Steinbruch „Grubenfeld“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bergisch Gladbach
Kreis(e): Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 00′ 13,26″ N: 7° 08′ 51,74″ O / 51,00368°N: 7,14771°O
Koordinate UTM 32.370.040,24 m: 5.651.867,37 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.580.602,16 m: 5.652.683,71 m
Der Steinbruch „Grubenfeld“ im Naturschutzgebiet „Die Schlade“ in Bergisch Gladbach bietet ein anschauliches Beispiel für den Aufbau eines typischen mitteldevonischen Riffes: über einem Sockel aus abgestorbenen, älteren Korallen befand sich der „lebende“ Teil des Riffs mit einem wachsenden Korallensaum. Das Riff im Grubenfeld entsprach dem Typus eines Wallriffs oder Barriereriffs. Das bedeutet, dass es eine Lagune vom offenen Meer abtrennte und als Wellenbrecher fungierte. So entstand eine seichte Lagune, in der sich Sedimente ablagern konnten. Im Westteil des Steinbruchs sind massive Bänke erkennbar, die aus Korallen und Schwämmen aufgebaut sind und den Kern des Riffs bildeten.

Der Steinbruch „Grubenfeld“ ist bereits auf der Preußischen Neuaufnahme 1891-1912 verzeichnet.

Durch den Abbau des Kalkgesteins in diesem Bereich entstanden viele neue kleinräumige Geländeformen: mehrere Ebenen, geneigte Hänge, Nischen und felsige Bereiche, die alle unterschiedliche Standortbedingungen für Pflanzen und Tiere aufweisen. Nach dem Ende der menschlichen Tätigkeit setzte hier eine Sukzession ein, d.h. eine Wiederbesiedlung des Bereichs durch Pflanzen und Tieren. Dieser Vorgang unterliegt einer Reihenfolge, da sich zunächst Pflanzen ansiedeln, die z.B. auf steinigen Böden und trotz Wind und Sonneneinstrahlung hier wachsen konnten. Haben sich diese etabliert, siedeln sich in deren „Schatten“ die nächsten Folgepflanzen an, die nun geeignete Bedingungen vorfinden. So entsteht ein dynamischer, immer fortschreitender Prozess und im Laufe der Zeit - sukzessive - ändern sich die Pflanzengesellschaften und damit auch die Tiere, die hier Lebensraum und Nahrung finden. Im Steinbruch finden sich so Wiesenbereiche und mit Sträuchern bewachsene Flächen, Trockenrasen und tieferliegende feuchte Bereiche.

(Anne Hentrich und Martina Gelhar, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2011/2017)

Literatur

Jux, Ulrich (1972)
Die Schlade – ein geologisches Forschungsgebiet von überörtlicher Bedeutung. (Arbeitsstudien des Landschaftsverbands Rheinland, Referat Landschaftspflege.) S. 27-46. Köln.
Jux, Ulrich / Strauch, Friedrich (1967)
Zum marinen Oligozän am Bergischen Höhenrand. In: Decheniana 118, 2, S. 125-133. o. O.
(1998)
GEOPfad Bergisch Gladbach. Bergisch Gladbach.

Steinbruch „Grubenfeld“

Schlagwörter
Ort
51467 Bergisch Gladbach
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Fernerkundung

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„Steinbruch „Grubenfeld“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-11976-20110608-5 (Abgerufen: 17. November 2019)
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