Kuchenheimer Erftmühlenbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Euskirchen , Weilerswist
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 39′ 31,68″ N: 6° 49′ 46,6″ O / 50,6588°N: 6,82961°O
Koordinate UTM 32.346.597,61 m: 5.614.130,67 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.558.706,29 m: 5.614.018,48 m
  • Erftmühlenbach und Erft bei Wüschheim (2015)

    Erftmühlenbach und Erft bei Wüschheim (2015)

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    Andreas Schmickler / Landschaftsverband Rheinland
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    Andreas Schmickler
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Das Erftgebiet verfügt mit dem Kuchenheimer Erftmühlenbach bei Euskirchen über ein außergewöhnliches Mühlengewässer. Unmittelbar nachdem die Erft mit dem Durchbruch durch den Billiger Wald die Eifel verlassen hat, wird der Erftmühlenbach bei Rheder durch ein Überfallwehr von der Erft abgeleitet. Ein Schützenwehr sorgt für eine relativ gleichmäßige Wasserführung des Erftmühlenbachs.

Am Erftmühlenbach konnte man am Ende des 18. Jahrhunderts bei einer Länge von ca. 11,5 Kilometern 23 Mühlenstandorte zählen. Hingegen besaß der etwa zwei Kilometer lange Abschnitt unterhalb von Großbüllesheim vor dem Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund schlechter Gefälleverhältnisse gar keine Mühle. Daher reihten sich auf weniger als 10 Kilometer Mühlen im Abstand zwischen 230 Meter und 2,3 Kilometer. Dazu zählten vor allem traditionelle Getreidemühlen, doch spielten auch Ölmühlen, Lohmühlen, Papiermühlen und nicht zuletzt Walkmühlen zum Walken der Wolltuche für die lokale Wirtschaft eine wichtige Rolle. Der Erftmühlenbach bildetet damit eine regelrechte „Mühlengasse“, die in den Gemarkungen Stotzheim und Kuchenheim ihren Höhepunkt erreichte. Diese Mühlendichte ist im Erftgebiet einzigartig.

Der Erftmühlenbach ist trotz seines teilweise schnurgeraden Verlaufs nicht etwa ein durch den Menschen künstlich angelegter Kanal, sondern als Ostarm der Erft ein Gewässer natürlichen Ursprungs. Dieser wurde dann mit der Anlage von Mühlen reguliert. Erst seit dem 19. Jahrhundert wurden die zahlreichen Mäanderschlingen des Erftmühlenbachs, die gleichfalls auf ein natürliches Gewässer hindeuten, begradigt, sodass der Erftmühlenbach sein heutiges Aussehen als künstliches Gewässer erhielt.

(Ralf Kreiner, aus „Mühlen links und rechts des Rheins“, 2006 / LVR-Redaktion KuLaDig, 2019)

Literatur

Kreiner, Ralf / Mühlenverband Rhein-Erft-Rur e.V. (Hrsg.) (2006)
Wassermühlen und historische Hydrographie des Erftgebiets. In: Mühlen links und rechts des Rheins, S. 11-20. S. 15, Bergheim.

Kuchenheimer Erftmühlenbach

Schlagwörter
Ort
53881 Euskirchen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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„Kuchenheimer Erftmühlenbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-18867-20111013-2 (Abgerufen: 20. August 2019)
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