Bahnhof Satzvey der Eifelbahn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Mechernich
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 37′ 22,99″ N: 6° 42′ 47,49″ O 50,62305°N: 6,71319°O
Koordinate UTM 32.338.247,26 m: 5.610.404,06 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.550.512,65 m: 5.609.956,35 m
  • Bahnhof Satzvey (1984)

    Bahnhof Satzvey (1984)

    Copyright-Hinweis:
    Eisenbahnstiftung Joachim Schmidt
    Fotograf/Urheber:
    Joachim Bügel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Bahnhof Satzvey an der Eifelbahn (2007)

    Bahnhof Satzvey an der Eifelbahn (2007)

    Copyright-Hinweis:
    A. Savin CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
    Fotograf/Urheber:
    A. Savin
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Bahnhof Satzvey (1960)

    Bahnhof Satzvey (1960)

    Copyright-Hinweis:
    Eisenbahnstiftung Joachim Schmidt
    Fotograf/Urheber:
    Gerd Wolff
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Bahnhof Satzvey (2014)

    Bahnhof Satzvey (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Stollenwerk, Anne / Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Stollenwerk, Anne
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Der Bahnhof Satzvey der Deutschen Bahn AG liegt an der Eisenbahnstrecke von Köln nach Trier. Er wurde 1865 zusammen mit dem Teilstück von Euskirchen nach Mechernich in Betrieb genommen. Heute wird er stündlich von Regionalbahnen bedient.

Im März 1862 beauftragte die preußische Regierung die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft mit dem Bau einer Eisenbahnlinie von Düren über Euskirchen nach Kall. Dabei sollte die Linienführung in Euskirchen so gewählt werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch ein direkter Anschluss nach Köln hergestellt werden konnte. Am 6. Oktober 1864 konnte der erste Abschnitt von Düren nach Euskirchen eröffnet werden; ab dem 27. Juni 1865 war die Strecke über Satzvey bis Mechernich befahrbar.

Um 1910 gab es größere Umbaumaßnahmen im Bahnhof, unter anderem wurden die beiden Stellwerke errichtet. Im Fahrplan 1914 waren für Satzvey acht Züge Richtung Trier und neun Züge Richtung Köln ausgewiesen.
nach oben
In der Nachkriegszeit wies der Bahnhof zwei Durchfahrtgleise mit einem breiteren Hausbahnsteig und einem schmalen Zwischenbahnsteig am Gleis Richtung Köln auf. Im Südosten befanden sich das Übergabegleis zu den Euskirchener Kreisbahnen sowie Rangiergleise. Im Nordosten gab es einen Anschluss an die Satzveyer Ton- und Kaolinwerke.

Nach der Hochwasserkatastrophe vom 15. Juli 2021 lag der Zugbetrieb bis zum 23. April 2022 still.
Zuletzt existierte noch ein Überholgleis in Richtung Euskirchen, das seit 2023 nicht mehr vorhanden ist. Die Gleisanlagen sind bis auf die beiden Durchgangsgleise abgebaut bzw. nicht mehr nutzbar.
Heute bedient die Regionalbahnlinie RB 24 den Bahnhof Satzvey stündlich in beide Richtungen.
nach oben
Empfangsgebäude und Stellwerke
Das Empfangsgebäude von 1865 steht westlich der Gleisanlagen in rund 450 Metern Entfernung zum Satzveyer Markt. Es ist ein lang gestreckter Bau mit drei Geschossen in sechs Achsen. Der Eingang befindet sich an der Südwestseite in Richtung Dorf. Auf älteren Abbildungen ist zu erkennen, dass der Zugang zum Gleis an der Nordseite erfolgte. Im Süden befand sich eine Restauration mit Garten. Der Güterschuppen lag an der Straße Richtung Dorf. Ein kleines Stellwerk stand gegenüber dem Haupthaus.
Um 1910 wurde das Stellwerk in einem Vorbau am Empfangsgebäude eingerichtet. Das Dachgeschoss unter dem Spitzdach ist ausgebaut.

Der Bahnhof besaß zwei Stellwerke. Das mit Fahrdienstleiter besetzte Stellwerk Sf  war im Vorbau am Empfangsgebäude. Die Bauzeit ist nicht bekannt (1910?), um 1967 wurde es umgebaut. Das Stellwerk ist heute nicht mehr besetzt.
Das Stellwerk Ss (Satzvey Südturm) sicherte den schienengleichen Übergang der Euskirchener Kreisbahnen. Das Gebäude stammt von 1910 und wurde nach 1965 außer Betrieb genommen, nach Stilllegung der Euskirchener Kreisbahnen.
nach oben
Feldbahnen
Zwei Feldbahnen tangierten den Bahnhof Satzvey.
Die Satzveyer Ton- und Kaolinwerke beuteten die Klebsandgruben Hans-Rolf und Karl sowie die Klebsandgrube Lichtenberg im Norden von Satzvey aus. Die Mineralien wurden seit den 1920er Jahren von Lichtenberg aus mit einer elektrischen Feldbahn bis zu einer Blechhütte an der Bahnstrecke nach Köln gefahren. Hier entleerten die Loren auf ein Förderband, das über die Staatsbahn in das anschließende Werk führte. Ab 1979 setzte man Diesellokomotiven ein, dies erfolgte wohl bis etwa 1995. Die elektrische Kleinbahnlokomotive von 1928 ist im Feldbahnmuseum Rommerskirchen-Oekoven erhalten geblieben (siehe Lok 82).
Östlich des Empfangsgebäudes besaß die Brohltal AG, Burgbrohl ein Ladegerüst bzw. Stürzgerüst für das Umladen von Tonen, das von der Firma Karl Krewel auf Burg Zievel mitbenutzt wurde. Die Feldbahn bediente mit Diesellokomotiven eine Strecke von etwa zwei Kilometern Länge von Satzvey bis zu Abbaugruben nördlich von Lechenich. In Satzvey lud man den Ton in offene Güterwagen der Staatsbahn um. Der Betrieb wurde in den 1970er Jahren eingestellt.
nach oben
(Elmar Knieps, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2015 / Claus Weber, Redaktion KuLaDig, 2026)

Quellen
  • Bahn-Express Heft 1/1986, Seite 17-20: Karl Krewel Ton-, Sand- und Quarzgruben + Satzveyer Ton- und Kaolinwerk (online bahn-express.de, PDF 16 MB, abgerufen 5.3.2026)
  • Wolfgang Clössner, Electric field railway / Elektrische Feldbahn in Satzvey (online www.youtube.com, Länge 3 Minuten, abgerufen 5.3.2026)

Internet
gillbachbahn.bahnwiki.org: Lok 82 (abgerufen 5.3.2026)
stellwerke.info: Stellwerke an der Betriebsstelle Satzvey (KSA) (abgerufen 7.3.2026)

Literatur

Clössner, Wolfgang; Strack, Klaus / Eisenbahnclub Rhein-Sieg (Hrsg.) (1996)
Eifelhauptbahn Köln - Trier. Siegburg.

Bahnhof Satzvey der Eifelbahn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Veybachstraße 9
Ort
53894 Mechernich - Satzvey
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos
Historischer Zeitraum
Beginn 1865

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
Elmar Knieps (2015), Claus Weber (2026): „Bahnhof Satzvey der Eifelbahn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-120435-20150402-4 (Abgerufen: 18. März 2026)
Seitenanfang