Burg Kendenich

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hürth
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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Burg Kendenich befindet sich im Osten des Dorfes Kendenich am Hang der Ville.

Geschichte
Archäologische Untersuchungen ergaben, dass am Standort der heutigen Burg zu römischer Zeit eine villa rustica bestanden hat (Meynen 1985, S. 24). Für das Mittelalter sind in Kendenich zwei Fronhöfe beidseits der heutigen Nußallee belegt; für den südlich gelegenen Herrenhof erhielt das Kölner Cäcilienstift von Erzbischof Wichfrid von Köln 941 das Zehntrecht. Im 13. Jahrhundert wird für den Standort des Herrenhofes eine Burganlage erwähnt, die zwischen 1660 und 1664 unter Johann Sigismund Raitz von Frentz in eine spätbarocke Wasserburg umgebaut wurde (Faust 2009, S. 34).

Heutiger Zustand
Heute präsentiert sich Burg Kendenich als zweigeteilte Wasserburganlage bestehend aus einer dreiflügeligen, aus Backstein errichteten Vorburg (Nord-und Westflügel, 18. und 19. Jh.; Ostflügel von 1667) mit Ecktürmen, die sich zum südlich gelegenen Herrenhaus hin öffnet. Die Wassergräben um die Vorburg sind nur noch teilweise wasserführend. Das quadratische, dreigeschossige, aus verputztem Backstein errichtete Herrenhaus mit mehrfach geschweiftem Zeltdach ist von einem Wassergraben umgeben und über eine Bogenbrücke zur Vorburg erreichbar (de.wikipedia.org, Burg Kendenich).
Burg Kendenich ist von einem Park mit wertvollem altem Baumbestand mit Brutmöglichkeiten für Höhlenbrüter und Fledermäuse sowie locker bepflanzten Grünanlagen umgeben (LANUV BK-5107-033). Von Fischenich kommend ist entlang der südlichen Seite der Straße Am Kempishof eine geschnittene Buchenhecke entlang der landwirtschaflichen Nutzfläche erhalten, die im Bereich des Burgparkes als durchgewachsene Buchenhecke fortläuft. Wasserburg und Park wurden 1981/82 restauriert; die Wasserburg dient heute Wohnzwecken.

Aufgrund ihrer Lage am Osthang der Ville mit östlich anschließender und nach Nordosten und Südosten auffächernder historisch persistenter ackerbaulicher Nutzfläche (nachweisbar seit Tranchotkarte) entfaltet sie eine markante Fernwirkung ins Rheintal. Die Nussallee als nach Köln führende historische Wegeverbindung ist zwischen Kendenich und der heutigen Luxemburger Straße im Hangbereich als Lindenallee (Naturdenkmal) und Hohlweg ausgeprägt. Ein weiterer Hohlweg ist entlang der historischen Wegeverbindung nach Hermülheim erhalten.

Hinweise
Das Objekt „Burg Kendenich“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Burg Kendenich, Kirche (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 156) und ein eigetragenes Baudenkmal (Denkmalliste der Stadt Hürth, laufende Nummer 2) (de.wikipedia.org, Liste der Baudenkmäler in Kendenich).

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Landschaftliche Kulturpflege, 2015)

Internet
de.wikipedia.org: Burg Kendenich (abgerufen 27.03.2014)
de.wikipedia.org: Liste der Baudenkmäler in Kendenich (abgerufen 27.03.2014)

Literatur

Faust, Manfred (2009)
Geschichte der Stadt Hürth. Köln.
Meynen, Henriette (1985)
Wasserburgen, Schlösser und Landsitze im Erftkreis. Köln.

Burg Kendenich

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Kempishof
Ort
50354 Hürth - Kendenich
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1200 bis 1300
Koordinate WGS84
50° 51′ 51,74″ N, 6° 53′ 19,84″ O / 50.86437°, 6.88884°
Koordinate UTM
32U 351436.32 5636866.06
Koordinate Gauss/Krüger
2562619.54 5636935.01

Empfohlene Zitierweise

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„Burg Kendenich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-136449-20150818-10 (Abgerufen: 22. Mai 2018)
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