Denkmalbereich „Siedlung Alt-Frankenforst“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Bergisch Gladbach
Kreis(e): Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Bergisch Gladbach-Bensberg, Siedlung Alt-Frankenforst

    Bergisch Gladbach-Bensberg, Siedlung Alt-Frankenforst

    Copyright-Hinweis:
    LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Jürgen Gregori
    Fotograf/Urheber:
    Jürgen Gregori
    Medientyp:
    Bild
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    Bergisch Gladbach-Bensberg, Siedlung Alt-Frankenforst

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Rechtsrheinisch auf der Mittelterrasse des Rheintales am Rand des Königsforstes zwischen Bensberg und Refrath liegt die Waldsiedlung Frankenforst. Der Name „Frankenforst“ geht zurück auf ein abgegrenztes Waldareal, das unter dem fränkischen Grafen Giselbert in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts erstmals nachgewiesen ist - den Frankenforst. Heute liegt die Waldsiedlung an der Verbindungsstraße von Köln nach Bensberg, südwestlich begrenzt von der Eisenbahnlinie Köln-Bergisch Gladbach, ehemals im Anschluss an den alten Bahnhof Bensberg. Die Geschichte der Siedlung beginnt im frühen 20. Jahrhundert.

Die um 1900 mit der allgemeinen Industrialisierung einhergehende Erschließung neuer Fabrikstandorte, der damit verbundene Zuzug und die steigenden Nachfrage nach neuem Wohnraum führten zu planmäßigen Stadterweiterungen, angestoßen durch die Städte selbst oder aufgrund privater Initiative. So erwarb im Jahr 1909 die Kölner Gesellschaft (GmbH) Waldhaus Villenkolonie „Frankenforst“ ein rechteckig zugeschnittenes, 337 Morgen großes, weitgehend ebenes Landstück im Frankenforst. Logistisch erschlossen und nahe bei Bensberg, eignete sich das Areal, von zwei Bächen durchzogen und licht mit Mischwald bestanden, in besonderer Weise zur Anlage einer Villenkolonie für den gehobenen Bürgerstand. Statt hoher Mieten und ungesunder Lebensumstände einer Großstadt war die Lage im Grünen verlockend, zumal der günstige Landerwerb den Zuschnitt repräsentativer Wohnbauten auf großen Grundstücken ermöglichte.

Die Gesellschaft fertigte einen Gesamtplan, mit dem sie 1910 in einem Prospekt die Grundstücke zum Kauf und zu einer villenähnlichen Bebauung anbot und vermarktete. Bauleitender Architekt war von 1909 bis 1912 Jean Klein.

Die Gesellschaft warb mit der eigens geschaffenen Kanalisation und der Drainage des Gebietes. Das Oberflächenwasser floss zur Trockenlegung des Terrains in eine etwa in der Mitte der Anlage bestehende Grube, die als Bestandteil der Gesamtkonzeption zu einem Teich rundum baulich gefasst wurde. Der Teich ist heute verlandet und zu einer ovalen Grünanlage umgestaltet. Ausgehend von einem zentralen Platz entwickelt sich annähernd symmetrisch ein Netz aus gleichbreiten und untereinander gleichrangigen Erschließungsstraßen, flankiert von Baumreihen aus straßenweise wechselnden Baumsorten. Die Kreuzungspunkte und Mündungsbereiche sind platzartig erweitert. Das Gebiet war ursprünglich gleichmäßig in etwa 150 überwiegend 20 Meter schmale, tiefe Grundstücke von 1.000 bis 2.300 Quadratmeter Fläche parzelliert. Die Baukörper waren so platziert, dass durch die 8 Meter tiefen Vorgärten ein gleichmäßiger Distanzraum zur Straße entstand und rückwärtig Nutzgärten bewirtschaftet werden konnten.

21 Häuser entstanden bis zum Ersten Weltkrieg; 1923 wurde die Gesellschaft aufgelöst, bis 1927 waren 26 Häuser errichtet. Zwischen 1945 und 1954 wurden Häuser von Besatzungstruppen beschlagnahmt. Der zentrale Platz wurde durch Auffüllung verändert. Ab 1954 ergänzten Neubauten die Siedlung, der Föhrenweg wurde neu angelegt. Bis 1960 entstanden 54 Häuser, die sich in der Bauweise und der Ausformung der Baukörper in die gegebene Struktur und Gestalt einfügten, wogegen die weiteren 50 Objekte, die nach 1960 errichtet wurden, durch Grundstücksteilung und Neuanlage von Stichwegen das ursprüngliche Konzept veränderten. Einzelne Objekte wurden beseitigt, die Grundstücke neu aufgeteilt, die rückwärtigen Freiflächen baulich verdichtet, wobei die bestehende Bäume, überwiegend Eichen, weitgehend erhalten blieben.

Trotz der baulichen Veränderungen zeichnet sich die Siedlung als Gesamtanlage bis heute insbesondere durch den Parkwaldcharakter aus freistehenden untereinander annähernd gleichwertigen Baukörper auf großzügig bemessenen Grundstücken mit altem Baumbestand aus, wobei die Ausformung der freistehenden Häuser vom traditionellen vielgliedrigen Bautyp der malerischen Villa bis zur klaren Baukörpergliederung im Anklang an das „Neue Bauen“ variiert. Hecken, Bäume und Sträucher prägen den Straßenraum und stehen mit der Architektur in einem historischen Zusammenhang.

Einzelne wenige Villen, punktuell über das Gebiet verteilt, sind denkmalwert.

1991 wurde eine Denkmalbereichssatzung erlassen, um über Einzelobjekte hinaus den historischen Gesamtcharakter aus Siedlungsgrundriss, denkmalwerter und erhaltenswerter Bausubstanz insgesamt, aus Freiflächen (Gärten, Plätzen und Straßenräumen), typischen Blickbezügen und den Straßenraum prägenden Details wie Mauern, Zäune, historische Beläge, zu erhalten.

(Elke Janßen-Schnabel / Kati Pataki, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2009)

Denkmalbereich „Siedlung Alt-Frankenforst“

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Waldgürtel
Ort
51427 Bergisch Gladbach - Frankenforst
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Denkmalbereich gem. § 5 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1909
Koordinate WGS84
50° 57′ 34,09″ N, 7° 08′ 18,23″ O / 50.95947°, 7.1384°
Koordinate UTM
32U 369263.12 5646967.65
Koordinate Gauss/Krüger
2580024.85 5647755.13

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„Denkmalbereich „Siedlung Alt-Frankenforst“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-77026-20131015-2 (Abgerufen: 18. November 2018)
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