Villa, Baumschulallee 3

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Villa Baumschulallee 3, Aufriss von 1869

    Villa Baumschulallee 3, Aufriss von 1869

    Copyright-Hinweis:
    Dockter, Markus
    Fotograf/Urheber:
    Markus Dockter
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  • Villa Baumschulallee 3, Grundriss von 1869

    Villa Baumschulallee 3, Grundriss von 1869

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Das Grundstück bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
Die Baumschulallee wurde Anfang des 18. Jahrhunderts unter den Kurfürsten Kölns als Verbindungsweg von Poppelsdorfer Allee und dem Baumschulwäldchen angelegt, welches einen beliebten Ausflugsort darstellte. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde dieser Verbindungsweg zu einer Allee ausgebaut.
Der Bereich außerhalb der Bonner Stadtmauern selbst war lange Zeit kaum besiedelt. Erst nach 1825 begann der Bau außerhalb der Grenzen des mittelalterlichen Bonns. Im Bereich des heutigen Viertels zwischen Poppelsdorfer, Meckenheimer und Baumschulallee zwischen Bonn und dem Dorf Poppelsdorf existierten im 19. Jahrhundert eine Kiesgrube, wodurch das Gartenniveau der Häuser dieses Viertels bis heute weit unter ihrem Straßenniveau liegen. Das Material dieser Kiesgrube wurde zum Bau der Häuser verwendet.

Die Villa bis zur Jahrhundertwende
Wie später an der Poppelsdorfer Allee auch ließen sich an der Baumschulallee im 19. Jahrhundert wohlhabende Bürger nieder, welche das beschauliche Bonn beispielsweise als Alterswohnsitz schätzten. Eine erste große Bauphase lässt sich für die Baumschulallee für die Mitte des 19. Jahrhunderts feststellen. In dieser Phase wurde vermutlich auch die Villa Baumschulallee 3 erbaut (Anmerkung: Die Villa hatte lange Zeit die Straßennummer 1a. Für eine bessere Übersicht wird sie jedoch im Folgenden immer mit der Hausnummer 3 beschrieben). Ein genaues Baudatum lässt sich nicht ermitteln, jedoch muss der Bau vor 1856 erfolgt sein, da sie in den – ab 1856 eingeführten – Adressbüchern bereits aufgeführt ist und auch im „Thomann“-Plan zur Erweiterung der Bonner Südstadt verzeichnet ist. Sie gehörte damit zu einem der ersten Gebäude in der Baumschulallee. Daher lässt sich auch die im Vergleich zu den Nachbargrundstücken auf der Poppelsdorfer Allee große Tiefe des Grundstückes Baumschulallee 3 (heute 3 und 3a) erklären, die sich immer noch in der Grundstückaufteilung niederschlägt.
Die frühen Gebäude der Baumschulallee folgten dem Ideal der ‚Villa suburbana‘. Hierunter versteht man klassizistische Villen mit großen Gärten, die in einem ländlichen Raum vor der Stadt liegen. Diesem Ideal folgte auch die Villa Baumschulallee 3 mit ihrem Turmaufbau, großen Garten und der damals noch ländlichen Umgebung des sogenannten Mühlheimer Feldes zwischen Bonn und Poppelsdorf.
Das Gebäude wurde 1869 nochmals umgebaut. Wie aus Adressbüchern hervorgeht, wurde es mindestens ab 1856 von mehreren Parteien bewohnt. Dazu zählte unter anderem zeitweise Konrad Cosack, Professor der Rechte an der Universität Bonn.

Ende der Villa
Das Grundstücke wurde um die Jahrhundertwende von zwei Rentnern erworben, die es untereinander in zwei längliche Parzellen aufteilten. In dieser Zeit muss auch der Abriss der Villa erfolgt sein, die wahrscheinlich mit ihrer sehr großzügigen Anlage nicht mehr zeitgemäß erschien. Zudem hatte sich die Wohnbebauung Bonns inzwischen weit über die mittelalterlichen Grenzen ausgedehnt, wodurch das Gebäude nicht mehr im ländlichen Raum einer ‚Villa suburbana‘ lag.
Anstelle der Villa wurde ein heute noch vorhandenes dreistöckiges Doppelhaus erbaut, wodurch eine effizientere Nutzung des gegebenen Raumes erzielt werden konnte. Dieser Neubau erfolgte damit während der zweiten wichtigen Bauphase an der Baumschulallee, zu der es um die Jahrhundertwende kam. Es wurde im Gegensatz zum Vorgängerbau nicht im klassizistischen Stil erbaut, sondern vor allem vom Jugendstil geprägt. Damit wurde das Grundstück Baumschulallee 3 in beiden Phasen mit typischen Bauten jener Zeiten bebaut.
Überreste der Villa existieren abgesehen von der Form der Grundstücke Baumschulallee 3 und 3a nicht.

(Jost Dockter, Geographisches Institut der Universität Bonn, 2012)

Quellen
Auskünfte Ortsansässiger und des Eigentümers des Nachfolgebaus sowie von diesem bereitgestellte Bauakten. Diese enthielten unter anderem:
  • Grund- und Aufrisse
  • Verschiedenste Bauanträge
  • Alte Fotografien des Gebäude

Literatur

Höroldt, Dietrich / van Rey, Manfred (1989)
Von einer französischen Bezirksstadt zur Bundeshauptstadt. (Geschichte der Stadt Bonn, Band 4.) S. 205-217 u. 300-309, Bonn.

Villa, Baumschulallee 3

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1840 bis 1857, Ende 1901 bis 1902
Koordinate WGS84
50° 43′ 47,08″ N, 7° 05′ 48,51″ O / 50.72974°, 7.09681°
Koordinate UTM
32U 365684.41 5621499.39
Koordinate Gauss/Krüger
2577482.52 5622156.07

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„Villa, Baumschulallee 3”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-30065-20120114-2 (Abgerufen: 12. November 2018)
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