit 1984 eine Windmühle geführt. Das Flurstück mit dem ehemaligen Standort der Bockwindmühle wird heute noch als „Auf der Windmühle“ bezeichnet.

Die Windmühle gab es bereits vor 1553, denn im Weistum und der Grenzumschreibung der Pfarrei Retterath steht geschrieben: „... bis an die Windtmull ...“. In der Weistumskarte der Pfarrei Retterath von 1705 ist eine Bockwindmühle dargestellt. Auf der Tranchotkarte (Blatt 145 Virneburg) ist die Mühle Anfang des 19. Jahrhunderts nicht mehr abgebildet. Nach Erich Mertes (Chronik Uersfeld 2000, S. 92) müsste die Mühle zwischen 1705 und 1732 abgegangen sein.

Die Mühle war auf einem hölzernen Gestell erbaut, auf dem sie dem Wind entsprechend um ihre eigene Achse gedreht werden konnte. So war gewährleistet, dass sie bei jeder Windrichtung in Betrieb sein konnte. Diese technische Konstruktion ist älter als die typischen, fest mit dem Boden verankerten Holländermühlen, bei denen sich nur der Kopf mit den Flügeln drehen lässt. Bis ins 18. Jahrhundert war diese Bauweise in der Eifel verbreitet, erst 1783 wird die erste Holländermühle in der Eifel bei Prüm verzeichnet.
Alle Mühlen, egal welcher Bauart, waren als weiterverarbeitende Betriebe für die Landwirtschaft extrem wichtig. Daher mussten sie nicht nur in exponierten Lagen stehen, die genug Antrieb, also Wind, garantierten, sondern sie mussten auch leicht erreichbar sein. Die Eignung des Standortes ist heute noch sehr gut nachvollziehbar. Dies gilt ebenfalls für die Erreichbarkeit (Geschichtsstraße Kelberg, Abschnitt I, Station 15).

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Mertes, Erich (1996)
Geschichte erwandern und erleben. Erster Abschnitt der Geschichtsstraße der VG Kelberg. In: Heimatjahrbuch Kreis Daun Vulkaneifel 1997, S. 183-191. Daun.
Mertes, Erich (2000)
Chronik von Uersfeld. S. 92-93, Prüm.
Steffens, Reinhard / Mertes, Erich (1987)
Entlang der Grenze von 1667. Die Grenzumschreibung des Schultheißenamtes Uersfeld/Uess im kurkölnischen Amt Nürburg. In: Kreis Daun Vulkaneifel, Heimatjahrbuch 1988, S. 134 ff.. Daun.

Bockwindmühle bei Uersfeld

Schlagwörter
Ort
56767 Uersfeld
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1500 bis 1553, Ende 1705 bis 1732
Koordinate WGS84
50° 15′ 26,31″ N, 7° 00′ 23,4″ O / 50.25731°, 7.0065°
Koordinate UTM
32U 357900.88 5569141.34
Koordinate Gauss/Krüger
2571819.25 5569514.38

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„Bockwindmühle bei Uersfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-86106-20140222-2 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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