Schloss Stolzenfels

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Schloss Stolzenfels bei Koblenz (2011).

    Schloss Stolzenfels bei Koblenz (2011).

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  • Schloss Stolzenfels in Koblenz (2015)

    Schloss Stolzenfels in Koblenz (2015)

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  • Schloss Stolzenfels bei Koblenz (2014)

    Schloss Stolzenfels bei Koblenz (2014)

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  • Schloss Stolzenfels bei Koblenz (2014)

    Schloss Stolzenfels bei Koblenz (2014)

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  • Schloss Stolzenfels bei Koblenz (2014)

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  • Schloss Stolzenfels in Koblenz (2011)

    Schloss Stolzenfels in Koblenz (2011)

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  • Schloss Stolzenfels in Koblenz (2011)

    Schloss Stolzenfels in Koblenz (2011)

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  • Schloss Stolzenfels in Koblenz (2011)

    Schloss Stolzenfels in Koblenz (2011)

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  • Schloss Stolzenfels in Koblenz (2011)

    Schloss Stolzenfels in Koblenz (2011)

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  • Historische Postkarte mit der Ruine von Burg Stolzenfels bei Koblenz (R. Bodmer, altkolorierter Aquatinta-Stich nach einer Vorlage von J. A. Lasinsky, um 1830)

    Historische Postkarte mit der Ruine von Burg Stolzenfels bei Koblenz (R. Bodmer, altkolorierter Aquatinta-Stich nach einer Vorlage von J. A. Lasinsky, um 1830)

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Schloss Stolzenfels ist wohl die prächtigste unter den zahlreichen Burgen des 19. Jahrhunderts am Rhein und eine der bedeutendsten Bauschöpfungen der deutschen Romantik. Seit 2002 ist das Schloss Bestandteil des Welterbes „Oberes Mittelrheintal“ der UNESCO.

Das Schloss liegt im Stadtteil Stolzenfels, am südlichen Ende von Koblenz, am linken Rheinufer, gegenüber der Mündung der Lahn. Erbaut wurde die Burg im Jahre 1242 von Erzbischof Arnold von Isenburg (um 1190-1259. Erzbischof von Trier 1242-1259). Sie war die erste kurtrierische Befestigung auf der linken Rheinseite. Bis in das Jahr 1412 diente die Burg dazu, den Rheinzoll einzutreiben. Stolzenfels bildet das Pendant zur Burg Lahneck, da diese wenige Jahre vor Stolzenfels erbaut wurde und auch Rheinzoll eintrieb (Gniffke/Otto 2012, S. 4). Stolzenfels wurde als Burg erbaut und zerstört, beim Wiederaufbau von 1838 bis 1842 wurde die Burg als preußische Sommerresidenz am Rhein, als Schloss wieder errichtet, das alte Burgruinengemäuer wurde integriert.

Geschichte
Die Burg wurde nach einem 150-jährigen Verfall in der Romantik wiederaufgebaut. Aus diesem Grund vereinen sich in ihr verschiedene Baustile. So erinnert sie heute mit ihrem blockartigen Baukörper und den flachen Zinnenkränzen und Decken eher an eine englische neugotische Burg aus dem 18. bis 19. Jahrhundert.
Burg Stolzenfels war ein wichtiger Standort, viele bedeutende Adlige und Aristokraten des Mittelalters trafen sich in dieser Burg. Die Besitzer der Burg wechselten mehrfach zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert, im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg wiederholt von den Schweden und Franzosen eingenommen und 1688 von den Franzosen nach erfolgloser Belagerung zerstört. 1689 fiel die zerstörte Burg an die Stadt Koblenz und im 18. Jahrhundert wurde die Burg dann als Steinbruch genutzt.

Erst mit der Schenkung der Burg durch die Stadt Koblenz an den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (1795-1861, der spätere König Friedrich Wilhelm IV.) im Jahre 1823 brachen für die Burg bessere Zeiten an (Hörner 2012, S. 19-21). Dem Kronprinz gefiel die Region vor allem durch die Romantik und er sehnte sich nach der „heilen Welt des Mittelalters“, in der das Volk und der Herrscher harmonisch zusammenleben und es keine Verfassung gab. Die Kulisse des Rheins mit ihren Ruinen, Burgen und Schlössern vermittelte diesen Eindruck. Aus diesem Grund ließ Kronprinz Friedrich Wilhelm die Burg wieder aufbauen.
An den Arbeiten waren mit – neben anderen – Karl Friedrich Schinkel (1781-1841), Johann Claudius von Lassaulx (1781-1848) und Carl Schnitzler (1789-1864) einige der bedeutendsten Architekten und Festungsbaumeister der Zeit beteiligt. Beim Wiederaufbau von Stolzenfels wurden an dem Schloss neue Akzente gesetzt, aber auch alte beibehalten. Der Rückbezug soll dem Kronprinzen helfen, seine Herrschaft zu legitimieren (Hörner 2012, S. 15ff.). Der Preuße träumte davon, die gesamte romantische Landschaft zwischen Bingen und Bonn neu zu gestalten. Friedrich Wilhelm setzte die entscheidenden Impulse, die im 19. Jahrhundert zur Sicherung und auch zum Wiederaufbau vieler Ruinen führte.
So ist die Schenkung der Koblenzer Stadt an den Kronprinzen zu erklären, denn die Koblenzer kannten den Kronprinzen und seine Vorliebe für die Region, gleichzeitig stellt die Schenkung eine politische Geste dar (www.schloss-stolzenfels.de).

Zugang und Aufbau des Schlosses
Von der Rheinstraße aus führt ein Serpentinenweg zum Schloss. Über diesen Weg führt ein Viadukt, vorbei an einem künstlichen Wasserfall. Das erste Gebäude ist das Klausengebäude, welches früher Stallungen, Remise und Dienerschaftswohnungen beherbergte. Das Hochschloss selbst wird durch ein weiteres Tor betreten. Die umgebende Ringmauer des Schlosses um den heutigen Pergolagarten mit dem Adjutantenturm sowie die Bogenmauer der Westseite entstanden von 1336 bis 1338. Generell war der Aufbau der Burg durch den felsigen Untergrund erschwert. Davon zeugen heute noch die beiden Strebenpfeiler nahe der Nordwestecke.
Das letzte erbaute Gebäude ist die evangelische Kapelle, die zwischen 1843-1847 auf der Talseite errichtet wurde. Das heißt, mit einigen Unterbrechungen und dem Wiederaufbau wurde an der Burg von 1242 bis 1847 gebaut.

Das Schloss ist annähernd symmetrisch um die Längsachse und weist einen siebeneckigen Grundriss auf. Das Schloss birgt aus seiner Geschichte heraus viele Baustile. Die blockartigen Bauteile mit Flachdächern und Zinnenkränzen, der Bergfried, die Höhenlage und allgemein das strukturelle Gesamtbild sind Zeugen aus der Zeit der neugotischen Schlösser Englands. Es flossen aber auch antike und kurtrierische Elemente ein. Diese sind vor allem in dem Gärten, den Parks und bei der Inneneinrichtung zu begutachten.
Die Vielzahl der Türme unterschiedlicher Höhe und der einheitliche Zinnenabschluss verleihen der Burg eine malerische Optik. Die Burg ist ein Zeugnis der mittelalterlichen Baukunst und der Territorialgeschichte. Stolzenfels gilt als ein Hauptwerk der rheinisch-romantischen Baukunst und kann als Denkmal der Wohnkultur um die Mitte des 19. Jahrhunderts gesehen werden. Der Landschaftspark des Schlosses umfasst 9 Hektar und wurde als Jagdpark angelegt.

Heute ist das Schloss für die Öffentlichkeit geöffnet, aber auch zu Zeiten des Kronprinzen war sie frei zugänglich, wenn er nicht darin residierte (www.schloss-stolzenfels.de). Das Schloss wird von der Direktion Burgen, Schlösser und Altertümer der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz verwaltet. Seit 2002 ist das Schloss Stolzenfels Bestandteil des Welterbes Oberes Mittelrheintal der UNESCO.

(Anna Serwas, Universität Koblenz-Landau, 2014)


1823 schenkte die Stadt Koblenz dem preußischen Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV. die Ruine der mittelalterlichen Burg in der Hoffnung, dass Sicherung und Ausbau erfolgen würden. Dies geschah ab 1836 nach Skizzen von Karl Friedrich Schinkel durch den Festungsbaumeister Karl Schnitzler und andere Architekten. Nach Schinkels Tod 1841 stand die Gesamtplanung unter Leitung von Friedrich August Stüler, auf den die Planung für den Bau der Kapelle in den Jahren 1843-1847 gemeinsam mit Schnitzler zurückzuführen ist. Mittelalterlicher Bestand und romantischer Ausbau verbinden sich noch heute in Schloss Stolzenfels zu hohem malerischen Reiz.

(Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2013)

Internet
www.schloss-stolzenfels.de (abgerufen 22.01.2013)
www.burgen-rlp.de: Schloss Stolzenfels (abgerufen 11.09.2014)

Literatur

Backes, Magnus (Bearb.) / Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Verwaltung der Staatlichen Schlösser (Hrsg.) (1998)
Staatliche Burgen, Schlösser und Altertümer in Rheinland-Pfalz: Verzeichnis und Kurzbeschreibungen mit einer Übersichtskarte (5. überarb. u. erw. Aufl.). (Führer der staatlichen Schlösserverwaltung 7.) S. 172-177, Mainz.
Gniffke, Manfred / Otto, Werner (2012)
Koblenz. Gudensberg-Gleichen.
Hörner, Richard (2012)
Schloss Stolzenfels. Eine Einführung. Wörth am Rhein.
Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschtz e.V. (Hrsg.) (2016)
Kalender Rheinland 2017. Denkmal Landschaft Natur. Wermelskirchen.
Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. (Hrsg.) (2004)
Rheinland: Denkmal, Landschaft, Natur - 2005 (Jahreskalender 2005, 35. Jahrgang). Köln.
Weber, Ulrike / Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2013)
Stadt Koblenz, Stadtteile. (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 3.3 / Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland.) Worms.

Schloss Stolzenfels

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Rhenser Straße 38
Ort
Koblenz
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1242 bis 1847
Koordinate WGS84
50° 18′ 10,97″ N, 7° 35′ 31,81″ O / 50.30305°, 7.59217°
Koordinate UTM
32U 399742.42 5573273.72
Koordinate Gauss/Krüger
3399777.45 5575063.34

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„Schloss Stolzenfels”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-59539-20130122-2 (Abgerufen: 21. Mai 2018)
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