Synagoge Kerpen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kerpen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 52′ 3,82″ N: 6° 41′ 25,51″ O / 50,86773°N: 6,69042°O
Koordinate UTM 32.337.486,18 m: 5.637.657,37 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.548.646,92 m: 5.637.159,10 m
Die jüdische Gemeinde in Kerpen seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Seit Mitte des 17. Jahrhunderts ist eine kontinuierliche jüdische Präsenz nachgewiesen. Seit 1866 umfasste die Spezialgemeinde Kerpen in der Synagogengemeinde des Kreises Bergheim die Juden in den Bürgermeistereien Kerpen, Blatzheim, Buir und Türnich. 1932 waren Blatzheim (2 Personen) und Buir (2) angeschlossen.
Gemeindegröße um 1815: 53 (1806), um 1880: 125 (1885), 1932: 29 Familien / 75 (1933), 2006: –.

Bethaus / Synagoge: Um 1837 wurde die Synagoge errichtet, 1938 verwüstet. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut, ist aber noch erhalten (vorstehende Angaben nach Reuter 2007).

„1798 Antoniterhof (…) wird Synagoge (…) Vor 1838 jüd. Schule in K (…)“ (RhStA Kerpen, S. 9)

„Die Kerpener Synagoge in der Antoniterstraße wurde in den 1830er Jahren errichtet; der Backsteinbau wies einen separaten Eingang für Frauen auf, denen die Empore vorbehalten war. Eine private jüdische Elementarschule mit eigenem Gebäude existierte in Kerpen seit den 1840er Jahren; sie war einem Fachwerkhaus im Synagogenhof angebaut. Etwa 40 Jahre nach deren Bau erhielt die Schule einen öffentlichen Status und wurde damit von Stadt und Staat finanziell unterstützt. ...
Während des Pogroms vom November 1938 wurde der Innenraum der Synagoge stark in Mitleidenschaft gezogen; SA-Angehörige schleppten zunächst die Kultgegenstände weg und zertrümmerten anschließend die Inneneinrichtung. Danach zog die SA-Horde, der sich auch zahlreiche Kerpener Bürger angeschlossen hatten, durch die Straßen und demolierte jüdische Geschäfte und Wohnungen. Versuche des Ortsbürgermeisters, den Zerstörungen Einhalt zu gewähren, scheiterten. Im Frühjahr 1939 wurde das Synagogengebäude an einen Privatmann verkauft, der es im Laufe der Jahre mehrfach umbaute. Mitte Juli 1942 wurden die letzten Kerpener Juden, ca. 30 Personen, deportiert.
152 jüdische Kinder, Frauen und Männer, die entweder in Kerpen geboren wurden oder hier längere Zeit gelebt haben, wurden Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
In der Antoniterstraße steht noch heute das zu einem Mehrfamilienhaus umgebaute Synagogengebäude; doch nichts erinnert mehr an dessen einstige Nutzung.“
(www.jüdische-gemeinden.de)

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011/2021)

Internet
www.jüdische-gemeinden.de: Kerpen (abgerufen 04.05.2021)

Literatur

Pracht, Elfi (1997)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil I: Regierungsbezirk Köln. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.1.) S. 199-204, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 54-55, Bonn.
Wensky, Margret (1982)
Kerpen. (Rheinischer Städteatlas, Lieferung VII, Nr. 39.) S. 9f, Köln.

Synagoge Kerpen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Antoniterstraße
Ort
50171 Kerpen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1837

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„Synagoge Kerpen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12376-20110622-8 (Abgerufen: 28. Juli 2021)
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