Grugahalle im Grugapark

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die Grugahalle im Essener Gruga-Park (2010).

    Die Grugahalle im Essener Gruga-Park (2010).

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Die Grugahalle wurde durch eine Architektengemeinschaft des Hannoveraners Ernst Friedrich Brockmann mit dem Essener Gerd Lichtenhahn aus Stahl und Beton in der markanten Schmetterlingsform erbaut. Die stählerne Dachkonstruktion überspannt eine freie Fläche von 80 mal 80 Metern. Darunter verfügt die Halle bestuhlt über etwa 7.700 Plätze, unbestuhlt über rund 10.000 Plätze. Die eigentliche Halle ist mit Zuschauerraum und Bühne rund 2.800 Quadratmeter groß und befindet sich baulich direkt über dem etwa 2.600 Quadratmeter großen Foyer. Der umbaute Raum des gesamten Gebäudes umfasst rund 165.000 Kubikmeter.

Im Mai 2009 wurde damit begonnen, ein neues Foyer in Form eines kubischen Vorbaus vor der Grugahalle zu errichten. Damit erhält diese zusätzlich rund 1.000 Quadratmeter für Empfänge, kleinere Konzerte oder andere Veranstaltungen, und es entfällt eine Zeltstadt, die bisher bei großen Ereignissen vor der bisherigen Halle aufgebaut wurde. Den neuen gläsernen Kubus lässt der italienische Architekt Mario Bellini mit Kosten von rund 10 Millionen Euro errichten.

Der Rat der Stadt Essen hatte 1955 beschlossen, die Grugahalle auf dem Fundament des Vorgängerbaus zu errichten. Dabei handelte es um die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Ausstellungshalle V, die 1927 durch den Bauabteilungsleiter der Friedrich Krupp AG in Essen, Josef Rings (20. Dezember 1878 - 7. August 1957), erbaut worden war. Als Grund wurde der nicht tragfähige Untergrund genannt, der ein mindestens zehn Meter tiefes und damit zu teures neues Fundament gefordert hätte. Lediglich die Ost- und Westanbauten sowie die seitlich aufragenden, asymmetrischen Stahlbetontribünen erhielten neue Fundamente. Mit dem Bau der Grugahalle wurde im Oktober 1956 begonnen. Daraufhin wurde sie im September 1958 an den damaligen Hallenchef, Heinrich Spies, übergeben, und am 25. Oktober 1958 durch den Essener Oberbürgermeister Wilhelm Nieswandt offiziell eröffnet. 1988, und noch einmal 1995, wurde die Grugahalle modernisiert.

In den 1990er Jahren geriet die Grugahalle in eine Existenzkrise. Obwohl sie bis dahin eine gewisse Geschichte aufweisen konnte und einen international guten Ruf genoss, diskutierte man in Essen über ihren Abriss. Man machte sich Gedanken über ihre Auslastung, wenn neue Veranstaltungshallen im Umkreis, wie die Kölnarena, die Oberhausen-Arena und neu überdachte Fußballstadien, entstehen. Aber in Kombination mit den Hallen der Messe Essen hatte die Grugahalle ihre Nische gefunden und blieb weiter in Betrieb.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2010)

Rock- und Popmusik-Konzerte in der Grugahalle
Die Tradition der Essener Grugahalle als bedeutsame Spielstätte für Konzerte der Rock- und Popmusik begann bereits drei Tage nach Ihrer Eröffnung mit einem Konzert vom einem der ersten Rock’n Roll-Stars überhaupt: Bill Haley (1925-1981) gastierte mit seinen Comets am 28. Oktober 1958 und die Halle hatte „trotz einiger demolierter Stühle und zerbrochener Scheiben … ihre erste Bewährungsprobe bestanden“ (de.wikipedia)
Neben Auftritten der Rolling Stones (1965 und 1973) und der Beatles im Rahmen ihrer „BRAVO-Blitztournee“ (1966, zwei Shows in Essen – mit vier weiteren Konzerten in Hamburg und München die einzigen Auftritte der „Pilzköpfe“ in Deutschland nach ihrer Hamburger Starclub-Zeit 1960/61), spielten hier unter anderem Frank Zappa und seine Mothers of Invention (1968, Essener Songtage), Fleetwood Mac (1969) und Led Zeppelin (1973).
Wie auch bei der Freilichtbühne Loreley trugen zwischen 1977 und 1986 zahlreiche Veranstaltungen des populären „WDR-Rockpalast“ und dessen Radio- und Fernsehübertragungen dazu bei, die Essener Grugahalle zu einer der wichtigsten deutschen Konzertarenen zu machen. In den „Rockpalastnächten“ gastierten u.a. Paul Simon, Al Jarreau, Depeche Mode, ZZ Top, Frankie Goes To Hollywood, Johnny Winter, Santana, Chris de Burgh, Saga, Grateful Dead, The Who und Gilbert Bécaud (de.wikipedia).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2014)

Internet
de.wikipedia.org: Grugahalle (abgerufen 18.06.2010 und 10.01.2014)
www.wdr.de/tv/rockpalast: WDR-Rockpalast, Archiv (abgerufen 10.01.2014)

Grugahalle im Grugapark

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Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1955 bis 1958
Koordinate WGS84
51° 25′ 51,84″ N, 6° 59′ 51,18″ O / 51.43107°, 6.99755°
Koordinate UTM
32U 360801.15 5699664.94
Koordinate Gauss/Krüger
2569417.13 5700075.71

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„Grugahalle im Grugapark”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-5033-20110202-3 (Abgerufen: 24. September 2017)
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