Alter Steinbruch im Duisburger Stadtwald

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Gemeinde(n): Duisburg
Kreis(e): Duisburg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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Der alte Duisburger Steinbruch liegt im Jagen 19 zwischen Uhlenhorststraße und Bahn. Ein kleiner Weiher im Wald, dessen Ufer teils aus steilen Steinwänden bestehen, und eine teils üppige Vegetation verdecken heute die Reste des Grauwacken-Sandsteins. Rings um den Teich lassen die Hügel noch Abraumreste erkennen.
Schon im Mittelalter lieferte der Sandstein das Material für städtische Bauten, so zum Beispiel für die Erweiterung der Stadt Duisburg im 12. Jahrhundert. Damals entzündete sich ein Streit zwischen den Duisburgern und dem königlichen Forstmeister (magister forestariorum), Herzog Walram von Limburg, über die Nutzungsrechte im Duisburger Wald. An dessen Ende bestätigte König Lothar III. in einer Urkunde von 1129, „dass der Grund des Waldes zu der königlichen villa Duisburg gehöre, und die Duisburger Bürger (cives) nach ihrem Belieben entsprechend ihrem Bedarf Steine brechen können“ (Milz 1983, S. 42).
Ende des 18. Jahrhunderts dienten seine Steine für den Straßenbau, waren aber wohl zu weich. „Das nun von einem kleinen See ausgefüllte tiefe Loch ist um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, als man dort noch einmal Pflastersteine schlug. Seit 1874 ist es am Steinbruch wieder ruhig geworden“ (von Roden 1970, S. 119).

Das Schürfen nach Steinkohle ist für den Duisburger Stadtwald seit 1562 schriftlich überliefert. Damals wurde sowohl am Heiligen Brunnen als auch im Bereich des Steinbruchs nach der Kohle gegraben. Etwas versteckt, südlich des Steinbruches befindet sich ein alter Stolleneingang, der im Volksmund auch „Schinderhanneshöhle“ genannt wird. Weitere Grabungen gab es hier im 18. Jahrhundert.
Benannt ist die Höhle im Übrigen nicht nach dem bekannten Räuberhauptmann Johann Bückler aus dem Hunsrück – genannt „Schinderhannes“ –, sondern nach einem niederrheinischen „Berufskollegen“, Mathias Weber aus Grefrath. Der auch als „Der Fetzer“ bekannte Weber machte mit seiner Bande ähnlich dem Schinderhannes Ende des 18. Jahrhunderts seine Umgegend durch Raubzüge unsicher. Er hatte sich und seine Männer angeblich zeitweise den Stollen im Steinbruch als Unterschlupf ausgesucht – historisch belegt ist dies allerdings nicht.

In Anlehnung an diese Ereignisse und Erzählungen eröffnete man 1926 am Duisburger Steinbruch eine Freilichtbühne für die „Schinderhannes-Festspiele“. Die Gegend entwickelte sich damals zu einem beliebten Ausflugsziel.

(Bernward Selter, Münster, 2014)

Literatur

Averdunk, Heinrich (1911)
Die Flurnamen und andere Ortsbezeichnungen in Duisburg im Anschlusse an die Flurkarten von Duisburg, Meiderich, Ruhrort und Beeck aus den Jahren 1727-1735. Duisburg.
Haase, Herbert (1967)
Geschichte des Duisburger Stadtwaldes (unveröffentlichtes Manuskript). Duisburg.
Milz, Joseph (1983)
Das Mittelalter (ca. 800-1550). In: Heid, Ludger et al. (Hrsg.): Kleine Geschichte der Stadt Duisburg, S. 37-108. Moers.
Milz, Joseph / Droege, Georg (Bearb.) (1985)
Duisburg (2. verbesserte Auflage). (Rheinischer Städteatlas, Lieferung IV, Nr. 21.) Köln.
Roden, Günter von (1970)
Geschichte der Stadt Duisburg - Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. Duisburg.

Alter Steinbruch im Duisburger Stadtwald

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1129 bis 1926
Koordinate WGS84
51° 24′ 48,37″ N, 6° 48′ 15,15″ O / 51.41343°, 6.80421°
Koordinate UTM
32U 347303.85 5698089.66
Koordinate Gauss/Krüger
2555993.2 5697948.83

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„Alter Steinbruch im Duisburger Stadtwald”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-83825-20140120-2 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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