Schloss Weilerbach bei Bollendorf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bollendorf
Kreis(e): Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Das malerisch im Waldtal des Weilerbachs gelegene Schloss verdankt seine Existenz einer gleichzeitig durch die Abtei Echternach hier errichteten Eisenhütte. Es wurde 1780 als Verwaltungssitz der Hütte und Sommerhaus für Emmanuel Limpach, den letzten Echternacher Abt, erbaut. Baumeister war Paul Mungenast, dessen Familie eine Generation zuvor aus Tirol zugewandert war. 1832 erwarb die luxemburgische Familie Servais Schloss und Hütte, die 1944/45 durch Artilleriebeschuss in großen Teilen zerstört wurden. 1987-1992 wurde das Schloss restauriert und mit dem barocken Garten und dem Hüttengelände vom Eifelkreis Bitburg-Prüm erworben. Seither wurden Zug um Zug der Garten, weitere Nebengebäude, die Ruinen und Kanäle der Hüttenanlage instand gesetzt bzw. gesichert. Vor kurzem fand die Restaurierung der Anlage nun im wahrsten Sinn des Wortes ihren krönenden Abschluss: Die Giebelbekrönungen - vier Genien am zentralen Mittelgiebel und Flammenvasen auf den Giebeln der seitlichen Risalite, die nur teilweise als Torsi erhalten waren, wurden rekonstruiert und wieder aufgestellt. Die bildhauerischen Kopien erhielten, wie im 18. Jahrhundert üblich, eine monochrome weiße Farbfassung, von der Reste an den Originalen festgestellt wurden. Genien sind seit der Antike Schutzgeister, die ähnlich den christlichen Engeln über die Sterblichen oder einen bestimmten Ort wachen. Der überirdischen Welt zugehörig, werden sie stets mit Flügeln abgebildet. Ihr Element ist die Luft.

Für Schloss Weilerbach ist die Anbringung der Figuren und Vasen neben der Wiederherstellung des Originalzustandes aus zwei Gründen bedeutsam. Zum einen verändern sich ästhetisch das Aussehen und die Wirkung der Architektur des Schlosses: Durch die überlebensgroßen, bewegten Skulpturen wird der bisher ruhige und gleichförmige Umriss des Baus in der Dachzone dynamischer, barocker. Darüber hinaus erklärt die Bauskulptur die vorgegebene Situation des Schlosses mit seiner Eisenhütte: Die Flammenvasen bilden das Feuer ab, Genien als Luftgeister assoziieren die Luft. Das kleine Relief über dem Eingangsportal zeigt eine Wassergottheit mit einer Quellfassung, aus der Wasser schießt. Es steht für den Weilerbach. Wasser, Luft und Feuer sind Voraussetzungen für die hier betriebene Eisenverhüttung. Der Bauschmuck erläutert also über die reine Zier hinaus die Funktion der eindrucksvollen Schloss- und Hüttenanlage, der wegen dieser seltenen Kombination der Rang eines Kulturdenkmals von nationaler Bedeutung zuerkannt wurde.

(Michael Berens, 2011)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. (Hrsg.) (2011)
Rheinland: Denkmal, Landschaft, Natur - 2012 (Jahreskalender 2012, 42. Jahrgang). Köln.

Schloss Weilerbach bei Bollendorf

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schloss Weilerbach
Ort
54669 Bollendorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1780
Koordinate WGS84
49° 50′ 1,09″ N, 6° 23′ 23,27″ O / 49.83364°, 6.3898°
Koordinate UTM
32U 312300.51 5523402.19
Koordinate Gauss/Krüger
2528087.53 5521977.54

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„Schloss Weilerbach bei Bollendorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-52850-20120815-3 (Abgerufen: 17. November 2018)
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