Zülpicher Landesburg

Kurkölnische Landesburg Zülpich

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Gemeinde(n): Zülpich
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Landesburg Zülpich

    Landesburg Zülpich

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  • Stützpfeiler der Zugbrücke während der Ausgrabung 2011

    Stützpfeiler der Zugbrücke während der Ausgrabung 2011

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  • Landesburg Zülpich, archäologische Ausgrabung 2011

    Landesburg Zülpich, archäologische Ausgrabung 2011

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  • Landesburg Zülpich, Pfeiler der Zugbrücke (archäologische Ausgrabung 2011)

    Landesburg Zülpich, Pfeiler der Zugbrücke (archäologische Ausgrabung 2011)

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  • Zülpich (Tolbiacum) im Mittelalter, Schneiderplan von 1749

    Zülpich (Tolbiacum) im Mittelalter, Schneiderplan von 1749

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    Landesburg Zülpich, Fluchtpforte

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    Landesburg Zülpich und Weiertor

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  • Luftaufnahme der Kurkölnischen Landesburg Zülpich und den Römerthermen Zülpich - Museum der Badekultur rechts im Bild (2016)

    Luftaufnahme der Kurkölnischen Landesburg Zülpich und den Römerthermen Zülpich - Museum der Badekultur rechts im Bild (2016)

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  • Infoblatt Archäologietour 2012: Zülpicher Landesburg (PDF)

    Infoblatt Archäologietour 2012: Zülpicher Landesburg (PDF)

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Die Landesburg in Zülpich wurde ab 1279 vom Kölner Erzbischof errichtet. Die heutige Anlage geht auf den Neubau von 1369 zurück. Für die Landesgartenschau 2014 wird die Burg restauriert und ein moderner Zugang über den jüngst gefundenen Resten der alten Zugbrücke über den Wallgraben errichtet.

Geschichte der Burg
Der vicus Tolbiacum, das römische Zülpich, war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt innerhalb der einstigen Provinz Niedergermanien. Im Mittelalter konnte der Ort seine in der Spätanike erlangte Bedeutung im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen dem Herzogtum Jülich und dem Erzbistum Köln zunächst wahren. Die Siedlung erhielt bis zum 13. Jahrhundert alle Privilegien einer mittelalterlichen Stadt; Zülpich zählt daher zu den historisch gewachsenen Städten ohne offizielles Erhebungsprivileg. Im späten Mittelalter setzen sich die Kölner Erzbischöfe im Streit um den Besitz Zülpichs durch. Ab 1279 erfolgte der Bau der erzbischöflichen Landesburg. Die Stadt blieb bis in die Franzosenzeit hinein kurkölnisch, die Jülicher kontrollierten aber nach wie vor das Umland, so dass Zülpich von einer Weiterentwicklung abgeschnitten war. Mit den Kriegen der frühen Neuzeit setzte ab dem 17. Jahrhundert ein fortschreitender Verfall der Landesburg ein.

Archäologische Grabungen 2012
Die heute sichtbare Anlage der kurkölnischen Landesburg ließ Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden nach 1369 errichten. Neue Erkenntnisse zu ihrer Baugeschichte ergab eine Sondage im Graben der Burganlage. Die Ausgrabungen wurden ausgeführt vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Außenstelle Nideggen-Wollersheim. Diese Untersuchung war erforderlich, um die archäologischen Hinterlassenschaften zu dokumentieren, bevor eine Umgestaltung des Bereichs für die Landesgartenschau 2014 erfolgt und die Befunde damit zerstört werden. Der Ausgrabungsschnitt ist zwischenzeitlich zwar wieder zugeschüttet worden, die Ergebnisse der Ausgrabung werden aber anhand von Fotos und der zeichnerischen Grabungsdokumentation sowie des Fundmaterials im Rahmen der Archäologietour Nordeifel 2012 erläutert.

Die Archäologen legten einen ca. 20 Meter langen Schnitt an, der im Profil verschiedene Ausbaustufen des Grabens zeigte. Die im Ausgrabungsschnitt vorgefundenen Brückenpfeiler waren aus Bruchsteinen erbaut, die sicherlich aus dem Abbruchschutt der Vorgängeranlage stammen. Die Pfeiler gehörten zu einer Zugbrücke, die den Zugang zur Burg jenseits der Stadt ermöglichte. Das Tor ist noch heute in der westlichen Außenwand erkennbar (Flucht- oder Schlupfpforte). Der Vorgängerburg ist ein Graben zuzuordnen, der bei der Ausgrabung deutlich durch seine dunkle Verfüllung erkennbar war. Zwei weitere kleine Spitzgräben sind vermutlich erst im 17. Jahrhundert angelegt worden.

Im Hinblick auf die Landesgartenschau ist ein Wiederaufbau der Brücke nicht durchführbar. Stattdessen wird eine Freitreppe zu einer Brücke über den Wallgraben führen, damit die Besucher auf die neue Burgplaza gelangen und einen Teil der Anlage entdecken können, der bislang für sie nicht zugänglich war.

Baudenkmal / Archäologietour 2012
Die Landesburg Zülpich ist eingetragenes Baudenkmal (Zülpich UDB-Nr. 18; LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Datenbank-Nr. 24059) und war Station der Archäologietour Nordeifel 2012 (nähere Informationen hierzu im Führungsblatt in der Medienleiste).

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2012)

Anlage (Beschreibung, Datierung): Burg, 11. Jahrhundert (historisch).
Bausubstanz: Landesburg des 14. Jahrhunderts, an Stelle einer zerstörten Vorgängeranlage.
Historische Überlieferung: Das spätrömische Kastell wurde im Früh- und Hochmittelalter weiter genutzt. Für die vermutete Neuanlage einer Burg innerhalb des Kastells durch die Pfalzgrafen Ende des 10. Jahrhunderts fehlt ein Nachweis. Zwischen 1072–75 ist Graf Adalger von Zülpich überliefert (REK 1, Nr. 1058).
Nach dem Niedergang der Pfalzgrafen besaßen die Kölner Erzbischöfe die Stadt, als innere zusätzliche Sicherung kam es zum Bau einer romanischen Viereckanlage. 1124 stiftete Erzbischof Friedrich I. auf seiner Burg (in castro mei episcopali) eine Probstei für Siegburger Mönche; damals diente die in der Burg vorhandene Kirche der Zülpicher Bevölkerung als Pfarrkirche (REK 2, Nr. 214; NRUB 1, Nr. 299). Neben dem Oppidum besaß der Kölner Erzbischof nachweislich im 13. Jahrhundert eine Burg. 1230 geriet die Burg beim Krieg mit Herzog Heinrich von Limburg in Brand (REK 3, Nr. 705). 1255 hatte der Graf von Jülich oppidum et castrum als kölnisches Lehen inne (REK 3, Nr. 1827; NRUB 2, Nr. 410). Die kurkölnische Landesburg wurde unter dem Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg bald nach 1275 errichtet. 1278 verpflichtete er den Gerlach von Dollendorf jährlich von Allerheiligen bis Pfingsten auf der Zülpicher Burg Dienst zu tun oder − wenn diese niedergelegt werden sollte − ersatzweise auf einer anderen kölnischen Burg (REK 3, Nr. 2764; NRUB 2, Nr. 718).
Herzog Walram von Limburg belagerte die im Bau befindliche Burg erfolglos (REK 3, Nr. 2805). 1279 verloren die konkurrierenden Jülicher Grafen ihr Vogteirecht in Zülpich (REK 3, Nr. 2818). 1288 eroberte Graf Walram von Jülich Stadt und Burg, um diese besetzt zu halten (REK 3, Nr. 3196). 1299 wurden Stadt und Burg an Jülich verpfändet (REK 3, Nr. 3686). Die für Jülich bedrohliche Burganlage wurde abgerissen und erst durch Walram von Jülich (1332-1349) an gleicher Stelle wieder aufgebaut (Friedrich / Päffgen 2007).

Quellen
Regesten der Erzbischöfe von Köln (REK) und Niederrheinisches Urkundenbuch (NRUB)

Literatur

Flink, Klaus (1972)
Zülpich. (Rheinischer Städteatlas, Lieferung I, Nr. 5.) Köln.
Friedrich, Reinhard; Päffgen, Bernd (2007)
Mittelalterliche Burganlagen in Kölner Bucht und Nordeifel bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IV.11.) S. 94-95, Bonn.
Herzog, Harald (1989)
Burgen und Schlösser. Geschichte und Typologie der Adelssitze im Kreis Euskirchen. S. 523, Köln.
Tutlies, Petra / Mousavian, Abdolreza S. (2012)
Ein Schlupfloch für den Kurfürsten ... - Untersuchungen am Graben der Landesburg in Zülpich. In: Kunow, Jürgen (Hrsg.), 25 Jahre Archäologie im Rheinland 1987-2011 / Archäologie im Rheinland 2011, S. 186-187. Stuttgart.

Zülpicher Landesburg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Mühlenberg 10
Ort
53909 Zülpich
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Grabung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1279 bis 1369
Koordinate WGS84
50° 41′ 24,68″ N, 6° 38′ 48,6″ O / 50.69019°, 6.64683°
Koordinate UTM
32U 333791.24 5618015.23
Koordinate Gauss/Krüger
2545751.63 5617381.49

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„Zülpicher Landesburg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-52838-20120814-4 (Abgerufen: 14. August 2018)
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