Jüdischer Friedhof Wanlo

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Mönchengladbach
Kreis(e): Mönchengladbach
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Gedenktafel mit erläuternder Inschrift auf dem Gedenkstein zum jüdischen Friedhof Mönchengladbach-Wanlo (2007)

    Gedenktafel mit erläuternder Inschrift auf dem Gedenkstein zum jüdischen Friedhof Mönchengladbach-Wanlo (2007)

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Die jüdische Gemeinde Wanlo seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Die Wanloer Juden gehörten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Filialsynagogengemeinde Wickrath.
Gemeindegröße um 1815: 17 (1806), um 1880: 34 (1885), 1932: 3 (1931), 2006: –.
Bethaus / Synagoge: Ein Bethaus bestand vermutlich bis in die 1880er Jahre (1843 noch nicht verzeichnet) (vorstehende Angaben nach Reuter 2007).

Friedhof: Der Friedhof war zwischen Wickrath und Wanlo gelegen (Strahlenend / Stollenend am Hochneukirchener Flieth / Fließ) und wurde wahrscheinlich vom 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts belegt. Der 1939 eigeebnete Begräbnisplatz ist heute nicht mehr als solcher zu erkennen, auch Grabsteine sind hier keine erhalten:
„Adresse: “Strahlenend„ (am Stollenend), zwischen Wirtschaftsweg und Hochneukirchener Flieth in der Nähe der Landstrasse L 368 (Flur 1, Nr. 7). (...) Der 721 Quadratmeter grosse Friedhof war vollständig belegt als er 1939 nach Erwerb durch einen Landwirt eingeebnet wurde. Heute ist der Begräbnisplatz nicht mehr zu erkennen.“ (uni-heidelberg.de)

Vor Ort erinnert ein Gedenkstein an dem Feldweg zwischen Stahlenend und Hochneukircher Weg an den ehemaligen Begräbnisplatz. Der Text auf der metallenen Gedenktafel lautet:
„Zum ewigen Gedenken / Seit dem 17. Jahrhundert war eine kleine Zahl / jüdischer Bürger in Wanlo ansässig. / Ihre Verstorbenen wurden auf diesem Friedhof beigesetzt. / In den Wirren des 2. Weltkrieges wurde der Friedhof / entfremdet und die Grabsteine zerstört. / Mit der Deportation der letzten jüdischen Bürgerin / im Jahre 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt, / wo sie umkam, endete die Geschichte der Juden in Wanlo. / Zum ewigen Gedenken an die Toten und an die / einstmals in Wanlo bestandene jüdische Gemeinschaft.“

Die hiesige Geometrie folgt der Lage der amtlichen Eintragung als Bodendenkmal unmittelbar nordwestlich des Autobahnkreuzes Mönchengladbach-Wanlo, die sich ebenso unter wikimapia.de findet (dort nicht weiter verifiziert).
An diesem Ort zeigt auch die historische Karte der „Preußischen Neuaufnahme“ von 1891-1912 eine von ihrer Umgebung abgesetzte Fläche (hier östlich eines Gehöfts Stahlenand), von der man wohl mit hinreichender Sicherheit annehmen darf, dass sie den damaligen Judenfriedhof darstellt.

Das Objekt „Jüdischer Friedhof Wanlo“ ist ein eingetragenes Bodendenkmal (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, OA-Nr. 1742 052, BD-Nr. MG 049).

(LVR-Redaktion KuLaDig, 2011/2015)

Internet
www.uni-heidelberg.de, Projekt: Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Wanlo (abgerufen 05.07.2011 und 04.03.2015)
de.wikipedia.org: Wanlo, Sehenswürdigkeiten (abgerufen 04.03.2015)
wikimapia.org: Jüdischer Friedhof Wanlo (abgerufen 04.03.2015)

Literatur

Jehle, Manfred (1998)
Die Juden und die jüdischen Gemeinden Preußens in amtlichen Enquêten des Vormärz, 4 Teile. (Einzelveröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin 82.) S. 1336, München.
Pracht-Jörns, Elfi (2000)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.2.) S. 208, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) Bonn.

Jüdischer Friedhof Wanlo

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1801, Ende nach 1939
Koordinate WGS84
51° 06′ 18,23″ N, 6° 25′ 24,93″ O / 51.10506°, 6.42359°
Koordinate UTM
32U 319635.8 5664665.47
Koordinate Gauss/Krüger
2529711.46 5663419.9

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„Jüdischer Friedhof Wanlo”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12974-20110705-14 (Abgerufen: 24. September 2017)
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