Ehemaliges Arbeitslager in Bongard

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bongard
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Zeitgenössisches Bild (undatiert): Das ehemalige Arbeitslager in Bongard im Winter.

    Zeitgenössisches Bild (undatiert): Das ehemalige Arbeitslager in Bongard im Winter.

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  • Schautafel der Geschichtsstraße Kelberg zum ehemaligen Arbeitslager in Bongard (Station 31)

    Schautafel der Geschichtsstraße Kelberg zum ehemaligen Arbeitslager in Bongard (Station 31)

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    Burggraaff, Peter; Richter Melanie / Verbandsgemeinde Kelberg
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    Burggraaff, Peter; Richter Melanie
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  • Das Gebäude des ehemaligen Arbeitslagers in Bongard als Wohnhaus (2014).

    Das Gebäude des ehemaligen Arbeitslagers in Bongard als Wohnhaus (2014).

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    Peter Burggraaff
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  • Das Gebäude des ehemaligen Arbeitslagers in Bongard in seiner gegenwärtigen Nutzung als Wohnhaus.

    Das Gebäude des ehemaligen Arbeitslagers in Bongard in seiner gegenwärtigen Nutzung als Wohnhaus.

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    Peter Burggraaff
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Selten weckt die Bezeichnung „Lager“ so unterschiedliche Empfindungen wie bei diesem Haus am Ortsausgang von Bongard.

Das Arbeitslager entstand 1937. Es gab zwei Schlafräume mit je 30 Betten, eine Küche, einen Aufenthaltsraum und den Querbau der Lagerleitung. Zuerst zogen wie geplant Mitglieder des Reichsarbeitsdienstes ein, die in der Ödlandkultivierung arbeiteten. Anfang 1939 wurden dann jedoch Juden aus verschiedenen Teilen des Landes zwangsweise im Lager untergebracht. Ihr Arbeitsweg führte morgends und abends durch den Ort. Wahrscheinlich mussten Sie in der Ödlandkultivierung arbeiten. Ob sie am Westwallbau eingesetzt worden sind, ist nichtg bekannt. Dennoch ist wenig über die Bedingungen im Lager und über ihren Abtransport nach einem halben Jahr (Juli oder August) bekannt. Bis 1941 folgten Kriegsgefangene, die die Ödlandkultivierung weiter vorantreiben sollten. Nach Leerstand und Plänen für ein Schullandheim nutzte die Hitlerjugend das Gebäude ab 1943 als Landdienstlager. Die einquartierten Haushaltshilfen arbeiteten in Bongard, Bodenbach, Borler und Gelenberg.

Nach Kriegsende bewohnten Notstandsarbeiter (Waldarbeiter) und Flüchtlinge das Lager, bevor der neue Eigentümer 1946 eine Gastwirtschaft einrichtete. Trotz mehrmaligen Umbaus blieben als typische Kennzeichen der große Saal und die ehemaligen Schlafräume erhalten (Diewald 1988).
Bis 1989 war das „Lager“ eines jener typischen Lokale für Kirmes, Karneval und Familienfeste. Heute wird das ehemalige Lager privat bewohnt (Geschichtsstraße Kelberg, Abschnitt II, Station 31).

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2013)

Literatur

Burggraaff, Peter (2009)
Die Geschichtsstraße Kelberg als vermittelndes interkommunales Projekt. In: Vermittlung von Kulturlandschaften. Initiative zur Förderung des Kulturlandschaftsbewusstseins (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 73-83. Bonn.
Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter / Bundesamt für Naturschutz und Bund Heimat und Umwelt (Hrsg.) (2010)
Landschaft erzählen – die Geschichtsstraße in Kelberg (Eifel) als Fallbeispiel für die Erläuterung von Natur- und Kulturerbe. In: Wege zu Natur und Kulturlandschaft (hrsg. vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), S. 56-71. Bonn.
Diewald, Annelie (1988)
Das Arbeitslager in Bongard. Wechselvolle Geschichte eines Gebäudes. In: Heimatjahrbuch Landkreis Daun 1988, S. 185 ff. Monschau.
Mertes, Erich (2003)
Chronik von Bongard. 218-221, Niederprüm.

Ehemaliges Arbeitslager in Bongard

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1937
Koordinate WGS84
50° 17′ 40,08″ N, 6° 49′ 51,65″ O / 50.29447°, 6.83101°
Koordinate UTM
32U 345513.43 5573621.66
Koordinate Gauss/Krüger
2559259.2 5573492.9

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„Ehemaliges Arbeitslager in Bongard”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-61617-20130226-3 (Abgerufen: 20. August 2018)
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