Sintherner Ölmühle

Olligsmühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Pulheim
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Heute befindet sich an der Sintherner Ölmühle der Einlauf in den Retentionsraum des Hochwasserrückhaltebeckens Sinthern.

    Heute befindet sich an der Sintherner Ölmühle der Einlauf in den Retentionsraum des Hochwasserrückhaltebeckens Sinthern.

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  • Die Sintherner Ölmühle und ihr Stauteich auf der Katasterkarte von 1912

    Die Sintherner Ölmühle und ihr Stauteich auf der Katasterkarte von 1912

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  • Blick in den ehemaligen Getriebekeller, dessen Gewölbe sich noch unverändert erhalten hat.

    Blick in den ehemaligen Getriebekeller, dessen Gewölbe sich noch unverändert erhalten hat.

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  • Das letzte Foto, welches das Wasserrad der Ölmühle zeigt stammt von ca. 1904

    Das letzte Foto, welches das Wasserrad der Ölmühle zeigt stammt von ca. 1904

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  • Die beiden Kollersteine an der Giebelwand sind die letzten Zeugnisse der Mühlenvergangenheit des Gebäudes.

    Die beiden Kollersteine an der Giebelwand sind die letzten Zeugnisse der Mühlenvergangenheit des Gebäudes.

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  • Blick über den verfüllten ehemaligen Stauteich auf die Mühle.

    Blick über den verfüllten ehemaligen Stauteich auf die Mühle.

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  • Das Gebäude der ehemaligen Sintherner Ölmühle.

    Das Gebäude der ehemaligen Sintherner Ölmühle.

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  • Auf der Tranchot-Karte von 1807/08 sind noch zwei Stauteiche zu erkennen. Die Gemeindegrenze verleif genau über den Zwischendamm

    Auf der Tranchot-Karte von 1807/08 sind noch zwei Stauteiche zu erkennen. Die Gemeindegrenze verleif genau über den Zwischendamm

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Die Sintherner Ölmühle liegt außerhalb der Ortslage zwischen Sinthern und Glessen am Pulheimer Bach. Der Betrieb wurde schon am Beginn des 20. Jahrhunderts eingestellt. Das Wasserrad ist verschwunden, Teich und Mühlgraben verfüllt. Die Mühle ist Privatbesitz.

Lage
Die Mühle wurde im ebenen Gelände errichtet, sie wurde daher unterschlägig betrieben.

Bauten und Zustand
Das Mühlengebäude, am Pulheimer Bach (Sintherner Bach), kurz hinter der Mündung des Keuschenbroichgrabens gelegen, ist noch vorhanden. Es wird vom Eigentümer als Wohnhaus genutzt. Mühlsteine des Kollergangs zur Gewinnung von Öl aus den Feldfrüchten lehnen am Nordgiebel. Der Mühlenweiher wurde zugeschüttet und zu einer Obstwiese umgestaltet, durch den der Bach fließt. (Kreiner, Pulheimer Bach, 2012, S. 35)

Technik
1837 Juli 13
Wasserzufluss: Keuscher Bach; oberhalb noch einigen Zuwachs zwischen Manstedten von Sprunggewässern.
1 Schälgang, 1 Ölpresse, 1 unterschlächtiges Wasserrad, 1 Gerinne. Von den Gängen kann in Bezug auf die Wasserkraft 1 (einige Stunden täglich) das ganze Jahr hindurch fortdauernd oder mit kleinen Unterbrechungen in Betrieb gesetzt werden, im Wechselwerk wegen geringer Wasserkraft. Gewerbsteuersatz 12 Rt (Gang 1), 2 Rt. (Gang 2), Summe 14 Rt., aus Billigkeitsgründen ist die Steuer ermäßigt bis auf 8 Rt. (Gang 1), 2 Rt. (Gang 2), Summe 10 Rt. Das Gefälle ist 5 Fuß; zwischen den 2 Teichen, welche von bedeutendem Umfange sind, gehen die Kreisgränzen durch. Bei aufgestauten Teichen kann 3 a 4 Stunden täglich gemahlen werden. Der Gersten-Schälgang wird nur selten gebraucht, und jeder kann nur für sich allein betrieben werden. Die Rinne hat 1 Fuß Breite, und die Teiche selbst sind teilweise sehr verschlammt, voll Morast. Die Reinigung derselben bleibt indessen äußerst kostspielig.

(Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Brauweiler Akten Reg. Köln 8845 fol. 17, Nr. 31)

Geschichte
Ob sich die Erstnennung einer Ölmühle zu Sintheren aus der Amtszeit des Brauweiler Abts Johannes I. von Wied (1498-1515) auf diesen Standort bezieht ist fraglich. Sicher ist, dass es in der Folge im 17./18. Jahrhundert nur eine Mühle in Sinthern gab, bis zum Neubau der Ölmühle im Jahre 1786.

1659
wurde die Ölmühle an der lantbrucken abgebrochen und nach Zons verlegt. (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Brauweiler Akten Brauweiler Akten 11, fol. 48v)

1786
Neubau der Ölmühle ahm Cörschenbroich, wo man über die bach auf das flistener fuß pfatt gehet (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Brauweiler Akten Brauweiler Akten 7, fol. 287r)

Besitz- und Pachtverhältnisse
Bereits 1340 wird eine Sintherner Mühle in der Brauweiler Klosterchronik (Binxmollen) erwähnt. 1514 ließ Abt Johann I. (1498-1515) zwei Mühlen in Sinthern bauen. (Wisplinghoff, Germania Sacra, S. 156; Eckertz, Chroniken, AHVN 18, S. 259)

1584 Entführung des Sintherner Müllers durch marodierende Soldaten (Wisplinghoff, Germania Sacra, S. 157; PfA Brauweiler, Acta Bl. 317b)

1597 November 30
Abt Heribert Ortegäus und der Convent von Brauweiler verschreiben dem Kloster Königsdorf eine Rente von 48 Thlr. gegen Darleihung von 800 Thlr. unter Verpfändung ihrer Mahl- und Oelmühle zu Sintheren bei Brauweiler.
(Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Abtei Brauweiler Urk. 196)

1823
Prozess des Mühlenbesitzers Peter Schmitz zu Synthern wegen des Zugangs und der Bewässerung einer bei der Mühle gelegenen Wiese
(Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Reg. Köln, BR 1040-325)

1830
Sinthern, 1 Wassermühle (Restorff 1830, S. 244; Sommer, S. 294)

1833 (März 14)
Keuschenbroichs Oelmühle (Glessener und Keuschenbroichs Bach)
Ölmühle. Eigentümer: Erben Peter Schmitz, Sinthern
(Verzeichnis Nr. IV der in der Bürgermeisterei Freimersdorf vorhandenen Wassermühlen. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Reg. Köln 2162, fol. 42r)

1837 (Juli 13)
Sinthern, Olligsmühle, Besitzer Erben Schmitz (Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Reg. Köln 8845, fol. 17, Nr. 31; vgl. Sommer, S. 294)

1843
1 Ölwassermühle (Übersicht Regierungsbezirk Cöln 1843, S. 13; Sommer, S. 294)

Es existiert ein altes Foto der Ölmühle aus dem Jahre 1904, das den Besitzer mit einem weißen Ziegenbock vor dem schon stark verfallenen großen unterschlächtigen Mühlrad zeigt. Das eiserne Rad befand sich offensichtlich schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Funktion. Das letzte Wasserrad der Mühle verfügte über eine hölzerne Achse, einfache hölzerne Speichen, aber einen doppelten stählernen Radkranz, dessen Schaufeln 1904 schon größtenteils verloren waren. Das Mühlengerinne war mit Erdreich verfüllt, das Mühlrad darin zu ca. 1/3 verschwunden. (vgl. Vogt. 1998, S. 185)

1920
Erwerb der Mühle (außer Betrieb) durch Arnold Wolter. Der letzte der beiden Mühlenweiher wird ca. 1922/23 verfüllt. Die Mühle befindet sich heute noch im Besitz der Familie Wolter. Keine Mühleneinrichtung mehr vorhanden (Angaben des Eigentümers Peter Wolter, 29.12.2009)

Adresse: Dammstraße 550, 50259 Pulheim

(Ralf Kreiner, 2013)

Quellen
  • Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Brauweiler Akten Reg. Köln 8845 fol. 17, Nr. 31
  • Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Brauweiler Akten Brauweiler Akten 11, fol. 48v
  • Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Brauweiler Akten Brauweiler Akten 7, fol. 287r
  • PfA Brauweiler, Acta Bl. 317b
  • Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Abtei Brauweiler Urk. 196
  • Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Reg. Köln, BR 1040-325
  • Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Reg. Köln 2162, fol. 42r
  • Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Reg. Köln 8845, fol. 17, Nr. 31

Literatur

Kreiner, Ralf / Rheinisches Mühlen-Dokumentationszentrum (RMDZ) (Hrsg.) (2012)
Pulheimer Bach. (Mühlendokumentation im Rhein-Erft-Kreis, Historische Dokumentation.) 33-39, Bergheim.
Restorff, F. von (1830)
Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Berlin, Stettin.
Sommer, Susanne (1991)
Wind- und Wassermühlen des linken Niederrheins. Die Wind und Wassermühlen des linken Niederrheins im Zeitalter der Industrialisierung (1814 - 1914). (Werken und Wohnen. Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland 19.) Köln.
Vogt, Hans (1998)
Niederrheinischer Wassermühlenführer. Krefeld.
Wisplinghoff, Erich (1992)
Die Benediktinerabtei Brauweiler. (Germania Sacra N.F. 29 / Das Erzbistum Köln 5.) Berlin / New York.

Sintherner Ölmühle

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Dammstraße
Ort
50259 Pulheim - Sinthern
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1500 bis 1786
Koordinate WGS84
50° 58′ 21,7″ N, 6° 45′ 54,04″ O / 50.97269°, 6.76501°
Koordinate UTM
32U 343087.93 5649166.41
Koordinate Gauss/Krüger
2553776.77 5648887.64

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