Kloster Marienberg in Boppard

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Boppard
Kreis(e): Rhein-Hunsrück-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Innenraum des früheren Klosters Marienberg in Boppard mit Spuren der Nutzung durch die „Transzendentale Meditation“ und Graffiti (2009).

    Innenraum des früheren Klosters Marienberg in Boppard mit Spuren der Nutzung durch die „Transzendentale Meditation“ und Graffiti (2009).

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  • Kloster Marienberg in Boppard, Ansicht des zunehmenden verfallenden Gebäudes (2018).

    Kloster Marienberg in Boppard, Ansicht des zunehmenden verfallenden Gebäudes (2018).

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  • Kloster Marienberg in Boppard, Ansicht des zunehmenden verfallenden Gebäudes (2018).

    Kloster Marienberg in Boppard, Ansicht des zunehmenden verfallenden Gebäudes (2018).

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  • Turm mit Wetterfahne am Kloster Marienberg in Boppard (2009)

    Turm mit Wetterfahne am Kloster Marienberg in Boppard (2009)

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  • Fassade mit Balkonen am Kloster Marienberg (2009)

    Fassade mit Balkonen am Kloster Marienberg (2009)

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  • Historische Aufnahme des Bopparder Klosters Marienberg als Kaltwasserkuranstalt (zwischen 1890 und 1900).

    Historische Aufnahme des Bopparder Klosters Marienberg als Kaltwasserkuranstalt (zwischen 1890 und 1900).

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  • Kloster Marienberg in Boppard in einer Ansicht aus der Zeit zwischen 1834 und 1865.

    Kloster Marienberg in Boppard in einer Ansicht aus der Zeit zwischen 1834 und 1865.

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  • Kloster Marienberg in Boppard auf einer historischen Postkarte (um 1890)

    Kloster Marienberg in Boppard auf einer historischen Postkarte (um 1890)

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  • Turm mit Wetterfahne am Kloster Marienberg in Boppard (2009)

    Turm mit Wetterfahne am Kloster Marienberg in Boppard (2009)

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  • Anbau im Innenhof des Klosters Marienberg in Boppard (2009)

    Anbau im Innenhof des Klosters Marienberg in Boppard (2009)

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  • Innenraum mit Baustützen im Kloster Marienberg in Boppard (2009)

    Innenraum mit Baustützen im Kloster Marienberg in Boppard (2009)

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  • Säulen in einem Innenraum des Klosters Marienberg in Boppard (2009)

    Säulen in einem Innenraum des Klosters Marienberg in Boppard (2009)

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    Fassade mit Balkonen am Kloster Marienberg (2009)

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  • Kloster Marienberg in Boppard (2009)

    Kloster Marienberg in Boppard (2009)

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Das Kloster Marienberg in Boppard steht mitsamt dem dazu gehörigem Park seit 1982 unter Denkmalschutz. Die Denkmalzone umfasst mit 3,8 Hektar. Heute befindet sich das ehemalige Kloster in einem schlechten Zustand und gilt inzwischen als so genannter „Lost Place“.

Erster Klosterbau 1120/1125
Zweiter, barocker Bau 1739/1753
Aufhebung 1794/1802 und weitere Nutzung des Klosters
Zustand und Entwicklung ab 1996
Internet

Erster Klosterbau 1120/1125
Das Benediktinerinnenkloster wurde außerhalb der mittelalterlichen Stadt Boppard errichtet. Es entstand um das Jahr 1120 für adlige Nonnen und unterstand der Abtei St. Eucharius in Trier (Engels 2006, Bönnen / Hirschmann datieren die Gründung auf „vor 1125“). Eine Gruppe von Bürgern erwarb die Marienkapelle mit angrenzenden Ländereien. Sie stifteten die Abtei, welche zuerst „Marienbodenberg“, später „Hohes Kloster“ genannt wurde.
Die Klosteranlage wurde drei Jahre nach Gründung erbaut, das Kloster entwickelte sich schnell zu einem Reichskloster. Bis 1738 wurde der Bau des Klosters durch einen Glockenturm mit Welscher Haube, einem Prioratsbau aus Fachwerk und Sattel- und Walmdächern charakterisiert. Danach wurden durch einen Brand große Teile des Kreuzganges und Anbauten zerstört. Zudem verlor die Kirche das Dach und ihr Turm den Aufsatz.
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Zweiter, barocker Bau 1739/1753
Der Wiederaufbau fand in den Jahren 1739 bis 1753 statt und gab dem Kloster ein neues Aussehen. Durch den Architekten Thomas Neurohr wurde eine barocke Anlage mit Wohngebäuden aus Massivbauten errichtet, deren Dächer nun Mansarden-, oder wie bei der Kirche, Satteldächer waren. Die Fassade auf der Hofseite des Prioratsbaues wurde durch Giebelrisalite gegliedert. Zudem wurde der Westflügel verlängert und ein Querbau am Südriegel angebaut. Der Kirchturm bekam eine Haube mit langgestreckter Laterne mit Zwiebelhelmaufsatz.
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Aufhebung 1794/1802 und weitere Nutzung des Klosters
Die französische Besatzung 1794 bewirkte, dass die Nonnen das Kloster verließen. Zu dieser Zeit wurde das Kloster für die Unterbringung des Militärs genutzt. Zudem wurde durch die einsetzende Säkularisation die Klosterkirche bis auf den Turm abgebaut.
1802 wurde das Kloster offiziell aufgehoben und erfuhr in den nächsten zwei Jahrhunderten viele verschiedene Nutzungen. Schon im selben Jahr kaufte der Geschäftsmann Theodor Doll das Anwesen und richtete in den Abteigebäuden eine Baumwollspinnerei und eine Strumpfwirkerei mit ca. 120 Arbeitern ein. Bereits 1814 wurden diese aufgrund der Unwirtschaftlichkeit geschlossen.
Erst 25 Jahre später, im Jahr 1839, wurden die Räume des ehemaligen Klosters erneut genutzt. Der Arzt Dr. Franz Josef Schmitz richtete eine Kaltwasserkuranstalt ein, die 150 Zimmer und viele Säle, sowie 14 Vollbäder und zahlreiche Duschen, Sprudel-, Sitz- und Wellenbäder beinhaltete. Um dies umzusetzen waren Renovierungsarbeiten durchgeführt worden. Dazu wurden die Korridore mit Platten verlegt, neue Fenster eingesetzt, Wände gestrichen und tapeziert und gusseiserne Wasserleitungen verlegt. Der Garten wurde umgestaltet, dass er in der Form dem heutigen Park entspricht.
Das frühere Kloster wandelte sich ab 1918 mit der Übernahme des Anwesens durch den Orden der Ursulinen in eine Internatsschule. Das Gebäude wurde zwar während des Zweiten Weltkrieges beschädigt, der Schulbetrieb konnte aber 1945 wieder aufgenommen werden. Dennoch wurde das Internat 1979 geschlossen und verkauft.
Von 1981 bis 1984 wurde das Anwesen durch die Akademie der Sekte „Transzendentale Meditation“ benutzt und wechselte ab 1984 mehrfach den Besitzer. Zeitweise stand das Gebäude aber auch leer. Eine Zwangsversteigerung 1996 beendete die Besitzlosigkeit.
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Zustand und Entwicklung ab 1996
Im Mai des Jahres 1996 wurde das Gebäude von einem Sachverständigen untersucht und als sanierungsbedürftig eingestuft. Im Dezember desselben Jahres erstand die Gattin eines Immobilienunternehmers das Kloster und andere Landflächen bei einer Zwangsversteigerung für 2,7 Millionen DM, wobei der Verkehrswert zu dieser Zeit bei 5,1 Millionen DM lag. In den nächsten Jahren verwahrloste das Anwesen zunehmend, da keine notwendigen Sanierungsmaßnahmen getroffen wurden. Die Besitzerin stellte darauf am 16. Mai 2007 den Antrag auf Abriss des denkmalgeschützen Baus. Sie argumentierte dabei mit dem Denkmalschutzgesetz.
„Demnach darf ein Denkmal abgerissen werden, und zwar nur aus diesem einen Grund, wenn sein Erhalt für den Eigentümer nicht zumutbar ist. Den Investitionen in die marode Anlage stünden keine Nutzungserträge gegenüber, argumentierte die Eigentümerin. Deshalb könne sie der vom Gesetzgeber (Korrektur Verf.) geforderten Erhaltungspflicht aus den mit dem Kulturdenkmal zu erzielenden Einnahmen nicht nachkommen.“ (Rhein-Zeitung 2012).
Dem Antrag wurde nicht stattgegeben, da die Besitzerin nicht nachgewiesen habe, dass das Kloster wirtschaftlich nicht mehr nutzbar oder unverkäuflich sei. In dieser Zeit musste die Stadt Boppard bei wichtigen Sanierungsarbeiten in Vorleistung gehen. Zudem ging der Park des Anwesens, der Marienpark, an die Stadt.

Seit dem 16. Juni 2012 ist das Anwesen – das inzwischen als so genannter „Lost Place“ (sinngemäß „vergessener Ort“) gilt – im Besitz einer Bonner Familie. Sie ersteigerte es für 72.000 Euro, wobei die anfallenden Sanierungskosten auf mindestens 20 Millionen Euro geschätzt werden.
Im Sommer 2018 ist das Kloster Marienberg nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich während der Verfall immer weiter voranschreitet: Die Tore sind zu und die Scheiben in den meisten Fenstern sind kaputt (Hinweis Herr Pach, August 2018).

(Philipp Frederik Huntscha, 2013 / freundlicher Hinweis von Herrn Marcin Pach, 2018)
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Internet
de.wikipedia.org: Kloster Marienberg (Boppard) (abgerufen 29.05.2013)
www.pro-rheintal.de: Kloster Marienberg (PDF-Datei, abgerufen 29.05.2013)
www.klosterlexikon-rlp.de Kloster Marienberg (abgerufen 29.05.2013)
www.optiker-holz.de: Kloster Marienberg, Altes Benediktinerinnenkloster (abgerufen 29.05.2013)
www.dnk.de: Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, Pressemitteilung Nr. 55/2009 (02.12.2009): Kloster Marienberg in Boppard darf nicht abgerissen werden (PDF-Datei, abgerufen 29.05.2013)
www.landtag.rlp.de: Landtag Rheinland-Pfalz, Drucksache 15/2177 (30. 04. 2008, PDF-Datei, abgerufen 29.05.2013)
www.rhein-zeitung.de: „Bopparder Kloster Marienberg wird nicht saniert“ (Rhein-Zeitung vom 29.06.2010, abgerufen 29.05.2013)
www.rhein-zeitung.de: „Kloster Marienberg kommt unter den Hammer“ (Rhein-Zeitung vom 14.06.2012, abgerufen 29.05.2013)
www.rhein-zeitung.de: „Kloster Marienberg: Abriss bleibt verboten“ (Rhein-Zeitung vom 15.06.2012, abgerufen 29.05.2013)
www.rhein-zeitung.de: „Boppard: Kehrt Marienberg ins Leben zurück?“ (Rhein-Zeitung vom 15.06.2012, abgerufen 29.05.2013)
www.rhein-zeitung.de: „Boppard: Marodes Kloster Marienberg für 72.000 Euro versteigert“ (Rhein-Zeitung vom 18.06.2012, abgerufen 29.05.2013)
www.rhein-zeitung.de: „Kloster Marienberg: Sanierung kostet viel Geld“ (Rhein-Zeitung vom 26.04.2013, abgerufen 29.05.2013)
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Literatur

Bönnen, Gerold; Hirschmann, Frank G. (2006)
Klöster und Stifte von um 1200 bis zur Reformation. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.3.) S. 27, Bonn.
Engels, Odilo (2006)
Klöster und Stifte von der Merowingerzeit bis um 1200. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IX.2.) S. 21, Bonn.

Kloster Marienberg in Boppard

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Marienberg
Ort
56154 Boppard
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1120 bis 1125
Koordinate WGS84
50° 13′ 43,56″ N, 7° 35′ 46,34″ O / 50.22877°, 7.59621°
Koordinate UTM
32U 399874.14 5565009.48
Koordinate Gauss/Krüger
3399909.22 5566795.85

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„Kloster Marienberg in Boppard”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-66162-20130529-2 (Abgerufen: 16. August 2018)
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