Hofstelle des Klosters Niederehe und Mosbrucher Weiher

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kelberg, Mosbruch, Sassen
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Informationstafel, Erster Abschnitt der Geschichtsstraße: Station 3, Frauenhäuschen.

    Informationstafel, Erster Abschnitt der Geschichtsstraße: Station 3, Frauenhäuschen.

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    Burggraaff, Peter
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An dieser Stelle stand ein Gebäude als Außenstelle (Grangie) des ehemaligen Augusterinnenklosers Niederehe für adlige Jungfrauen, heute Gemeinde Üxheim in der Verbandsgemeinde Hillesheim, das im Volksmund als „Frauenhäuschen“ bezeichnet wurde. Das Kloster ist 1175 von den Herren von Kerpen gegründet worden. 1505 wurde das Kloster in ein Männerkloster des Prämonstratenserordens umgewandelt und 1803 säkularisiert und aufgehoben.

Zum Besitz des „Frauenhäuschen“ gehörte auch der 25 ha große „Mosbrucher Weiher“, der damals als Fischteich benutzt worden ist. In dem heute abgegangenen Gebäude wohnten und arbeiteten Nonnen, die für die Fischzucht zuständig waren.
Um 1819 sind noch Mauerreste des Häuschens gefunden worden. Möglicherweise handelte es sich bei diesen Mauerresten um Spuren des 1505 aufgegebenen Gebäudes. Heute erinnert nichts mehr an diese klösterliche Außenstelle, die seit 2001 im ersten Abschnitt der „Geschichtsstraße um den Hochkelberg“ mit einer Tafel und aus didaktischen Erwägungen idealisierten Rekonstruktionszeichnung dokumentiert worden ist (Station 3 des ersten Abschnitts der Geschichtsstraße).

Der Mosbrucher Weiher ist einer der jüngsten Eifelmaare, das vor etwa 11.000 Jahren entstanden ist. Das Maar hat eine ovale Form und eine Größe von ca. 700×500 m, die obere Umrandung als Wall einen Durchmesser von etwa 1.300×1.050 m. Damit ist der Mosbrucher Weiher das drittgrößte Maar der Westeifel. Auf dem Gebiet des Weihers entspringt der Ueßbach, der in die Mosel mündet. Auf der Tranchotkarte von 1809 ist der Weiher noch wasserführend dargestellt. Er ist aber zwischen 1838 und 1854 trockengelegt worden.
Seit der Trockenlegung wurde dort Torf gestochen. Nach Angaben von Professor Dr. Straka, die auf Bohrungen im Rahmen der Pollenanalyse basierten, war der Torfschicht etwa 6 m dick. Besonders begehrt war der Torf im Zweiten Weltkrieg und etwa zehn weitere Jahre danach. Der letzte Torf wurde Ende der 1950iger Jahre gestochen (Poss 1981, S. 93).
Nach der Trockenlegung wurde der Westteil des Mosbrucher Weihers zeitweise als Ackerland genutzt. Heute ist dort dräniertes Wiesenland, während der Ostteil sumpfiges Moor geblieben ist. Innerhalb des heute nicht mehr wasserführenden, ehemaligen Mosbrucher Weihers entspringt heute der Ueßbach. Dieser Bach teilt die ehemalige verlandete Wasserfläche in ungefähr zwei gleiche Teile.

Seit 1980 steht der Mosbrucher Weiher unter Naturschutz. Im Laufe von 2014 wird der Weiher wieder geflutet (Geschichtsstraße Kelberg, Abschnitt I, Station 3).

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Burggraaff, Peter; Kleefeld, Klaus-Dieter; Mertes, Erich (2002)
Die Geschichtsstraße „Rund um den Hochkelberg“. Spurensuche auf alten Wanderpfaden in die Vergangenheit. 34, Bonn / Kelberg.
Mertes, Erich (1993)
Geschichte des Mosbrucher Weihers. In: Kreis Daun Vulkaneifel, Heimatjahrbuch 1994, S. 209 ff.. Daun.
Mertes, Erich / Dickel, Klaus (2006)
Chronik von Sassen. 47-53, Prüm.
Poss, Alfons (1981)
Der Mosbrucher Weiher. Letzter Torfstich Ende der fünfziger Jahre. In: Landkreis Daun Vulkaneifel, Heimatjahrbuch 1982, S. 93 ff.. 93, Daun.

Hofstelle des Klosters Niederehe und Mosbrucher Weiher

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1175 bis 1250, Ende 1505 bis 1819
Koordinate WGS84
50° 15′ 39,68″ N, 6° 57′ 5,13″ O / 50.26102°, 6.95143°
Koordinate UTM
32U 353986.79 5569660.66
Koordinate Gauss/Krüger
2567886.64 5569875.77

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„Hofstelle des Klosters Niederehe und Mosbrucher Weiher”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-85798-20140213-2 (Abgerufen: 27. Mai 2018)
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