Ehemaliges „Dreiländereck“ zwischen den Gemarkungen Köttelbach, Mosbruch, Sassen und Kolverath

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kelberg, Kolverath, Sassen
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Informationstafel, Erster Abschnitt der Geschichtsstraße: Station 6: Dreiländereck.

    Informationstafel, Erster Abschnitt der Geschichtsstraße: Station 6: Dreiländereck.

    Copyright-Hinweis:
    Burggraaff, Peter
    Fotograf/Urheber:
    Burggraaff, Peter
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Karte des Kurfürstentums und Erzstifts Trier im Zeitalter der Reformation.

    Karte des Kurfürstentums und Erzstifts Trier im Zeitalter der Reformation.

    Copyright-Hinweis:
    Knöchel, Franz-Josef (Kartographie) / Franz, Gunther (Entwurf), CC-BY-SA 3.0
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Dieser Ort lässt nicht vermuten, dass hier drei ehemalige Territorien aneinandergrenzten, und dass es sich um ein Dreiländereck handelt, das bis 1795 (Eroberung des Rheinlandes durch französische Truppen) Bestand hatte und für den Lebensalltag der örtlichen Bevölkerung von Bedeutung war. Die Kurfürstentümer Köln und Trier sowie die Grafschaft Virneburg grenzten hier aneinander. Diese alten „Staatsgrenzen“ bilden noch heute die Gemeindegrenzen von Kelberg-Köttelbach (Kurfürstentum Trier), Mosbruch und Sassen (Kurfürstentum Köln) und Kolverath (Grafschaft Virneburg). Um diesen Dreiländerpunkt zu dokumentieren ist an dieser Stelle ein Grenzstein mit den Wappen der drei Territorien aufgestellt worden.
Nach Molitor (2000, S. 18-19) trafen sich in der Nähe des Hochkelbergs auch die Grenzen der römischen Provinzen Ober- und Niedergermanien und Belgica.

Aber dieser Ort war nicht nur territorial von Bedeutung, sondern er war auch eine Hochgerichtsbarkeitsstätte, an der vor den Folgen von Verbrechen – wie zum Beispiel Mord und Totschlag sowie „Hexerei“ – gewarnt und abgeschreckt wurde. An markanten Punkten dieser Territorialgrenze – so auch am dortigen Dreiländereck - wurden die Körperteile jener verurteilten Verbrecher, die zu „Vierteilung“ verurteilt waren, aufgespießt. Eine Urkunde von 1561 bezeugt das Schicksal eines gewissen „Hans von Riol“, von dem die Amtsleute vom kurkölnischen Amt Nürburg ein Körperteil aufspießen ließen. Dies war nach der genannten Urkunde dort die letzte bezeugte Aufspießung.
Außerdem verlief an dieser Stelle einen Pilgerweg, über den die Gläubigen der Pfarrei Retterath im 16. Jahrhundert in einer Prozession zur Pfarrkirche Hilgerath bei Beinhausen pilgerten. An diesem Grenzpunkt hielten sie für ein Gebet kurz inne (Geschichtsstraße Kelberg, Abschnitt I, Station 6).

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Mertes, Erich (1996)
Geschichte erwandern und erleben. Erster Abschnitt der Geschichtsstraße der VG Kelberg. In: Heimatjahrbuch Kreis Daun Vulkaneifel 1997, S. 183-191. Daun.
Molitor, Hermann (2000)
Das Kelberger Land - Aus alten Zeiten und jungen Tagen (2. erw. Auflage). Daun.

Ehemaliges „Dreiländereck“ zwischen den Gemarkungen Köttelbach, Mosbruch, Sassen und Kolverath

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1100 bis 1700
Koordinate WGS84
50° 16′ 16,11″ N, 6° 57′ 2,95″ O / 50.27114°, 6.95082°
Koordinate UTM
32U 353974.45 5570786.78
Koordinate Gauss/Krüger
2567828.96 5571000.69

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Ehemaliges „Dreiländereck“ zwischen den Gemarkungen Köttelbach, Mosbruch, Sassen und Kolverath”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-86105-20140220-7 (Abgerufen: 15. August 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang