Jüdischer Friedhof Lutzerath

Judenfriedhof in der Römerstraße

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Lutzerath
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Der am Ortsrand in unmittelbarer Nachbarschaft zum allgemeinen Friedhof gelegene Begräbnisplatz der Lutzerather Juden wurde Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt und von vermutlich 1861 (ältester Grabstein von 1860/61, Reuter 2007; die Denkmalverzeichnisse 2011 und 2014 nennen hingegen jeweils ohne Beleg 1689) bis Januar 1942 belegt. Die Gesamtfläche des Friedhofs beträgt 1410 Quadratmeter, wovon 117 Quadratmeter auf ein Nadelwäldchen entfallen. Das eigentliche Gräberfeld umfasst etwa 240 Quadratmeter.
Der Friedhof und die meisten Grabsteine wurden in der NS-Zeit zerstört und abgeräumt. 11 Grabsteine sind hier noch erhalten geblieben, ferner drei Fragmente und Sockel.
„Nach dem Zwangsverkauf 1942 wurde der größte Teil der Grabsteine abgeräumt und verkauft.“ (uni-heidelberg.de)

„Da das Friedhofsgelände nie eingezäunt war, wurden die Grabsteine, die nach 1945 gerettet werden konnten, immer wieder beschädigt und umgeworfen und das Gelände als Spielplatz oder Ort zum Feiern missbraucht. Einen Zaun oder eine Einfriedung gibt es nicht. Aktenkundige Schändungen gab es in den 1980er-Jahren sowie 1993. Am 20. Oktober 1995 wurde der Friedhof unter Denkmalschutz gestellt. (…) Der Friedhof wurde in einem unwürdigen Zustand vorgefunden. Anstatt lose Grabsteine fachmännisch zu befestigen, wurden sie mit Eisendraht an Holzpfähle gebunden. An einem Grabstein fehlen diese Stützen gänzlich. Manche Grabsteine sind nur noch fragmentarisch erhalten“ (www.alemannia-judaica.de, Bestandsaufnahme 11. Mai 2008)

Der „Jüdische Friedhof, (hinter) Römerstraße 45, 11 Grabstelen 1689-1942“ ist als geschütztes Kulturdenkmal (Denkmalzone) ausgewiesen (Denkmalverzeichnis Kreis Cochem-Zell, S. 31).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2013)

Internet
www.alemannia-judaica.de: Friedhof Lutzerath (abgerufen 02.07.2013)
www.uni-heidelberg.de: Jüdischer Friedhof Lutzerath (abgerufen 02.07.2013)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2014)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Cochem-Zell (Denkmalverzeichnis Kreis Cochem-Zell, 31. März 2014). S. 31, Koblenz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, Cochem-Zell, abgerufen am 26.11.2015
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2011)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Cochem-Zell (Denkmalverzeichnis Kreis Cochem-Zell, 29. Dezember 2011). S. 31, Koblenz.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 61, Bonn.

Jüdischer Friedhof Lutzerath

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Römerstraße 45
Ort
56826 Lutzerath
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1689 bis 1860
Koordinate WGS84
50° 07′ 41,54″ N, 7° 00′ 44,31″ O / 50.1282°, 7.01231°
Koordinate UTM
32U 357932.19 5554776.83
Koordinate Gauss/Krüger
2572428.42 5555159.77

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„Jüdischer Friedhof Lutzerath”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-68759-20130702-2 (Abgerufen: 22. Februar 2018)
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