Steilstrecke an der Nürburgring-Nordschleife

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Herschbroich
Kreis(e): Ahrweiler
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Die bis zu 27 Prozent Steigung aufweisende "Steilstrecke" zwischen den Streckenbereichen "Klostertal" und "Hohe Acht" an der Nürburgring-Nordschleife (2015).

    Die bis zu 27 Prozent Steigung aufweisende "Steilstrecke" zwischen den Streckenbereichen "Klostertal" und "Hohe Acht" an der Nürburgring-Nordschleife (2015).

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  • Blick von unten auf das obere Ende der bis zu 27 Prozent steilen "Steilstrecke" im Bereich des Streckenabschnitts "Hohe Acht" an der Nürburgring-Nordschleife (2015).

    Blick von unten auf das obere Ende der bis zu 27 Prozent steilen "Steilstrecke" im Bereich des Streckenabschnitts "Hohe Acht" an der Nürburgring-Nordschleife (2015).

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  • Zwischen den Streckenbereichen "Klostertal" und "Hohe Acht" an der Nürburgring-Nordschleife wurde 1926-1928 die "Steilstrecke" als mögliche Abkürzung der Strecke erbaut (2015).

    Zwischen den Streckenbereichen "Klostertal" und "Hohe Acht" an der Nürburgring-Nordschleife wurde 1926-1928 die "Steilstrecke" als mögliche Abkürzung der Strecke erbaut (2015).

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  • Die besonders steile Prüfungsstrecke "Steilstrecke" an der Nürburgring-Nordschleife (2015). Die gerade wachsenden Bäume im Hintergrund verdeutlichen die Steigung von bis zu 27 Prozent.

    Die besonders steile Prüfungsstrecke "Steilstrecke" an der Nürburgring-Nordschleife (2015). Die gerade wachsenden Bäume im Hintergrund verdeutlichen die Steigung von bis zu 27 Prozent.

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  • Der obere Teil der "Steilstrecke" der Nürburgring-Nordschleife, die Abkürzung zwischen den Streckenbereichen "Klostertal" und "Hohe Acht" (2001).

    Der obere Teil der "Steilstrecke" der Nürburgring-Nordschleife, die Abkürzung zwischen den Streckenbereichen "Klostertal" und "Hohe Acht" (2001).

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  • Ausschnitt der historischen Karte "Der Nürburgring" von 1936. Zu sehen ist der nördliche Bereich der Nordschleife, unter anderem mit den Streckenabschnitten Bergwerk, Kesselchen, Caracciola-Karussel / Steilstrecke, Hohe Acht, Brünnchen und Pflanzgarten.

    Ausschnitt der historischen Karte "Der Nürburgring" von 1936. Zu sehen ist der nördliche Bereich der Nordschleife, unter anderem mit den Streckenabschnitten Bergwerk, Kesselchen, Caracciola-Karussel / Steilstrecke, Hohe Acht, Brünnchen und Pflanzgarten.

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  • Gemälde "Der Nürburg-Ring bei Adenau im Rheinland", Titelbild der Zeitschrift "Der Nürburgring", Nr. 3 von 1926.

    Gemälde "Der Nürburg-Ring bei Adenau im Rheinland", Titelbild der Zeitschrift "Der Nürburgring", Nr. 3 von 1926.

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  • Das obere Ende der Steilstrecke im Bereich des Streckenabschnitts "Hohe Acht" an der Nürburgring-Nordschleife (2015).

    Das obere Ende der Steilstrecke im Bereich des Streckenabschnitts "Hohe Acht" an der Nürburgring-Nordschleife (2015).

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  • Karte der Nürburgring-Nordschleife mit der Streckenführung seit 2002; darin eingetragen ist das Höhenprofil der einzelnen Streckenabschnitte (2015).

    Karte der Nürburgring-Nordschleife mit der Streckenführung seit 2002; darin eingetragen ist das Höhenprofil der einzelnen Streckenabschnitte (2015).

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Zwischen den Streckenbereichen Klostertal und Hohe Acht der als „Grüne Hölle“ weltbekannten Nürburgring-Nordschleife, befindet sich die Steilstrecke – eine 450 Meter lange und mit 27 Prozent Steigung besonders steile Prüfungsstrecke.

Der Nürburgring als „Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstraße“
Nach etwa zweijähriger Bauzeit wurde der Nürburgring am 18. Juni 1927 als „Erste Deutsche Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstraße für Kraftfahrzeuge“ eingeweiht. Die Rennstrecke sollte über den nicht nur seinerzeit überaus populären Motorsport vor allem der Förderung von Wirtschaft und Tourismus in der traditionell strukturschwachen Eifel dienen (Haffke / Knöchel 2013, S. 231f. und rheinische-geschichte.lvr.de).

Der „Ring“ wurde ab 1926 aber auch ganz bewusst als vom Straßenverkehr unabhängige Prüfungs- und Teststrecke für Fahrzeugerprobungen der deutschen Automobilhersteller geplant: Neben den hierfür „günstigen“ naturräumlichen Bedingungen, die die Eifel vor allem über die großen Höhenunterschiede mit Steigungen von bis zu 17 Prozent und zahlreichen Kurven bot, wurden auch Sprungkuppen und überhöhte Steilkurven als besondere Herausforderung an das Material installiert.

Die Geschichte der Steilstrecke
Zwischen den Streckenbereichen Klostertal und Hohe Acht im nördlichen Bereich der Strecke befindet sich die Steilstrecke, in etwa bei Streckenkilometer 13 der 20,8 km langen klassischen Nordschleife. Der Abschnitt wurde ab 1926 vom Stuttgarter Bauunternehmen Baresel GmbH erbaut und – offenbar im ursprünglichen Bebauungsplan der Nordschleife noch nicht vorgesehen – erst 1928 fertiggestellt.
„Auf einer 20 cm starken Betondecke wurden gerillte Soliditbetonplatten (35 x 35 cm) eingemörtelt. Das Soliditverfahren macht infolge des stark silikathaltigen Zementes den Beton relativ unabhängig von Kälte und Wärme und schränkt somit Ausdehnung und Zusammenziehen auf ein Minimum ein. Diese Materialwahl hatte allerdings einen hohen Reifenverschleiß bei Benutzung der Strecke zur Folge.“ (de.wikipedia.org)
Über die Steilstrecke konnte bei Bedarf das als extreme Steilkurve angelegte Caracciola-Karussell abgekürzt werden. Dieses ist benannt nach dem populären Rennfahrer Rudolf „Karratsch“ Caracciola (1901-1959), dem sechsfachen Sieger des Großen Preises von Deutschland (1926 auf der Berliner AVUS sowie 1928, 1931, 1932, 1937 und 1939 auf dem Nürburgring).

Auf der als „richtiger Härtetest“ gedachten, mit 27 Prozent Steigung – dies entspricht einem Winkel von mehr als 15°! – schnurgerade über etwa 450 Meter Länge aufwärts führenden Steilstrecke sollen sich in den Anfangsjahren des Nürburgring sogar Fahrzeuge rückwärts überschlagen haben (nuerburgring.de).
Bereits im Training zu einer „forcierten Langstreckenfahrt“ 1929, bei der die Einbeziehung der Steilstrecke als Besonderheit extra beworben wurde, ereignete sich ein tödlicher Unfall. Ferner wird berichtet, dass ein Fahrzeug diese nur im Rückwärtsgang bezwingen konnte. Im Rennen selbst „beschwerten die Fahrer das Gaspedal mit Gewichten und schoben die Wagen“, des weiteren „waren zwei Streckenposten mit Bremsklötzen ausgerüstet, die im Notfall hinter die Wagen geschoben wurden.“ (pro-steilstrecke.de, ADAC-Langstreckenfahrt 1929)
Bei Touristenfahrten sollen sich an der Steilstrecke – obgleich das Befahren dieses Abschnitts nach § 8 der Fahrordnung für den Nürburgring eigentlich untersagt war – zwei tödliche Unfälle ereignet haben (de.wikipedia.org).

Aktuelle Situation
Über Fußwege entlang der Nordschleife ist die unmittelbar an der Rettungseinfahrt zum Streckenabschnitt Hohe Acht gelegene Steilstrecke sehr gut zu erreichen, am einfachsten von einem der Parkplätze am Brünnchen an der Landstraße L 412 aus mit einem etwa 30-minütigen Fußmarsch (ca. 1,5 Kilometer).
Obwohl (oder weil?) die Steilstrecke inzwischen seit Jahrzehnten nicht mehr befahren wird, befindet sie sich auch heute noch in einem überraschend guten Zustand. Ihr historischer Verlauf ist vollständig nachvollziehbar und ihr ursprünglicher Aufbau aus Soliditbetonplatten ist – von ein paar wenigen Reparaturen abgesehen – sehr gut im Originalzustand zu erkennen (Begehung am 20.06.2015, vgl. Bilder in der Mediengalerie).

Auch für die Steilstrecke gab es immer wieder Bestrebungen, diese – neben dem altem Fahrerlager und der Südschleife – als historischen Teil des Nürburgrings unter Denkmalschutz zu stellen. Die aktuelle Denkmalliste des Kreises Ahrweiler weist sie jedoch nicht als Denkmal aus (Denkmalverzeichnis Kreis Ahrweiler 2013 und ebd. 2015).

(Franz-Josef Knöchel, 2014/2018)

Internet
www.nuerburgring.de: Streckenabschnitte: 13 km - Steilstrecke (abgerufen 23.01.2014)
de.wikipedia.org: Steilstrecke Nordschleife (abgerufen 23.01.2014)
www.rheinische-geschichte.lvr.de: Der Nürburgring 1925-1945 (abgerufen 20.01.2014)
www.pro-steilstrecke.de: Bericht über die ADAC-Langstreckenfahrt über 8 Stunden vom 29. September 1929 (abgerufen 24.01.2014)
www.pro-steilstrecke.de: Steilstrecke (abgerufen 03.11.2018)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2013)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Ahrweiler (Denkmalverzeichnis Kreis Ahrweiler, 22. April 2013). Koblenz. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Ahrweiler.pdf, abgerufen am 19.03.2012
Haffke, Jürgen (2010)
Der Nürburgring - Tourismus für Millionen. Bonn.
Haffke, Jürgen; Knöchel, Franz-Josef (2013)
Die Eifel als Tourismusgebiet. In: Die Eifel - Beiträge zu einer Landeskunde (Festschrift 125 Jahre Eifelverein 1888-2013, Band 2), S. 227-246. Düren.

Steilstrecke an der Nürburgring-Nordschleife

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Nürburgring Nordschleife
Ort
53518 Herschbroich
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1926 bis 1928
Koordinate WGS84
50° 22′ 36,55″ N, 6° 59′ 41,11″ O / 50.37682°, 6.99475°
Koordinate UTM
32U 357421.52 5582450.61
Koordinate Gauss/Krüger
2570803.75 5582796.26

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Steilstrecke an der Nürburgring-Nordschleife”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-84145-20140124-2 (Abgerufen: 17. November 2018)
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