Abschnittbefestigung Kitzenhardt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Bad Honnef
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 38′ 52,94″ N: 7° 15′ 2,88″ O / 50,64804°N: 7,2508°O
Koordinate UTM 32.376.336,72 m: 5.612.146,43 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.588.508,03 m: 5.613.239,89 m
  • Zustand des Grabens 2012

    Zustand des Grabens 2012

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    LVR-ABR
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    Wohlfarth, Christine
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  • Profilschnitt durch das Wallgrabensystem, 2012

    Profilschnitt durch das Wallgrabensystem, 2012

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    Wohlfarth, Christine, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
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    Wohlfarth, Christine
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  • Abschnittsbefestigung auf der Höhenkarte

    Abschnittsbefestigung auf der Höhenkarte

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    © GeoBasis.NRW 2013 / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (Bearbeitung)
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    Bödecker, Steve
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  • Abschnittsbefestigung im digitalen Geländemodell (DGM 2)

    Abschnittsbefestigung im digitalen Geländemodell (DGM 2)

    Copyright-Hinweis:
    © GeoBasis.NRW 2013 / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (Bearbeitung)
    Fotograf/Urheber:
    Wohlfarth, Christine
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Objektstandort
Die Befestigung liegt auf einem direkt nördlich von Bad Honnef liegenden, nach Westen ins Schmelztal vorspringenden Sporn, der sogenannten „Kitzenhardt“, welcher im Norden, Westen und Süden steil abfällt.

Kurzbeschreibung
300 Meter östlich der Hauptanlage befindet sich über eine Ausdehnung von etwa 160 Metern ein Vorwall mit einer Breite von 6 Metern und einer Höhe von 1 Meter. Der ihm vorgelagerte Graben ist 5 Meter breit und 1 Meter tief. 250 Meter westlich des Vorwalls, am Ende der „Kitzenhardt“, fast 20 Meter unterhalb des Vorwalls befindet sich der bogenförmig verlaufende, 45 Meter lange Abschnittswall. Seine Breite beträgt am Fuße 7 bis 8 Meter und an der Krone 1 bis 1,5 Meter. Vor dem Wall liegt hinter einer 5 bis 7 Meter breiten Berme ein Spitzgraben von 65 Metern Länge, 5 bis 7 Metern Breite und 2,20 Metern Tiefe.

(Rainer Laskowski, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 1978)


Ergänzung 2012
Der ursprüngliche Torzugang zur Anlage lag mit hoher Wahrscheinlichkeit am Südende des Abschnittwalles über dem steil abfallenden Hang. Hinweise darauf gibt ein alter, heute nur noch schwach erkennbarer Weg, der von Südosten kommend den steilen Hang hinaufzieht.
Unmittelbar hinter dem Abschnittswall liegt ein befestigter Innenraum, dessen Fläche das gesamte Plateau am Spornende und einen Teil des anschließenden, nach West-Süd-West abfallenden Hanges einnimmt. Innerhalb des 170 Meter langen und 40 Meter breiten Geländes ist eine künstliche Kante sichtbar, die wohl zu einer ehemaligen Befestigung des Innenraumes gehört.
Die gesamte Anlage wurde stellenweise durch einen Steinbruch und den über Jahrhunderte hinweg aktiven Forstbetrieb stark in Mitleidenschaft gezogen.

Zeitliche Einordnung
1981 wurden bei der Anlage eines Waldwegs Scherben mittelalterlicher Reliefbandamphoren und vorgeschichtliche Scherben von Trichterhalsgefäßen der frühen Eisenzeit geborgen. 2012 wurde im Wegebereich ein 25 Meter langer Profilschnitt durch den Hauptwall, Berme und davor gelagertem Graben angelegt. Im Profil konnten mehrere Bauphasen des Wallgrabensystems dokumentiert werden. Die Befestigungsanlage wurde demzufolge bereits in der Eisenzeit (ab circa 700 vor Christus) errichtet. Später wurde der Hauptwall mit einer Trockenmauer aus dem lokal anstehenden Gestein (Steinbruch) nach außen hin verstärkt. Eine letzte Nutzungsphase scheint im Mittelalter stattgefunden zu haben. Bauliche Reste der Besiedlung im Innenraum der Anlage sind aufgrund fehlender Untersuchungen/Ausgrabungen bislang noch nicht bekannt.

Zustand/Erscheinungsbild
Die Abschnittsbefestigung auf der Kitzenhardt ist durch Waldwege und unerlaubte Schürfungen im Hauptwall durch Metallsondengänger in Mitleidenschaft gezogen. Desweiteren sind durch die Steilhanglage und die Steinbruchtätigkeit die Wälle durch Erosion geschädigt. Immer mehr freiliegende Bruchsteine aus dem Wallfuß rutschen am Steilhang ab.

Bodendenkmal
Das Objekt ist ein eingetragenes Bodendenkmal (LVR-ABR SU 053).

(Christine Wohlfarth, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2012)

Die Erfassung und Bearbeitung erfolgten im Rahmen des von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) geförderten Projektes „Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg“.

Internet
www.bodendenkmalpflege.lvr.de: Projekt „Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg“ (abgerufen 30.08.2017)

Literatur

Offer, H. (1971)
Naturpark, Naturschutzgebiet Siebengebirge. S. 22, Bonn.
Roth, Hermann Josef (1977)
Das Siebengebirge. (Rheinische Landschaften 13.) S. 4, o. O.

Abschnittbefestigung Kitzenhardt

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Bodendenkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Prospektion, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 450, Ende 900

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Abschnittbefestigung Kitzenhardt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-77634-20131021-4 (Abgerufen: 21. Oktober 2019)
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