Rurtalbahn Düren - Heimbach

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Düren, Heimbach (Nordrhein-Westfalen), Hürtgenwald, Kreuzau, Nideggen
Kreis(e): Düren
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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Am Vorabend des Ersten Weltkriegs war Düren eine wichtige Industrie- und Gewerbestadt und galt als eine der wohlhabendsten Städte Deutschlands. Bereits 1880 gab es an die 93 Fabrikbetriebe. Viele von ihnen hatten sich im Rurtal angesiedelt. Auf Drängen der Industriellen wurde um die Jahrhundertwende die Rurtalbahn gebaut.

Die von der wichtigen Eisenbahnverbindung Köln-Aachen in Düren abzweigende Nebenstrecke Düren-Heimbach hat eine Länge von circa 30 Kilometer und nutzt das sanfte Gefälle des Rurtals für die Schienenführung. Die Nebenstrecke besitzt 17 Haltestellen und bindet das südliche Dürener Kreisgebiet der Eifel und Voreifel an die Stadt Düren an. Betreibergesellschaft der Strecke ist heute die Rurtalbahn GmbH, wobei der Kreis Düren Gesellschafter mit 25% der Anteile ist. Auf der Strecke wird Personenverkehr, aber auch Güterverkehr geleistet.

Mit dem Bau der wichtigen Bahnstrecke Köln – Aachen über Düren begannen auch die Überlegungen, die Eifel mit Eisenbahnstrecken zu erschließen. 1846 gründete sich in Düren ein Eisenbahnkomitee, um einen Streckenbau von Düren nach Trier zu planen. Eine Überlegung war es, das Rurtal zu nutzen und die Strecke über Heimbach und dann die Urft aufwärts über Schleiden zu führen. Gebaut wurde schließlich eine andere Variante über Euskirchen, Mechernich und Kall.
Dennoch drängte die im Umfeld angesiedelte Industrie weiter auf den Bau der Rurtalstrecke. 1892 war es endlich soweit. Der Streckenabschnitt Düren – Kreuzau mit Personenverkehr wurde eröffnet. Der weitere Ausbau verzögerte sich dann allerdings noch um Jahre. Vor allem die Brückenbauwerke über die Rur kosteten viel Geld. Im Jahr 1903 konnte schließlich die komplette Strecke bis Heimbach befahren werden (siehe Wikipedia: Bahnstrecke Düren-Heimbach). Für eine einfache Fahrt von Düren nach Heimbach musste man damals in der vierten (Holz-)Klasse 60 Pfennig bezahlen, in der dritten Klasse 1,20 Mark und in der vornehmeren zweiten Klasse 1,80 Mark. „Militärpersonen“ brauchten nur 50 Pfennig für eine Fahrkarte hinlegen (Krause 2001, S. 228).

Der Anschluss an den überregionalen Verkehr war für die anliegenden Dörfer von großer Bedeutung. Der mühsame Transport auf dem Landweg von Personen und Waren konnte jetzt wesentlich bequemer auf dem Schienenweg erfolgen. Noch wichtiger erwies sich die Bahnstrecke im Hinblick auf den Tourismus. Mit der Fertigstellung der Urfttalsperre 1905 – damals die größte Talsperre Europas – setzte ein wahrer Touristenstrom ein: „Ende der 20er Jahre beispielsweise war der Andrang so groß, dass in der Sommersaison an Sonntagen drei zusätzliche Personenzugpaare gefahren werden mussten“ (Krause 2001, S. 228). Dies blieb auch noch bis in die 1960er Jahre so, wo es an Sonntagen durchgängige Züge von Aachen, Mönchengladbach und Düsseldorf gab, die so genannten Sonntagsausflugszüge (siehe Wikipedia: Bahnstrecke Düren-Heimbach).
Die 1970er und 1980er Jahre standen im Zeichen des Niedergangs der Strecke. Lange Zeit war ungewiss, ob sie nicht doch ganz eingestellt werden würde. In den 1990er Jahren erfolgte eine Revitalisierung durch Privatisierung. Inzwischen ist die Strecke wieder sehr attraktiv geworden, insbesondere auch für Ausflügler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Nationalparkregion Eifel reisen möchten. An die Entstehungszeit der Strecke erinnern insbesondere die historischen Bahnhofsbauwerke in Nideggen (Brück), in dem heute die Biologischer Station des Kreises Düren unterbracht ist, und der Bahnhof in Heimbach, der unter anderem das Nationalparktor Heimbach beherbergt.

(Gabriele Harzheim, 2013, erstellt für den LVR-Fachbereich Umwelt im Rahmen des Projektes „1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“ www.rheinland1914.lvr.de)

Internet
de.wikipedia.org: Bahnstrecke Düren-Heimbach (abgerufen 16.08.2013)

Literatur

Krause, Markus (2001)
Die Rurtalbahn. Die Wiedergeburt einer ländlichen Nebenbahn. In: Harzheim, Gabriele / Krause, Markus / Stender, Detlef / Landschaftsverband Rheinland: Gewerbe- und Industriekultur in der Eifel. Touren zu Denkmälern, Landschaften und Museen, Köln.

Rurtalbahn Düren - Heimbach

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Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1892
Koordinate WGS84
50° 42′ 41,98″ N, 6° 28′ 24,13″ O / 50.71166°, 6.47337°
Koordinate UTM
32U 321622.17 5620806.17
Koordinate Gauss/Krüger
2533478.85 5619677.14

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„Rurtalbahn Düren - Heimbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-70101-20130724-2 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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