Wohnhaus Heinrich-Brüning-Straße 16/18/20

Früher Petersbergstraße

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Kurzbeschreibung des LVR-Amts für Denkmalpflege im Rheinland

Wohnhaus, Heinrich-Brüning-Straße 16/18/20
Heinrich-Brüning-Str. 16/18/20 (früher Petersbergstraße)
Baujahr: 1909
Bauherr: Alfred Keller/Siegburg
Architekt: Julius Rolffs
letzte Nutzung: Nr. 16 Axel Springer Verlag und Südwestfunk, Nr. 18 Privatbesitz, Nr. 20 Presseclub

Zweigeschossige Dreierhausgruppe auf hohem Souterrain im Landhausstil für Kommerzienrat Alfred Keller aus Siegburg errichtet. Die Gestaltung der drei Gebäude ist variationsreich mit Erkern, Loggien und Giebeln. Das Mansarddach ist durchgehend mit umbiegendem Kranzgesims, unterbrochen durch den Giebel von Nr. 18.
Die beiden äußeren Halbvillen sind seitlich erschlossen, die mittlere, Nr. 18, in den beiden rechten Achsen durch einen kleinen säulengestützten Portikus. Während Nr. 16 noch den ursprünglichen Treppenaufgang aufweist, ist die linke Seite von Nr. 20 1973 durch einen gravierenden Um- und Anbau derartig gestört, dass hier nur noch der Fassade aus städtebaulichen Gründen Denkmalwert zukommt. Die Putzfassaden geben weitgehend den ursprünglichen Zustand wieder, ebenso die innere Aufteilung und Ausstattung der Häuser 16 und 18. Die Gitter und die Vorgartenzone von Haus Nr. 18 sind Teil des Denkmals.
Das Objekt ist bedeutend für die Stadt Bonn im Rahmen der Stadtentwicklung nach Süden, in dem als Landhaus ausgewiesenen Bereich in der Gronau zwischen Reichsbahn und Rhein. Es ist bedeutend auch für die Geschichte der Bundesrepublik und der Stadt Bonn in ihrer Eigenschaft als Bundeshauptstadt als Zeugnis der Nutzung vorhandener Bebauung im Regierungsviertel durch nachgeordnete Behörden und Institutionen, hier durch Medien (Presse/Funk).
Für seine Erhaltung liegen architekturgeschichtliche Gründe vor als Zeugnis des Villenbaus im sogenannten Reformstil zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zu dessen Protagonisten in Bonn der Architekt Julius Rolffs (1868-1946) zählt. Sozialgeschichtliche Gründe liegen vor als Zeugnis bürgerlicher Wohnkultur der Zeit. Hinzu kommen städtebauliche Gründe, da die Dreiergruppe im Zusammenhang mit der übrigen Villenbebauung des Viertels steht.

Das Objekt „Wohnhaus, Heinrich-Brüning-Straße 16/18/20“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Nr. 34548, 34549, 34533 / Denkmalliste der Stadt Bonn, laufende Nr. A 1098, A 3618, A 3572).

(Angelika Schyma und Elke Janßen-Schnabel, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2005)

Quelle
Zeitungsartikel: Ein Enkel auf Spurensuche. Die Villen des Bonner Regierungsbaumeisters Julius Rolffs, General-Anzeiger Bonn vom 05.09.1997

Literatur

Kähler, Gert (1996)
1918-1945, Reform, Reaktion, Zerstörung. (Geschichte des Wohnens, Band 4.) Stuttgart.
Kölnischer Kunstverein (Hrsg.) (1984)
Der westdeutsche Impuls 1900-1914, Kunst und Umweltgestaltung im Industriegebiet, Teil 4: Die deutsche Werkbund-Ausstellung Cöln 1914 (Ausstellung Kölnischer Kunstverein, Köln, 24. März - 13. Mai 1984). Essen.
Sonntag, Olga (1998)
Villen am Bonner Rheinufer: 1819-1914 (3 Bände). Bonn.

Wohnhaus Heinrich-Brüning-Straße 16/18/20

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Heinrich-Brüning-Straße 16-20
Ort
Bonn
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1909
Koordinate WGS84
50° 42′ 58,17″ N, 7° 07′ 36,12″ O / 50.71616°, 7.1267°
Koordinate UTM
32U 367755.63 5619935.1
Koordinate Gauss/Krüger
2579615.98 5620676.65

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„Wohnhaus Heinrich-Brüning-Straße 16/18/20”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-28465-20111227-6 (Abgerufen: 26. Mai 2018)
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