Synagoge Oberdollendorf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Königswinter
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Gedenktafel am ehemaligen Standort der 1938/39 zerstörten Oberdollendorfer Synagoge, Heisterbacher Straße 116a in Königswinter-Oberdollendorf (2015).

    Gedenktafel am ehemaligen Standort der 1938/39 zerstörten Oberdollendorfer Synagoge, Heisterbacher Straße 116a in Königswinter-Oberdollendorf (2015).

    Copyright-Hinweis:
    Leit / CC-BY-SA 4.0
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Die jüdische Gemeinde Oberdollendorf seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Spezialsynagogengemeinde Oberdollendorf konstituiert, die (wie Königswinter und Oberpleis) seit 1863/64 zur Synagogengemeinde des Siegkreises gehörte. 1906 wurde die geschrumpfte Gemeinde Königswinter mit Oberdollendorf zusammengelegt.
Gemeindegröße um 1815: 25 (1816), um 1880: 63 (1872), 1932: 25 (1933), 2006: – (vorstehende Angaben nach Reuter 2007).

Bethaus / Synagoge: Ein älterer Betsaal bestand vermutlich seit 1813 (Reuter 2007). An anderer Stelle ist ein „Haus in der Winkelgasse in Oberdollendorf“ bzw. „in der Hötte“ genannt, in dem sich bereits am Ende des 18. Jahrhunderts der Betsaal der jüdischen Gemeinde befand: „Nach Archiveintragungen von 1795 und 1812 hatten sich die Oberdollendorfer Juden selbständig gemacht, weil ihnen der Weg zur Königswinterer Synagoge zu beschwerlich war und ihre Anzahl angewachsen war. (…) Diese Vorläufersynagoge bestand bis zur Einweihung der neuen großen Synagoge, die 1873 auf der Heisterbacher Straße eingeweiht wurde.“ (virtuelles.brueckenhofmuseum.de)

Die neue Synagoge in der Heisterbacher Straße wurde am 5. April 1872 eingeweiht (so Reuter 2007 und www.synagogen.info; virtuelles.brueckenhofmuseum.de nennt das Jahr 1873). In der Nacht vom 10. auf den 11. November 1938 wurde das Gotteshaus im Zuge einer versuchten Brandstiftung verwüstet – Fenster, Türen, Bänke, Leuchter, der Treppenaufgang und die Empore wurden zerstört.
1939 wurde das Gebäude abgerissen. Heute steht am ehemaligen Standort eine Gedenktafel, ihre ober- und unterhalb der Darstellung eines siebenarmigen Leuchters stehende Inschrift lautet:
„Zum Gedenken an / alle durch die Gewalt- / herrschaft ums Leben / gekommenen jüdischen / Mitbürger und an die / Synagoge Oberdollendorf, / die bis zur Zerstörung / am 9.11.1938 durch die / Nationalsozialisten / hier gestanden hat. / Stadt Königswinter - November 1981“

Das in der Inschrift angegebene Zerstörungsdatum ist allerdings unzutreffend, da in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1938 die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört wurde, das Gebäude selbst jedoch erst im März/April 1939 abgebrochen wurde.

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2011/2016)

Internet
www.synagogen.info: Königswinter (Ortsteil Oberdollendorf), Heisterbacherstraße (abgerufen 31.08.2011)
virtuelles.brueckenhofmuseum.de: Das ehemalige jüdische Bethaus in Oberdollendorf (abgerufen 31.08.2011)
www.jüdische-gemeinden.de: Königswinter-Oberdollendorf (abgerufen 06.09.2016)

Literatur

Pracht, Elfi (1997)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil I: Regierungsbezirk Köln. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.1.) S. 527-531, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 70, Bonn.

Synagoge Oberdollendorf

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Heisterbacher Straße
Ort
53639 Königswinter - Oberdollendorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1872 bis 1873, Ende 1938 bis 1939
Koordinate WGS84
50° 41′ 50,89″ N, 7° 11′ 15,87″ O / 50.69747°, 7.18774°
Koordinate UTM
32U 372013.49 5617749.65
Koordinate Gauss/Krüger
2583960.07 5618665

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Synagoge Oberdollendorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-15561-20110831-10 (Abgerufen: 23. September 2017)
Seitenanfang